Der SC Münchendorf ringt in der 2. Klasse Ost-Mitte weiterhin um Stabilität – sportlich wie organisatorisch. Nach elf Spieltagen steht das Team mit 20 Punkten auf Rang fünf. Obmann Andreas Polacsek blickt auf bewegte Wochen zurück: Auf Siege und Niederlagen folgten hitzige Diskussionen im Vorstand, Sorgen um den Nachwuchs und die drängende Frage nach der Zukunft kleiner Dorfvereine im Amateurfußball. Seine Worte sind deutlich – nicht nur der sportliche, auch der finanzielle Druck nimmt spürbar zu.

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In den vergangenen Begegnungen zeigte Münchendorf wechselhafte Leistungen. Nach einem 0:0 gegen den SC Achau musste die Mannschaft eine Niederlage gegen den SV Mitterndorf hinnehmen, zuvor hatte sie gegen den SC Ebergassing gewonnen. Davor setzte es Niederlagen gegen den FC Laxenburg und Perchtoldsdorf II. Diese Bilanz reicht für Platz fünf, punktgleich mit Mitterndorf und Gumpoldskirchen.
Andreas Polacsek verknüpft die sportliche Entwicklung eng mit den finanziellen Rahmenbedingungen: „In den unteren Klassen fließt zu viel Geld. Wer in einer kleinen Ortschaft Fußball spielt, wird überbezahlt. Das ist auf Dauer nicht finanzierbar.“ Für ihn ist klar: Das aktuelle System gefährdet den Fortbestand vieler Vereine.
Besonders hart trifft die Situation laut Andreas Polacsek den Nachwuchs. Münchendorf hat rund 120 Kinder im Training – doch Talente werden schon früh von Nachbarvereinen abgeworben. Bereits im Nachwuchs sei ein Spieler wegen finanzieller Anreize gewechselt, schildert er. „Wenn du ihn nicht selbst bezahlst, ist er weg.“
Auch die Frage, warum nicht mehr Ortsbewohner aktiv mitziehen, beschäftigt ihn. Viele hätten den Bezug verloren, sagt er: „Das Niveau ist für diese Klassen eigentlich zu hoch, und der Aufwand steht in keinem Verhältnis.“ Trotz sinkender Unterstützung versucht der Verein, mit Veranstaltungen Einnahmen zu erzielen. Doch die Helfer werden weniger: „Von 45 Spielern helfen fünf bis sieben, wenn’s ums Mitarbeiten geht.“
Andreas Polacsek spricht offen über seine persönliche Motivation: „Ich war 25 Jahre Feuerwehrkommandant und habe immer versucht, etwas für die Gemeinde zu tun. Jetzt mache ich das Gleiche beim Fußball.“ Gleichzeitig sieht er strukturelle Schwächen im Vereinsgefüge. Ein neuer Kassier habe seine Arbeit seit Amtsantritt im Juli noch nicht aufgenommen. „Die Funktionäre müssen laufen, laufen, laufen – und das werden immer weniger.“ Der Obmann bleibt trotz allem zuversichtlich, solange er und einige Mitstreiter anpacken. Zugleich warnt er: „Nach mir wird’s schwierig werden.“
Angesichts knapper werdender Gemeindebudgets erwartet er künftig weniger Unterstützung. Ohne Ehrenamt und realistische Gehälter droht vielen Vereinen ein langsames Aussterben. Das jüngste 0:0 gegen Achau liefert sportlich nur bedingt Anlass zur Zufriedenheit – eine Momentaufnahme: kompakt verteidigt, aber ohne entscheidenden Durchbruch. Andreas Polacsek will dennoch nicht aufgeben, sondern anpacken, solange er kann – für Münchendorf, für den Fußball und für das, was den Verein trägt: Leidenschaft, Zusammenhalt und Idealismus.