In der 2. Klasse Thayatal hat der UFC Drosendorf bei USV Pleißing/Waschbach eine bittere 0:1-Niederlage hinnehmen müssen. Bis in die Nachspielzeit hinein stand es 0:0, dann traf Raimund Chmela doch noch für die Gastgeber. Drosendorf-Trainer Thomas Kauer machte nach dem Spiel weniger das späte Gegentor allein zum Thema als die fehlende Ruhe im eigenen Spiel und die ungenutzten Möglichkeiten seiner Mannschaft.

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Wer nur auf das Endergebnis schaut, könnte ein zähes Nullnummer-Spiel vermuten. Genau das war es nach Einschätzung von Thomas Kauer aber nicht. „Es war ein sehr abwechslungsreiches Spiel. Obwohl es 90 Minuten 0:0 gestanden ist, hat es auf beiden Seiten einige Torszenen gegeben. Es war also kein typisches 0:0-Spiel“, sagte der Trainer der Gäste. Zur Pause stand es zwar wie erwartet torlos, doch die Partie blieb auch danach offen. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen, ehe in der zweiten Minute der Nachspielzeit doch noch die Entscheidung fiel. Raimund Chmela erzielte das 1:0 für die Gastgeber und sorgte damit ganz spät dafür, dass Drosendorf ohne Zählbares die Heimreise antreten musste.
Besonders ärgerlich war aus Sicht der Gäste, wie diese Niederlage zustande kam. Kauer sah den Knackpunkt nicht erst in der 92. Minute, sondern schon davor. „Wir haben unsere Chancen nicht vorzeitig genutzt“, hielt er fest und erklärte damit auch, warum das Spiel bis zum Schluss auf Messers Schneide blieb. Drosendorf habe sich in der Schlussphase immer stärker nach vorne orientiert, um doch noch den Treffer zu erzwingen, und sei dabei ins Risiko gegangen. Genau in einem der letzten Angriffe fehlte dann die nötige Absicherung. „Es war ein hoher Ball, den wir in der Verteidigung unglücklich Richtung Stürmer verlängert haben. So ist er vor dem Tor aufgetaucht und hat verwerten können“, schilderte Kauer die entscheidende Szene. Für ihn war das vor allem deshalb bitter, weil seine Mannschaft die Situation davor nicht gut verteidigte und sich damit um den möglichen Punkt brachte.
Der Drosendorf-Coach beließ es nach dem Schlusspfiff aber nicht bei der Analyse des Gegentores. Vielmehr störte ihn über die gesamten 90 Minuten ein Punkt, der sich nach seiner Ansicht immer wieder durchzog. „Wir sind zu wenig ruhig im Ballbesitz. Wir wollen in fast jeder Szene sofort zum Tor kommen. Wir sind zu hektisch“, brachte es Kauer klar auf den Punkt. Gerade darin sah er den Grund, warum seine Mannschaft zwar immer wieder in gute Situationen kam, das Spiel aber nicht konsequent kontrollieren konnte. Weil Drosendorf den Ball aus seiner Sicht zu schnell wieder hergab, fehlte danach oft die Ordnung, und genau dadurch entstanden Räume für den Gegner. „Wir müssen viel ruhiger und konzentrierter ans Werk gehen, damit wir unsere Bälle nicht einfach verschenken“, sagte Kauer. Das war seine zentrale Erklärung dafür, warum ein eigentlich offenes Spiel am Ende doch mit leeren Händen endete.
Trotz der Niederlage nahm der Trainer auch Positives mit. „Wir haben einige Torchancen ganz gut herausgespielt“, sagte er und verwies darauf, dass Drosendorf zwei Mal am Aluminium scheiterte, einmal nach einem Freistoß und einmal aus dem Spiel heraus. Dazu kamen laut Kauer noch zwei bis drei Angriffe, die seine Mannschaft nicht sauber zu Ende spielte. Möglichkeiten waren also da, nur der entscheidende Treffer fehlte. Den Gegner beschrieb er als „relativ kompakt“ und hob hervor, dass zu viel Risiko gegen diese Mannschaft gefährlich werden konnte. Diskussionen über andere Themen wollte er gar nicht erst aufmachen. „Wir sollten unsere eigenen Sachen gut machen. Das ist für mich viel wichtiger“, sagte Kauer. Nach der dritten Runde bleibt Drosendorf damit bei drei Punkten und weiß nach dieser späten Niederlage ziemlich genau, wo vor den nächsten Aufgaben angesetzt werden muss.