Zum Auftakt in der 2. Klasse Steinfeld musste sich SC Piesting im Derby gegen SG Ortmann/Oed-Waldegg II mit einem 0:0 begnügen. Für Co-Trainer Caner Degirmenci fühlte sich das Remis aber nicht wirklich passend an. Aus seiner Sicht hatte Piesting über weite Strecken mehr vom Spiel, ließ viele Möglichkeiten liegen und war selbst nach dem Ausschluss gegen Sedat Kurt in Minute 56 noch näher am Sieg.
Degirmenci sah einen Heimauftritt, der aus seiner Sicht lange in die richtige Richtung lief. „In den ersten 25 Minuten sind wir gut gestartet und hatten das Spiel eigentlich unter Kontrolle“, sagte der Co-Trainer nach dem ersten Heimspiel der neuen Saison. Piesting war auf den Gegner vorbereitet, vor allem auf die hohen Bälle über die Seite, die erwartet worden waren. Genau das sprach Degirmenci auch an: „Wir wussten genau, dass SG Ortmann/Oed-Waldegg II hauptsächlich mit hohen Bällen über die Seite kommt. Darauf waren wir eigentlich eingestellt.“ Erst nach dieser starken Anfangsphase wurde seine Mannschaft etwas unsicherer und spielte laut eigener Einschätzung nicht mehr ganz so sauber. Trotzdem blieb für ihn hängen, dass schon vor der Pause deutlich mehr drinnen gewesen wäre. „Wir müssen in der Halbzeit schon 3:0 führen“, stellte er klar und machte damit deutlich, woran es aus seiner Sicht schon früh hakte.
Dass es trotz dieser Überlegenheit mit einem 0:0 in die Kabinen ging, hatte für Degirmenci zwei Gründe. Einerseits fehlte vorne die Konsequenz, andererseits brauchte es kurz vor der Pause noch einen starken Moment des eigenen Tormanns. „Da muss ich ein Lob an unseren Torwart aussprechen“, sagte er und verwies auf eine starke Parade vor der Halbzeit, mit der die Null gehalten wurde. Auch nach dem Seitenwechsel gefiel ihm der Beginn seiner Mannschaft zunächst. Dann kam in der 56. Minute der Ausschluss nach einer zweiten Gelben Karte, die der SC Piesting naturgemäß ganz anders sah. Degirmenci formulierte es deutlich, aber ohne nachzutreten: „Die zweite Gelbe Karte war aus unserer Sicht eine komplett falsche Entscheidung.“ Viel mehr wollte er dazu nicht sagen, nur so viel: Man müsse die Entscheidung annehmen, zurücknehmen lasse sie sich ohnehin nicht. Bemerkenswert aus seiner Sicht war aber, dass seine Mannschaft auch in Unterzahl nicht einbrach, sondern weiter Druck machte und sich weiter Chancen erspielte.
Gerade dieser Auftritt mit einem Mann weniger war für Degirmenci ein Punkt, den er nach dem Derby betonen wollte. „Teamgeist. Jeder hat für jeden gekämpft. Jeder wollte unbedingt den Sieg haben“, sagte er und sah darin einen klaren Pluspunkt seiner Mannschaft. Dass am Ende dennoch nur ein Zähler stand, führte er im Grunde auf einen einzigen Punkt zurück. „Unsere Chancenverwertung. Sonst gar nichts eigentlich“, meinte er. Noch einmal legte er nach: „Wir waren die bessere Mannschaft, waren näher am Sieg und hatten viele Chancen, die wir konsequent ausnutzen müssen.“ Genau dort will man nun ansetzen. Der Punkt wird zwar mitgenommen, ein wirklich zufriedenes Gefühl blieb nach diesem 0:0 aber nicht zurück. Dafür war der Eindruck bei den Gastgebern zu deutlich, dass in diesem Derby mehr möglich gewesen wäre als nur ein Remis zum Start.
So bleibt nach Runde eins ein Spiel, das aus Sicht des SC Piesting zwei Seiten hatte. Auf der einen Seite stand ein Derby ohne Treffer und damit ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet beiden Mannschaften einen Punkt brachte. Auf der anderen Seite stand bei den Gastgebern das Gefühl, dass sie sich für einen ordentlichen Auftritt nicht belohnt haben. Degirmenci brachte diese Mischung gut auf den Punkt: „Ein Punkt ist ein Punkt und den nehmen wir mit.“ Gleichzeitig machte er keinen Hehl daraus, dass der Blick nun vor allem auf die Arbeit vor dem Tor geht. Die Leistung, der Einsatz und der Wille stimmen aus seiner Sicht, bei der Verwertung der Chancen müsse der nächste Schritt folgen. Mit genau dieser Erkenntnis geht der SC Piesting nun in die kommenden Partien.