In der 2. Klasse Thayatal hat sich USV Kühnring gegen SG Sigmundsherberg/Klein-Meiseldorf mit 4:2 durchgesetzt, obwohl die Gastgeber eine 2:0-Führung noch vor der Pause aus der Hand gaben. Trainer Robert Wenninger sprach danach von einem schwierigen Spiel, in dem seine Mannschaft den Gegner nach starkem Beginn "wahrscheinlich vom Kopf her zu leicht genommen" habe, nach der Pause aber wieder die Kontrolle fand.

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Die Kühnringer legten genau so los, wie man sich das gegen einen tief stehenden Gegner wünscht. Schon in der 6. Minute brachte Istvan Varga die Heimelf mit 1:0 in Front, in der 24. Minute erhöhte Vojtech Suchomel auf 2:0. Für Wenninger war das zunächst eine Phase, in der seine Mannschaft "das Spiel eigentlich vollkommen im Griff" hatte. Gerade deshalb ärgerte ihn, was danach passierte. "Mit der schnellen 2:0-Führung hat sich das Ganze in eine Richtung entwickelt, wo wir das wahrscheinlich vom Kopf her zu leicht genommen haben", sagte der Trainer. Die Gäste blieben aber drin und kamen noch vor der Pause durch zwei Treffer von Tomas Srba in der 33. und 39. Minute zum 2:2 zurück.
Entscheidend war dann, dass Kühnring nach dem Seitenwechsel sofort wieder die richtige Antwort fand. Wenninger nannte das 3:2 "das richtige Zeichen", weil seine Mannschaft damit die unsichere Phase aus der ersten Hälfte rasch hinter sich ließ. Der Treffer von David Gödt fiel nach einem Angriff über die rechte Seite, im Zentrum wurde der Stürmer freigespielt und kam nach einem kurzen Haken zum Abschluss, wobei der Ball noch abgefälscht wurde. Spätestens mit dem 4:2 durch Varga in der 78. Minute war die Partie wieder klar auf Kühnringer Seite. "Wir sind in der zweiten Halbzeit wieder stark zurückgekommen", sagte Wenninger, der vor allem hervorhob, dass seine Mannschaft nach der Umstellung "nichts mehr zugelassen" habe.
Dass der Sieg am Ende trotzdem nicht noch deutlicher ausfiel, führte der Trainer vor allem auf die Chancenverwertung und mehrere nicht anerkannte Treffer zurück. "Wir haben sehr viele Chancen vorgefunden", sagte Wenninger, der davon sprach, dass fünf oder sechs Tore wegen Abseits aberkannt worden seien. Ob jede dieser Entscheidungen tatsächlich richtig war, wollte er gar nicht endgültig beurteilen, zumal die Situationen "schwer zu beurteilen" gewesen seien. Der Schiedsrichter sei später etwas kleinlich geworden, "ansonsten war es okay", meinte der Kühnringer Coach. Viel wichtiger war ihm ein anderer Punkt: Gegen einen Gegner, der "mit acht Mann hinten drin gestanden" sei, brauche seine Mannschaft in manchen Phasen noch mehr Lösungen, um sich das Spiel früher leichter zu machen.
Gleichzeitig stellte Wenninger klar, dass man die Leistung der Gäste nicht unterschätzen dürfe. Sigmundsherberg/Klein-Meiseldorf habe sehr tief verteidigt und sei "schwer zum Bespielen" gewesen. Vor allem eines imponierte ihm: "Solange sie am Leben sind, arbeiten sie 90 Minuten." Genau das bekamen die Kühnringer nach ihrer 2:0-Führung zu spüren. Dass die drei Punkte trotzdem in Kühnring blieben, erklärte der Trainer am Ende schlicht mit "der Qualität der Einzelspieler". Mit nun acht Punkten aus fünf Spielen bleibt Kühnring in Schlagdistanz zur Spitzengruppe, nimmt aus diesem 4:2 aber nicht nur das Ergebnis mit. Die Partie zeigte auch, dass in dieser Liga selbst ein kontrollierter Beginn nicht reicht, wenn man in der Konzentration nachlässt.