In der 2. Klasse Mostviertel hat sich USV Viehdorf lange mit aller Kraft gewehrt, am Ende nahm SPU TSV Nöchling aber einen späten 1:0-Auswärtssieg mit. Trainer Cosmin-Gheorghe Goje sprach danach von einer "Kampfbetonpartie" und sah den Unterschied vor allem nach der Pause. Zur Halbzeit stand es noch 0:0, ehe ein spätes Traumtor die Entscheidung brachte.

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Goje hatte das Spiel schnell eingeordnet: "Es war eine Kampfbetonpartie." Vor allem den Gastgebern stellte der Nöchling-Trainer ein gutes Zeugnis aus. Viehdorf sei "einer der besten Gegner", wenn es um Kampf, Tempo nach vorne und lange Bälle mit konsequentem Nachgehen gehe. Genau so entwickelte sich auch die erste Hälfte. Nöchling wollte Fußball spielen, war dabei nach Einschätzung des Trainers aber zu langsam und machte zu viele Fehler. Ganz früh war die Führung trotzdem möglich, weil die Gäste schon in der ersten Minute per Kopf die Latte trafen. Viel mehr klare Möglichkeiten gab es vor der Pause aber nicht, auf der anderen Seite verzeichnete Viehdorf einen guten Freistoß. Mit der Roten Karte für Laurenz Kralowetz in Minute 35 bekam die Partie zwar früh einen markanten Moment, zur Halbzeit stand es dennoch 0:0.
Nach dem Seitenwechsel sah Goje seine Mannschaft deutlich verbessert. "Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, in der zweiten waren wir besser", sagte er. Nöchling nutzte die Überzahl nun spürbar mehr, machte Druck und kam immer wieder bis in die Nähe des Sechzehners. Der letzte Schritt fehlte aber lange Zeit. Einmal war der Tormann der Gastgeber zur Stelle, eine weitere Möglichkeit ging vorbei, insgesamt blieb es auch in dieser Phase bei wenigen echten Torszenen. Goje betonte aber, dass seine Mannschaft ruhig blieb und an den einen Treffer glaubte: "Wir haben bis zum Schluss gedacht, dass wir das Tor noch schießen können." In Minute 87 fiel es dann tatsächlich. Fabian Schachenhofer traf zum 1:0, und der Trainer schilderte den entscheidenden Moment begeistert: "Das war ein schneller Einwurf von uns. Unser Kapitän hat den Ball angenommen, eine gute Hacke gemacht und dann mit links von etwa 22 Metern in die Kreuzecke geschossen. Ein Traumtor."
Den Unterschied machte für Goje nicht nur die Überzahl, sondern vor allem die Reaktion seiner Mannschaft. In der Kabine sei er in der Pause "ein bisschen laut" geworden, weil er mit dem Auftritt vor der Pause nicht einverstanden war. Seine Spieler hätten verstanden, was nötig war. "Um ein Spiel zu gewinnen, müssen wir mehr kämpfen, so wie der Gegner", erklärte der Trainer. Gerade deshalb hatte der Sieg für ihn Gewicht. Viehdorf habe kämpferisch sehr stark gespielt, hinten wenig Fehler gemacht und viele Bälle einfach geklärt. Dass Nöchling sich trotzdem noch durchsetzte, führte Goje auf die bessere zweite Halbzeit, die Mentalität bis zum Schluss und die Qualität beim Treffer zurück. "In Summe ist es ein verdienter Sieg", sagte er, schob aber auch nach: "Wenn das Tor erst am Schluss fällt, ist natürlich auch ein bisschen Glück dabei."
Bemerkenswert war der Erfolg für den Trainer auch deshalb, weil Nöchling personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte. Goje sprach von "so vielen Kaderproblemen": Vier Spieler standen gar nicht im Aufgebot, zwei weitere konnte er wegen zu wenig Training nicht einsetzen, dazu kamen Ausfälle durch Verletzung, Urlaub oder Krankheit. Auch im Angriff fehlte ihm nach eigener Aussage einiges, weil mehrere echte Stürmer nicht oder kaum zur Verfügung standen. Umso wichtiger war für ihn, dass seine Mannschaft vor allem nach der Pause zulegte. Ganz ohne Diskussionen ging die Partie dennoch nicht über die Bühne. Goje verwies auf die Rote Karte gegen Viehdorf, die er selbst nicht genau gesehen habe, und auf eine Handreklamation der Gastgeber kurz vor dem Nöchlinger Treffer. Viel größer wollte er das aber nicht machen. Sein Schlussstrich passte zum Spiel: wenige Torchancen, viel Kampf – und am Ende ein spätes 1:0, das Nöchling aus einem schweren Auswärtsspiel mitnahm.