Ein Abend mit vielen Wendungen und klaren Aussagen: Für Klaus-Jürgen Spätauf war der Auftritt seiner SU Grabern gegen den SC Sparkasse Enzersfeld/W. in der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal trotz des 2:3 vor allem ein Beleg für Disziplin, Plan und Mut. „Es war ein durchwegs faires Spiel mit gutem Tempo und einigen sehr interessanten Offensivaktionen. Die Stimmung war insgesamt sehr positiv – trotz des Wetters waren einige Zuschauer da“, betonte der Coach.

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Im Kern stand ein klarer Matchplan: tiefes, kompaktes Verteidigen und Nadelstiche nach Ballgewinnen. Spätauf erklärte: „Enzersfeld hat versucht, das Spiel zu kontrollieren und hatte es zumeist gut im Griff. Wir haben mit einem tief stehenden Abwehrblock dagegengehalten und daraus die eine oder andere Chance kreiert.“ Grabern nutzte diese Disziplin und ging früh in Führung: Manuel Proksch stellte auf 1:0, Dominik Schwabl erhöhte auf 2:0. „In der ersten Halbzeit haben wir vier gute Chancen herausgespielt“, so Spätauf. Für Gesprächsstoff sorgte ein vermeintliches 3:0, das wegen Abseits aberkannt wurde – aus Trainersicht „eine klare Fehlentscheidung“.
Unmittelbar vor der Pause kippte die Statik: Anes Dziric sah Rot, den folgenden Standard verwandelte Tunahan Can per Freistoß zum 2:1. Schon davor und danach blieb Enzersfeld bei ruhenden Bällen gefährlich. Spätauf hielt fest: „Enzersfeld hat bei Eckbällen immer wieder für Gefahr gesorgt. Insgesamt haben wir das aber gut verteidigt.“ Eine kuriose Szene gleich zu Beginn unterstrich die Standardstärke: Ein direkt aufs Tor gezogener Anstoß ging knapp über die Latte – ein früher Weckruf.
Nach der Pause verteidigte Grabern in Unterzahl lange konsequent, musste dann „relativ spät“ den Ausgleich zum 2:2 durch Lukas Pabisch hinnehmen und kassierte kurz darauf das 2:3 durch Fabian Rabo. In der hektischen Schlussphase warfen die Gastgeber alles nach vorne – inklusive langer Bälle des Torhüters ins letzte Drittel. „Wir haben alles nach vorne geworfen – leider ohne Erfolg“, ärgerte sich Spätauf. Zudem sah er „einen vermeintlichen, möglicherweise zu gebenden Elfmeter wegen Handspiels“, der aber ausblieb. Trotz der Niederlage überwiegt der Stolz auf Leistung und Umsetzung – nach dem spielfreien Wochenende richtet sich der Blick auf Stockerau II.