Ein Abend, der ganz im Zeichen von Disziplin und Geduld stand: Für Günther Kastner war das Duell seines ATSV Fischamend mit dem SC Rohrau/Gerhaus vor allem ein taktischer Härtetest – und einer, den sein Team nach der Pause klar bestimmte. In der 2. Klasse Ost hob er vor allem Einsatz und Organisation hervor: „Spielerisch waren wir diesmal nicht so gut wie erhofft oder erwartet, aber der Kampfgeist hat zu jeder Minute gepasst. Das müssen wir über die Saison beibehalten, wenn wir unser Ziel erreichen wollen.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Das Spiel begann eng und abwartend, mit wenigen offenen Räumen und je zwei klaren Chancen. Früh tauchte Fischamend mit Lukas Kastner gefährlich vor dem Tor auf, wenig später scheiterte Stefan Sandriesser nach einem Standard aus kurzer Distanz knapp am langen Eck. Rohrau meldete sich mit einer geblockten Großchance sowie einer weiteren Möglichkeit um Minute 15, bei der Fischamends Torhüter Philipp Mader stark mitspielte. Kurz vor der Pause machte die Effizienz den Unterschied: In Minute 45 traf Florin Pop zum 1:0 – nach einer wunderschönen Kombination über Buba Conteh, die Pop eiskalt vollendete.
Nach Wiederbeginn kippte die Partie spürbar in Richtung der Hausherren. Kastner ordnete ein: In der ersten Halbzeit sei es ausgeglichen gewesen, „in der zweiten Halbzeit war dann Fischamend spielbestimmend; bei Rohrau ist ein wenig die Luft ausgegangen“. Der ATSV drückte das Geschehen tief in die gegnerische Hälfte, setzte Nadelstiche und blieb nach Standards gefährlich. Defensiv entschärfte der Schlussmann eine große Rohrauer Chance nach einem ruhenden Ball sensationell. In Minute 68 folgte der nächste Wirkungstreffer: Lukas Kastner erhöhte auf 2:0 – genau zum richtigen Zeitpunkt, als Rohrau offener agierte und Räume ließ.
Diskussionen blieben Randnotizen. „Es gab eine gelbe Karte wegen Unsportlichkeit, die resultierte aber eher aus einem Missverständnis“, bilanzierte Kastner. Auffällig: die starke rechte Seite mit Endrit Llugiqi der Fischamender, der nahezu jeden Zweikampf gewann und sich immer wieder druckvoll in die Offensive einschaltete.
Den emotionalen Höhepunkt lieferte die Schlussphase: In Minute 90 stellte der eingewechselte Oliver Gaitzenauer auf 3:0. Kastner freute sich besonders, „dass wir einen Nachwuchsspieler gebracht haben, der nach einer Minute in routinierter Manier das 3:0 erzielt hat. Seine ersten Kampfmannschaftsminuten gleich mit einem Tor zu krönen, hat uns und die Fans sehr gefreut.“
So blieb neben nüchterner Taktik vor allem ein Gefühl haften: gemeinsamer Stolz – und die Gewissheit, dass Einsatz und Organisation die Messlatte für die kommenden Aufgaben sind.