In der Gebietsliga West sah es für den ASK Loosdorf gegen den SV Union Raika Blindenmarkt lange nach einem klaren Heimsieg aus, am Ende stand aber ein wildes 4:4. Nach einem 3:1 zur Pause und dem schnellen 4:1 kurz nach Wiederbeginn gaben die Gastgeber das Spiel aus der Hand. Sportchef Stefan Heher sprach von unnötigen Eigenfehlern und einem späten Zittern: "Beim 4:1 war der Deckel drauf – und trotzdem lassen wir zwei Punkte liegen."

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Loosdorf erwischte einen Traumstart und hatte über weite Strecken mehr vom Spiel. Gerald Bauer stellte nach elf Minuten auf 1:0, nur vier Minuten später legte Marco Moser zum 2:0 nach. Blindenmarkt meldete sich durch Jan Marcina (32.) zurück, doch kurz vor der Pause schnürte Moser seinen Doppelpack – 3:1 (42.) und ein beruhigendes Halbzeitpolster. Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Gerald Bauer auf 4:1 (46.), das Spiel schien entschieden. "Eigentlich haben wir das Spiel gemacht und kontrolliert. Nach der Pause führen wir 4:1, und durch Eigenfehler geben wir das Spiel aus der Hand", ärgerte sich Stefan Heher. Aus seiner Sicht hatten die Hausherren in dieser Phase sogar Möglichkeiten auf das 5:1, ließen den Sack aber offen – ein Versäumnis, das sich rächen sollte.
Blindenmarkt blieb am Drücker und glaubte trotz Rückstand weiter an seine Chance. Sebastian Grissenberger verkürzte in Minute 57 auf 4:2, ehe die Partie zusehends hektischer wurde. In der Schlussphase roch es plötzlich nach einem Comeback der Gäste: Simon Rametsteiner stellte in der 75. Minute auf 4:3, in Minute 88 traf erneut Grissenberger zum 4:4. Heher beschrieb die Kette der Gegentore so: "Nach dem 4:1 hätten wir das 5:1 machen können. Nach einem Standard bekommen wir das 4:2, dann ein abgefälschter Schuss aus rund 25 Metern – 4:3. Es wurde hitziger, und durch einen Eigenfehler kassieren wir auch noch das 4:4. Am Ende müssen wir froh sein, den Punkt mitzunehmen, weil sie noch eine große Chance hatten." Gleichzeitig zollte er Respekt: "Gegen den Tabellenletzten ist es immer schwierig. Sie kämpfen um jeden Punkt und haben nie aufgegeben, das rechne ich Blindenmarkt hoch an."
Im Rückblick sah Heher Licht und Schatten bei seiner Mannschaft. "In der ersten Halbzeit hat die Chancenauswertung gut funktioniert", lobte der Sportchef, verband das aber mit einem klaren Auftrag: "Wir müssen vor dem Tor wieder kaltschnäuziger werden." Auch die Kopfsache sprach er an: "Viele glauben beim 4:1, der Deckel ist schon drauf – so ist Fußball." Für Diskussionen sorgte der Abend nicht: "Der Schiedsrichter hat aus meiner Sicht ganz gut gepfiffen."
In der Tabelle bleibt Loosdorf trotz des Remis im Spitzenfeld (Rang drei, 41 Punkte), während Blindenmarkt als Schlusslicht (13 Punkte) einen wertvollen Zähler mitnimmt. Für Loosdorf fühlt sich das Ergebnis dennoch wie zwei verlorene Punkte an – mit der klaren Erkenntnis, dass man Führungen konsequenter verteidigen und Chancen eiskalt nützen muss, um die gute Ausgangslage im Saisonfinish zu behalten.