In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal hat sich SU Grabern im Heimspiel gegen FZSV Rußbach nach einem wilden Verlauf noch ein 3:3 gesichert. Sportlicher Leiter Benjamin Pallierer sprach danach aber nicht von einem gewonnenen Punkt, sondern vor allem von vergebenen Möglichkeiten. Aus seiner Sicht hatte Grabern mehr vom Spiel, nutzte seine Chancen aber zu selten und musste deshalb bis in die Nachspielzeit auf den Ausgleich warten.

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Grabern erwischte den Start, den man sich vor eigenem Publikum wünscht. Schon in der 4. Minute brachte Salih Önsoy die Gastgeber mit 1:0 in Führung, nachdem Manuel Proksch eine Flanke in den Strafraum gebracht hatte und der Stürmer per Kopf abschloss. Lange hielt dieser Vorteil aber nicht, denn Rußbach schlug früh zurück. Nico Kratschmayr glich in der 9. Minute zum 1:1 aus, und in der 26. Minute drehte Fadim Bedzeti die Partie mit dem 1:2. Pallierer beschrieb genau diese Phase als unangenehm für seine Mannschaft: „Wir sind früh in Führung gegangen. Danach haben wir einen schnellen Doppelschlag gekriegt.“ Grabern brauchte eine Reaktion, und die kam noch vor der Pause. Jonas Landrichter schickte Önsoy in die Tiefe, der den Ball in die Mitte brachte, wo Dennis Ilagan zum 2:2 verwertete. Damit hatte sich Grabern vor der Halbzeit wieder zurück in die Partie gearbeitet.
Mit dem Ausgleich zur Pause war das Spiel wieder offen, und Pallierer sah seine Mannschaft danach sogar im Vorteil. „Wir haben sicher die besseren Chancen, mehr Chancen auch gehabt, aber Rußbach war einfach eiskalt“, sagte der Sportliche Leiter nach dem Schlusspfiff. Genau so entwickelte sich die Partie aus seiner Sicht auch nach dem Seitenwechsel. Grabern war bemüht, blieb nach vorne aktiv und wollte das dritte Tor erzwingen, belohnte sich aber nicht. Stattdessen traf wieder der Gegner. In der 61. Minute stellte Bedzeti mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 3:2 für die Gäste. Dass dieses Tor gerade in einer Phase fiel, in der Grabern selbst am Drücker war, blieb für Pallierer ein zentraler Punkt der Analyse. „Wir waren eigentlich am Drücker, wir hatten die Chancen, aber wir haben das Tor einfach nicht gemacht. Der Tormann hat auch brav gehalten“, sagte er.
Je länger die zweite Hälfte dauerte, desto mehr lief Grabern diesem Rückstand hinterher. Dass der Ausgleich aus dem Spiel heraus nicht gelingen wollte, war für Pallierer der größte Ärger des Abends, weil seine Mannschaft bis zum Schluss an ihre Chance glaubte. „Die Moral war gut. Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt“, sagte er. Diese Haltung wurde zumindest noch mit dem späten 3:3 belohnt. In der dritten Minute der Nachspielzeit gab es nach einem Foul an Sasa Sormaz Elfmeter für die Gastgeber, und Oliver Schinagl verwandelte sicher zum Ausgleich. Für Grabern war das am Ende der verdiente Lohn für das Anrennen in der Schlussphase. Gleichzeitig blieb aber das Gefühl, dass diese Rettung viel früher hätte kommen können. „Wahnsinn eigentlich, dass man aus dem Spiel heraus nicht den Ausgleich schafft und dann erst durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit zum verdienten Ausgleich kommen muss“, brachte es Pallierer auf den Punkt.
Unterm Strich war Grabern zwar froh, den Rückstand noch aufgeholt zu haben, wirklich zufrieden war Pallierer mit dem 3:3 aber nicht. „Am Schluss muss man sich damit abfinden, dass es nur ein Punkt geworden ist, weil man das Tor 90 Minuten lang nicht getroffen hat“, sagte er. Den Gegner erlebte er als „vor dem Tor eiskalt“ und kämpferisch, also als Mannschaft, die aus ihren Möglichkeiten sehr viel machte. Auch die vielen kleinen Fouls der Gäste sprach er an und meinte, dass der Schiedsrichter hier vielleicht früher Gelbe Karten hätte zeigen können. Der eigentliche Grund für das Remis lag für ihn aber klar woanders. „Woran es gelegen ist? An den Torchancen, weil wir sie nicht gemacht haben.“ Genau deshalb fühlte sich dieser Abend für Grabern trotz des späten Ausgleichs nicht wie ein Befreiungsschlag an, sondern eher wie ein Spiel, in dem deutlich mehr drinnen gewesen wäre.