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„Wir müssen fitter werden und unsere Chancen nutzen“ – Pottendorf nimmt den Meistertitel neu ins Visier

SVg. Pottendorf

Als Vizemeister der 2. Klasse Steinfeld hat SVg. Pottendorf eine Saison mit starken Ausschlägen hinter Meister Wampersdorf beendet. Lange ganz oben dabei, dann ein Tief, am Ende aber sechs Siege in Serie und Rang zwei: Trainer Ivan Brandic sieht darin eine gute Basis. Gleichzeitig sagt er klar, wo vor dem nächsten Anlauf angesetzt werden muss: bei Fitness, Konsequenz im Abschluss und der Integration zweier Neuzugänge.

Ball liegt bei der Eckfahne - leeres Spielfeld

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Vom Tabellenführer zum starken Finish

Der Saisonverlauf der Pottendorfer war alles andere als gerade. In den ersten Wochen ging es rasch nach vorne, über viele Runden stand die Mannschaft ganz oben und war mitten im Titelrennen. Dann kam jene Phase, die Brandic offen anspricht: „Wir hatten ein kleines Tief am Anfang der Rückrunde.“ Die Tabelle zeigt, wie deutlich dieser Knick war, denn aus Platz eins wurde zwischenzeitlich sogar Rang acht. Umso höher bewertet der Trainer die Reaktion seiner Mannschaft. Pottendorf fing sich wieder, arbeitete sich Woche für Woche zurück und holte zum Abschluss sechs Siege aus sechs Spielen. Brandic sagt dazu: „Das ist auch nicht so einfach, wenn man weiß, dass der Meisterzug schon abgefahren ist, die Mannschaft noch so zu motivieren, dass sie wirklich noch alles raushaut im Saisonendspurt.“ Gerade dieser Schlussspurt, der mit dem 5:2-Auswärtssieg in Lanzenkirchen endete, brachte den Vizemeistertitel doch noch zurück nach Pottendorf.

Klare Ansage bei Fitness und Chancenverwertung

Dass Brandic trotz Rang zwei nicht in Zufriedenheit verfällt, wurde im Gespräch schnell deutlich. Für ihn ist klar, wo die wichtigsten Baustellen liegen. „Verbesserungspotenzial sehe ich auf jeden Fall darin, dass wir an unserer Fitness arbeiten, dass wir noch fitter werden und dann Vollgas angreifen können“, sagt der Trainer. Ebenso klar spricht er das Thema Abschluss an, das ihn gerade in der Rückrunde beschäftigt hat. „Wir müssen noch konsequenter in den Torabschlüssen werden, dass wir unsere Torchancen nutzen. Das war in ein paar Spielen das große Problem.“ Viel verändern will er am Grundgerüst der Mannschaft aber nicht. „Die Mannschaft bleibt im Großen und Ganzen so, wie sie war“, betont Brandic. Der Kern bleibe zusammen, und genau deshalb gehe es nun darum, die guten Dinge weiter zu stärken und die Schwächen gezielt zu verbessern.

Zwei Neue, ein erweitertes Trainerteam und die Hoffnung auf Rosenfeld

Auch personell geht Pottendorf mit klarer Linie in die neue Saison. Abgänge gibt es laut Brandic keine, dafür kommen zwei Spieler dazu, von denen man sich intern viel verspricht. David Komarac kommt von Wiener Neudorf und soll das zentrale offensive Mittelfeld beleben. Brandic beschreibt ihn als „spielintelligent“ und hebt besonders sein Passspiel sowie „sein gutes Auge für den Mitspieler“ hervor. Dazu kommt mit Matej Brocic aus Himberg ein Stürmer, den der Trainer sehr deutlich einordnet: „Ein echter Neuner, ein Strafraumstürmer. Das ist das, was uns bis jetzt gefehlt hat.“ Auch im Betreuerstab gibt es eine Ergänzung, denn Alexander Rössner verstärkt das Trainerteam um Spielertrainer Ivan Brandic und Co-Trainer Markus Lechner. Dazu hofft der Verein auf die Rückkehr von Nico Rosenfeld, der nach einer Meniskus-Operation und Knorpelschaden vor dem Comeback steht. „Wir hoffen, dass wir ihn so bald wie möglich zurückkriegen“, sagt Brandic und ergänzt, dass er „sehr positiv und optimistisch“ sei, dass Rosenfeld spätestens zum Meisterschaftsbeginn wieder so weit sein wird.

Respekt vor Wampersdorf und ein klares Ziel für das nächste Jahr

Brandic schaut nicht nur auf die eigene Mannschaft, sondern ordnet auch das Titelrennen sauber ein. Meister Wampersdorf sei „über die gesamte Saison gesehen die konstanteste Mannschaft“ gewesen, sagt er und verbindet das mit einer ausdrücklichen Gratulation. Dass Pottendorf dem Meister in den direkten Duellen vier Punkte abnahm, wertet er als Beleg dafür, dass die eigene Mannschaft mit den Besten mithalten konnte. Gleichzeitig sitzt der verschenkte Vorteil im Rückspiel noch ein wenig nach. „Es war bitter, dass wir das Rückspiel bei ihnen nach 2:0-Führung noch hergegeben haben. Dann wäre die Meisterschaft vielleicht noch ein bisschen spannender gewesen“, so Brandic. Zum Schluss richtete er den Blick noch auf das Innenleben des Vereins und wurde dabei deutlich emotionaler in der Aussage. Im Namen der Mannschaft und des Trainerstabs bedankte er sich bei den Verantwortlichen im Verein für die Arbeit im Hintergrund. „Ihnen widmen wir auch diese Vizemeisterschaft“, sagte Brandic. Der letzte Satz war dann zugleich der klare Ausblick auf die kommende Saison: Pottendorf will den zweiten Platz nicht nur verwalten, sondern im nächsten Anlauf ganz vorne landen.