In der 6. Runde der 2. Klasse Mostviertel hat SPU TSV Nöchling daheim gegen SV Krummnußbaum trotz einer ordentlichen Leistung mit 2:3 verloren. Vor allem nach der Pause sah Trainer Cosmin-Gheorghe Goje seine Mannschaft im Vorteil, doch aus Nöchlinger Sicht fehlte am Ende eben ein Treffer mehr. „Das Einzige, was wirklich gefehlt hat, war das Tor“, brachte er die Partie nach dem Schlusspfiff auf den Punkt.

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Lange war es für Goje eine Begegnung auf Augenhöhe. „Die erste Halbzeit war ziemlich ausgeglichen, mit wenigen richtigen Torchancen“, sagte der Nöchling-Trainer, der den Spielverlauf zunächst genauso erlebt hatte. Seine Mannschaft ging in Minute 36 in Führung, als Florian Kerschbaumer das 1:0 erzielte. Auch diesen Treffer ordnete Goje klar ein: „Wir haben das 1:0 nach einem Fehler des Gegners gemacht.“ Umso mehr ärgerte ihn dann der späte Ausgleich, denn Stefan Plavotic stellte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 1:1. Aus Sicht der Gastgeber war genau dieser Zeitpunkt heikel. „Das 1:1 kurz vor der Pause war für uns ein Knackpunkt“, sagte Goje, der zudem von einer schlecht verteidigten Ecke sprach und damit den Ausgleich einordnete.
Nach der Pause sah der Trainer seine Mannschaft dann sogar im Vorteil. „In der zweiten Halbzeit waren wir eigentlich besser. Wir haben mehr Druck gemacht“, erklärte Goje, der mit dem Auftreten seines Teams trotz der Niederlage insgesamt leben konnte. Besonders wichtig war ihm, dass Nöchling spielerisch gegen einen starken Gegner mithielt. „Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Gegen eine starke Mannschaft waren wir spielerisch besser, vor allem in der zweiten Halbzeit“, sagte er. Dazu passte auch seine Schilderung der Druckphase: Nöchling kam oft in den Strafraum, hatte laut Goje viele Abschlüsse und auch zahlreiche Standards in Tornähe. „Wir sind oft in den Sechzehner gekommen. Ich glaube, wir hatten in der zweiten Halbzeit an die zehn Ecken oder Freistöße in Tornähe“, meinte er. Dass trotzdem kein Treffer fiel, lag für ihn nicht an mangelnder Aktivität, sondern an fehlender Konsequenz und auch an einem starken Gäste-Tormann. „Der Tormann hat bei einer Aktion zweimal super gehalten. Wir haben wirklich Druck gemacht, aber der Ball wollte einfach nicht ins Tor“, so Goje.
Gerade weil Nöchling nach dem Seitenwechsel am Drücker war, traf das 1:2 die Hausherren besonders hart. In Minute 78 unterlief ausgerechnet Goje ein Eigentor, nachdem laut seiner Beschreibung ein Einwurf der Gäste vorausgegangen war und der Ball in einer unübersichtlichen Szene im Strafraum liegen blieb. Der Trainer machte daraus kein großes Drama, sagte aber offen: „In der zweiten Halbzeit war es so ein Spiel: Wer das erste Tor schießt, gewinnt hochwahrscheinlich die Partie. Leider war es so.“ Für ihn war das Eigentor dann der Moment, an dem das Spiel kippte. Als Jakob Schönbichler in der 91. Minute auf 1:3 stellte, war Nöchling weit aufgerückt, weil der Ausgleich erzwungen werden sollte. Goje erwähnte zwar, dass seine Spieler vor diesem Treffer ein Foul reklamierten, schob aber sofort nach, dass dies nicht der entscheidende Punkt gewesen sei. Vielmehr blieb seine Kernaussage, dass Krummnußbaum die wenigen Möglichkeiten besser nützte. Das späte 2:3 durch Jakob Geyrhofer in der 93. Minute, das laut Goje nach einem Eckball fiel, kam deshalb nur noch zu spät.
Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff vor allem, dass Goje seine Mannschaft trotz der Niederlage ausdrücklich in Schutz nahm. „Wir haben hinten gut gestanden“, sagte er, obwohl am Ende drei Gegentreffer in der Statistik standen. Für ihn waren diese Tore aber nicht das Ergebnis einer klar unterlegenen Vorstellung, sondern eher Folge von Standardsituationen und der späten Öffnung in der Schlussphase. Auch den Gegner ordnete er fair ein: Krummnußbaum habe gut verteidigt, gut gekämpft und mit langen, gechippten Bällen sowie Qualität vorne immer wieder Lösungen gefunden. Trotzdem blieb beim Nöchling-Coach der Eindruck, dass mehr drin gewesen wäre. „Für mich war das eine unverdiente Niederlage“, sagte er, ergänzte aber sofort auch die Gratulation an den Gegner. Für die nächsten Wochen nimmt er vor allem Positives mit: „Wir werden von Spiel zu Spiel besser. Wir müssen noch Tore schießen, daran werden wir weitertrainieren. Sonst passt alles.“ Genau dieser Satz erklärt die Partie ziemlich gut: Die Leistung war da, die Belohnung blieb aus.