In der 2. Klasse Mostviertel lieferte sich SU Bischofstetten mit SCU Wallsee ein turbulentes 4:4. Aus Sicht von Wallsee-Trainer Florian Palme fühlte sich das Remis dennoch eher wie zwei verlorene Punkte an, weil seine Mannschaft früh 2:0 vorne lag, mit einem 3:1 in die Pause ging und den Ausgleich erst spät wieder herstellen musste. Genau diese wechselhaften Phasen standen nach dem Schlusspfiff im Mittelpunkt.

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Wallsee war von Beginn an voll im Spiel und setzte den Matchplan zunächst genau so um, wie es sich Palme vorgestellt hatte. Schon in der 2. Minute brachte Thomas Fehringer die Gäste in Führung, nur wenig später legte Jan Javurek in der 8. Minute das 0:2 nach. „Wir haben stark begonnen, wie jedes Spiel bis jetzt. Wir waren sehr früh 2:0 in Führung“, sagte der Trainer, der vor allem den Auftakt über die Außenbahnen hervorhob. „Wir haben über die Flügel gut begonnen und auch die ersten zwei Tore über den Flügel gemacht.“ Bischofstetten kam durch Michal Sojka in der 23. Minute auf 1:2 heran, doch Wallsee verlor in dieser Phase nicht völlig den Faden. Dazu kam noch ein wichtiger Moment aus Sicht der Gäste: Einen Strafstoß der Hausherren parierte Stefan Schwarzl. Für Palme war das eine ganz entscheidende Szene, weil damit das mögliche 2:2 ausblieb. Stattdessen antwortete Wallsee noch vor der Pause und kam durch Lukas Daurer in der 43. Minute zum 1:3. „Wichtig war das 3:1 vor der Pause“, betonte Palme ausdrücklich.
Was sich in der ersten Hälfte noch nach einem sehr gelungenen Auswärtsauftritt angehört hatte, änderte sich nach dem Seitenwechsel aber rasch. Palme musste nach eigenen Angaben verletzungsbedingt umstellen und sah dann einen ganz anderen Beginn seiner Mannschaft. „In der zweiten Halbzeit habe ich umstellen müssen. Wir sind dann schläfrig aus der Kabine gekommen, Bischofstetten ist mit Schwung herausgekommen“, schilderte er. Genau das spiegelte sich auch am Spielstand wider. Simon Kerschner traf unmittelbar nach Wiederbeginn in der 46. Minute zum 2:3, Lukas Zuser stellte in der 57. Minute auf 3:3, und als Michal Sojka in der 62. Minute auch noch das 4:3 erzielte, war die Partie komplett gedreht. Für Wallsee war vor allem bitter, dass die zuvor erarbeitete Führung binnen kurzer Zeit weg war. „Wir haben die Führung nicht lange halten können“, sagte Palme rückblickend. Umso wichtiger wurde später das 4:4 durch Lukas Hapal in der 84. Minute. „Ich bin froh, dass wir noch den Ausgleich geschafft haben“, so der Wallsee-Coach.
In seiner Analyse zog Palme trotz des wilden Spielverlaufs ein differenziertes Fazit. Einerseits lobte er seine Mannschaft und sah viele Dinge, die funktioniert haben. „Unser Spielplan ist einigermaßen aufgegangen“, meinte er und verwies auch darauf, dass Bischofstetten als Tabellenführer und körperlich starke Mannschaft gerade bei Standards schwer zu verteidigen gewesen sei. „Die haben drei, vier große Spieler drinnen. Bei Eckbällen und generell Standardsituationen haben sie uns das Leben sehr schwer gemacht.“ Andererseits war der Trainer mit mehreren Entscheidungen des Schiedsrichters überhaupt nicht einverstanden. Vor dem 3:3 und auch vor dem 4:3 sah er jeweils ein Foul an einem Wallseer Spieler, das aus seiner Sicht ungeahndet blieb. Insgesamt sagte Palme: „Die Schiedsrichterleistung hat sehr zu wünschen übrig gelassen. Diese war sehr einseitig.“ Unterm Strich blieb bei ihm deshalb das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. „Über 90 Minuten waren wir schon die bessere Mannschaft“ und „zum Gewinnen wäre dieses Spiel schon gewesen, aber den Punkt nehmen wir unter diesen Umständen gerne mit" lautete seine klare Einschätzung. Für Wallsee bedeutet das 4:4 zwar, dass man mit zehn Punkten weiter im Spitzenfeld bleibt, nach diesem Verlauf überwog bei den Gästen aber klar das Gefühl, einen Sieg aus der Hand gegeben zu haben.