In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal hat UFC Hanfthal ein torreiches Heimspiel gegen FZSV Rußbach mit 5:4 gewonnen. Nach frühem Rückstand, mehreren Führungswechseln und einer 4:3-Pausenführung legten die Gastgeber noch das 5:3 nach, mussten am Ende aber noch einmal zittern. Trainer Rainer Kampner hob vor allem die Ruhe seiner jungen Mannschaft und den Mut am Ball hervor.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Nachmittag begann für Hanfthal denkbar schlecht. Schon in der 4. Minute brachte Marcel Micanovic die Gäste mit 1:0 in Führung. Kampner sprach danach offen von einem „komplett schlechten Start“, gerade weil seine Mannschaft zuletzt zwei Niederlagen einstecken musste. Umso wichtiger war die Reaktion. Haris Voloder stellte in der 10. Minute auf 1:1 und traf in der 18. Minute auch zum 2:1. Ruhe kam trotzdem nicht hinein, denn Fadim Bedzeti glich zum 2:2 aus, nachdem Hanfthal laut Kampner einen „vermeidbaren“ Elfmeter verursacht hatte. Als Valtrim Veseli in der 28. Minute das 2:3 nachlegte, war die Partie wieder gekippt. Hanfthal blieb aber dran: Matthias Leisser machte in der 35. Minute das 3:3, ehe Voloder kurz vor der Pause mit dem 4:3 seinen Dreierpack schnürte. „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Kampner. „Die Burschen haben extreme Moral bewiesen, und man hat gemerkt, dass sie das Match unbedingt gewinnen wollten.“
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen, obwohl Hanfthal lange den Eindruck machte, es diesmal sauber zu Ende zu bringen. In der 73. Minute erhöhte Matthias Leisser auf 5:3, und gerade dieses Tor hob Kampner besonders hervor. „Das 5:3 war super herausgespielt“, sagte der Trainer, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft am Ball phasenweise sehr zufrieden war. „Sie haben sich Fußball spielen getraut. Das haben wir gefordert, dass sie wieder mutig auftreten und Fußball spielen“, erklärte er. Vor allem im Spielaufbau sah er viele gute Ansätze. Hanfthal spielte von hinten heraus, kombinierte sich immer wieder durch und fand immer wieder zu schönen Aktionen. Gleichzeitig verschwieg Kampner aber auch nicht, dass seine Mannschaft noch zu oft in alte Muster zurückfällt. „Dann sind wir wieder ins alte Muster verfallen, wo wir uns nicht so getraut haben“, sagte er. Dass es nach dem 5:3 noch einmal eng wurde, passte ins Bild: Nur drei Minuten später verkürzte Veseli auf 5:4. „Defensiv sind wir leider nach wie vor viel zu fehleranfällig. Sonst hätte man das Spiel viel früher entscheiden müssen“, meinte Kampner.
Gerade deshalb ordnete Kampner den Heimsieg nicht nur über das Ergebnis, sondern auch über den Weg dorthin ein. Für ihn ging es an diesem Nachmittag sichtbar auch um die Entwicklung seiner jungen Mannschaft. „Es geht um die Entwicklung von jedem Einzelnen“, sagte er und verwies darauf, dass sich einige jüngere Spieler mit Ehrgeiz und Einsatz für weitere Minuten in der Kampfmannschaft empfohlen hätten. „Nur so treibt man die Entwicklung von jedem Einzelnen voran, indem man sie spielen lässt.“ Gleichzeitig machte er klar, dass Rußbach ein Gegner war, der bis zum Schluss unangenehm blieb. „Der Gegner hat in keiner Phase aufgegeben“, sagte Kampner. „Schwer zu bespielen“ sei Rußbach gewesen, auch weil die Gäste immer wieder zu Toren kamen und die Partie offen hielten. Diskussionen abseits des Sportlichen gab es laut dem Hanfthal-Coach keine: „Der Schiedsrichter hat sich komplett im Hintergrund gehalten.“ So blieb am Ende ein torreicher Fußball-Nachmittag, über den in Hanfthal gerne gesprochen werden durfte. Kampner sprach von „super Stimmung“ und einem „schönen Fußball-Nachmittag“, nachdem auch die U23 gewann. In der Tabelle hält Hanfthal nach sieben Runden nun bei elf Punkten und Rang sechs.