Spielberichte

"Wir haben nie aufgegeben": St. Egyden dreht das Derby in der 90.+7. Minute

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FC St. Egyden/Stfd.
SV Winzendorf

In der 2. Klasse Steinfeld hat der FC St. Egyden/Steinfeld das erste Derby seit 2009 gegen den SV Winzendorf mit 2:1 für sich entschieden. Nach einem 0:1-Rückstand drehte St. Egyden die Partie noch in der Schlussphase. Trainer Erich Röcher sprach von einer "traumhaften Kulisse", viel Derby-Charakter und einem Sieg, der für ihn "nicht unverdient", wegen des späten Treffers aber auch ein wenig glücklich war.

Fußball beim Schuss

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

Mehr Spielanteile, aber vorerst kein Treffer

Röcher nahm nach dem Schlusspfiff zuerst die Atmosphäre in den Blick. "Vorweg war es einmal eine traumhafte Kulisse", sagte der Trainer und erinnerte daran, dass es das erste Derby seit 2009 war. Dazu passte auch die Art, wie die Partie über weite Strecken geführt wurde. Röcher sprach von einem "sehr intensiven Spiel" mit "sehr vielen Zweikämpfen" und echtem Derby-Charakter. Sportlich sah er seine Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte im Vorteil. "Ich denke, dass wir besser in die Partie gestartet sind", sagte er. Aus seiner Sicht hatte St. Egyden vor der Pause mehr vom Spiel, dazu auch richtig gute Möglichkeiten. Nur das 1:0 wollte nicht fallen. Genau das ärgerte ihn im Rückblick, weil die Gastgeber nach seiner Einschätzung schon in dieser Phase die Partie stärker in ihre Richtung hätten lenken können. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl St. Egyden laut seinem Trainer in dieser Phase die aktivere Mannschaft war.

Die Wende kam ganz spät

Nach dem Seitenwechsel bekam das Derby dann den Spielstand, der St. Egyden noch einmal richtig forderte. In der 55. Minute brachte Lukas Jansa die Gäste mit 1:0 in Führung. Röcher sprach in diesem Zusammenhang von einer "schönen Aktion von Winzendorf", aus der der Rückstand entstand. Damit war sein Team plötzlich in der Rolle des Nachläufers, obwohl es davor lange ordentlich im Spiel gewesen war. Der Trainer betonte aber, dass seine Mannschaft auch danach nicht aufsteckte. "Wir haben dann die letzte Viertelstunde alles probiert", sagte er. Belohnt wurde das in der 80. Minute, als Martin Biegler zum 1:1 traf. Und weil St. Egyden weiter dranblieb, fiel in der 90.+7. Minute durch Andrii Nesterov tatsächlich noch das 2:1. Dass sich die Partie erst ganz zum Schluss drehte, fasste Röcher mit einem Satz zusammen, der viel über den Nachmittag sagte: "Erst in der 97. Minute." Dazu meinte er auch: "Es war ein hartes Stück Arbeit." Der Sieg sei "nicht unverdient", sagte der Trainer, im Verlauf dieses Derbys mit dem späten Treffer aber natürlich auch "ein bisschen glücklich".

Viel Lob für die Moral, klare Worte zur Chancenverwertung

Am meisten gefiel Röcher, dass seine Mannschaft in einem körperlich intensiven Spiel standhielt. "Ich denke, dass wir gut dagegengehalten haben", sagte er. Gerade gegen einen Gegner, den er als "sehr, sehr aggressiv" und insgesamt stark beschrieb, war das für ihn ein wichtiger Punkt. Noch wichtiger war aus seiner Sicht aber die Haltung seiner Elf nach dem 0:1. "Wir haben nie aufgegeben, auch wenn wir im Rückstand waren. Wir haben immer daran geglaubt", sagte Röcher. Trotz der drei Punkte wollte er den Auftritt aber nicht schönreden. Verbesserungspotenzial gebe es "eigentlich nach jedem Spiel", meinte er, und wurde auch konkret. Das Gegentor könne man "besser verteidigen", außerdem sei seine Mannschaft "im letzten Drittel nicht zwingend genug" gewesen. Gerade die gute erste Hälfte sei dafür ein Beispiel gewesen, weil dort schon Chancen auf eine frühere Führung da waren. Auch für Winzendorf fand Röcher anerkennende Worte. Der Gegner habe "extreme Gegenwehr" geliefert und eine schwierige Woche hinter sich, sagte er. Wenn die Gäste so weiterarbeiten, sei es "nur eine Frage der Zeit", bis sie wieder auf die Siegesstraße zurückkehren. Für St. Egyden bedeutet der späte Derby-Erfolg jedenfalls drei Punkte mehr und nach zehn Runden weiterhin 21 Zähler auf dem Konto.

2. Klasse Steinfeld: St. Egyden/Stfd. : Winzendorf - 2:1 (0:0)

  • 97
    Andrii Nesterov 2:1
  • 80
    Martin Biegler 1:1
  • 55
    Lukas Jansa 0:1