Nach dem Duell zwischen SC Margarethen/M. und SC Au/Leithagebirge rückte neben dem Resultat vor allem die Einordnung des Sportlichen Leiters Mustafa Eser in den Mittelpunkt. In der 2. Klasse Ost sprach er über das hohe Tempo der Gäste, bittere Eigenfehler – und eine spürbare Aufbruchsstimmung. Der Tenor: selbstkritisch, aber zuversichtlich. Die starken Phasen nach der Pause sollen zum Maßstab werden; auch die dünne Kulisse und eine solide Standard-Defensive ordnete Eser klar ein.

Foto von Pedram Raz auf Unsplash
Die Partie kippte früh. Bosko Marinkovic erzielte für den SC Au/Leithagebirge binnen elf Minuten einen frühen Hattrick (4., 8., 15.) – aus Sicht von SC Margarethen/M. stand es rasch 0:3. In der 38. Minute meldete sich die Heimelf durch Dario Jevremovic mit dem 1:3 zurück, doch Marinkovic legte kurz vor der Pause noch einmal nach (43.) – Halbzeitstand 1:4. Eser ordnete die ersten 45 Minuten so ein: „Die Gäste haben ihre Treffer durch schnelles Umschalten gemacht. Wir leisteten uns beim Verteidigen zu viele Eigenfehler – so fielen die Gegentore. Unser Anschluss zum 1:3 gab kurz Luft. Hätten wir nicht schon vor der Pause vier Gegentore kassiert, wäre zumindest ein Remis möglich gewesen.“
Nach der Pause brachte Margarethen frische Kräfte und übernahm phasenweise die Kontrolle. „Wir haben zur Halbzeit gewechselt. Danach wirkten wir stabiler, hatten mehr Ballbesitz und erspielten uns Chancen. Von Woche zu Woche werden wir stärker“, sagte Eser. Auch bei ruhenden Bällen blieb es ordentlich: „Bei Standards hatten wir kaum Probleme, das haben wir gut verteidigt. Die Gegner kamen nach der Pause zu wenigen Möglichkeiten.“ In diese bessere Phase fiel der erneute Anschluss: Abdulkerim Sahan verkürzte in der 67. Minute auf 2:4. Trotz engagierter Schlussphase gelang der große Umschwung nicht mehr.
Zur Atmosphäre fand Eser deutliche Worte: „In der zweiten Klasse ist die Zuschauersituation generell schwierig. Beide Vereine leiden unter einer dünnen Kulisse, obwohl wir im Umfeld viel bieten. Ich hoffe, das wird bald besser.“ Sportlich lautet der Auftrag, Konstanz über die volle Distanz zu entwickeln: „Was in der zweiten Halbzeit gut war, müssen wir auf die gesamten 90 Minuten übertragen. Sobald wir ein Gegentor kassieren, haben wir zu oft das Gefühl, die Partie nicht mehr drehen zu können – das müssen wir unbedingt ändern.“
Der Zusammenhalt bleibt für ihn entscheidend: „Ein großes Lob an die Mannschaft, den Vorstand, die Funktionäre und unsere Jugendlichen, die bei der Reserve aushelfen. Die Stimmung passt: Wir sind eine Familie – und die hält zusammen.“