Spielberichte

„Wenn wir ein Tor schießen, läuft es anders“ – Drosendorf lässt in Geras zu viel liegen

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USV Geras
UFC Drosendorf

In der 2. Klasse Thayatal setzte sich der USV Geras am Freitagabend gegen den UFC Drosendorf mit 2:0 durch. Aus Sicht von Drosendorf-Trainer Thomas Kauer fiel das Ergebnis allerdings deutlicher aus, als es der Spielverlauf vermuten ließ. Sein Team hatte laut Kauer mehr vom Spiel und genug Möglichkeiten, belohnte sich aber nicht, ehe Edvard Vasiljev nach der Pause zweimal zuschlug.

Torwart in Neongrün spielt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange offen, dann schlägt Vasiljev zu

Für die Gäste war es einer dieser Abende, an denen das Gefühl über weite Strecken nicht zum Ergebnis passte. Kauer schilderte die Partie so, dass Drosendorf über längere Phasen die spielbestimmende Mannschaft war und auch zu hochkarätigen Chancen kam. Auf der Anzeigetafel stand zur Pause trotzdem ein 0:0, obwohl die Gäste nach ihrer eigenen Wahrnehmung längst hätten vorlegen können. Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst offen, ehe Geras in der 67. Minute zuschlug. Edvard Vasiljev brachte die Gastgeber 1:0 in Führung und legte in der 89. Minute mit seinem zweiten Treffer zum 2:0 nach. Kauer brachte das Gesamtbild aus seiner Sicht knapp auf den Punkt: "Wir waren schon die eher spielbestimmendere Mannschaft und hatten eine Vielzahl an hochkarätigen Chancen. Geras hat uns durch unser Verschulden gefühlt aus drei Torschüssen zwei Tore geschossen."

Der Knackpunkt lag für Kauer vor der Pause

Entscheidend war für den Drosendorf-Trainer vor allem, dass seine Mannschaft ihre starke Phase in der ersten Hälfte nicht nützen konnte. Genau dort verortete er den Wendepunkt des Abends. "Der Knackpunkt war, dass wir uns nicht schon in der ersten Hälfte aus ein, zwei, drei guten Chancen zumindest eine 1:0-Führung herausspielen konnten", sagte Kauer. Für ihn hätte ein eigener Treffer nicht nur den Spielstand verändert, sondern auch die Köpfe frei gemacht. "Wenn wir ein Tor schießen, hätten wir uns vom Kopf her leichter getan, hätten unsere komplizierte, nervöse und hektische Spielweise abgelegt und wären mit Sicherheit wieder besser ins Spiel gekommen", erklärte er. So aber blieb Drosendorf ohne Ertrag, Geras hielt das Spiel offen und nutzte seine Gelegenheit später konsequent aus. Dass am Ende ein 0:2 stand, empfand Kauer auch deshalb als besonders bitter, weil er in der Partie genug Ansätze für ein anderes Resultat gesehen hatte.

Zu viele Ballverluste, zu wenig Klarheit vor dem Tor

Kauer sprach nach dem Spiel nicht davon, dass es seiner Mannschaft grundsätzlich an Einsatz gefehlt hätte. Sein Kritikpunkt lag vielmehr im Detail. "Vom Spielaufbau weg bis zu den Aktionen vorne" habe einiges nicht so funktioniert, wie er sich das vorgestellt hatte. Drosendorf kam zwar zu Abschlüssen und Chancen, schaffte es aus seiner Sicht aber zu selten, diese Angriffe noch klarer auszuspielen. "Wir haben oft den Ball unnötig verloren, gingen ins Dribbling, wenn wir eine gute Anspielstation gehabt hätten", sagte der Trainer. Dazu kam, dass Abschlüsse aus der zweiten Reihe nach seiner Einschätzung "total nicht stattgefunden" haben. Kauer sprach deshalb von einem behäbigen Auftritt in manchen Offensivmomenten, obwohl die Möglichkeiten grundsätzlich da waren. Auf der anderen Seite erkannte er die Leistung des Gegners klar an. Geras habe "taktisch diszipliniert gespielt und auf seine Chance gewartet" und diese dann "eiskalt genutzt". Besonders das 1:0 blieb ihm dabei in Erinnerung. Über Vasiljev sagte Kauer: "Der Torschütze von Geras ist ein hervorragender Einzelspieler. Er hat das technisch sehr gut gemacht, mit kurzem Haken hatten wir keinen Zugriff und dann hat er trocken ins kurze Eck vollendet."

Viel Selbstanspruch, aber keine Belohnung

Bemerkenswert war dabei, dass Kauer seiner Mannschaft trotz der Niederlage nicht grundsätzlich hart anging. Im Gegenteil: Er stellte sich nach dem Spiel vor seine Spieler und betonte, dass er ihnen vom Bemühen her wenig vorwerfen könne. "Sie haben sich bemüht, sie haben alles versucht", sagte der Drosendorf-Coach. Gleichzeitig sah er aber auch, dass sich sein Team an diesem Abend selbst viel Druck gemacht hatte. Der unbedingte Wille, dieses Spiel gewinnen zu müssen, habe die Sache nicht leichter gemacht. "Sie hatten sich so viel Selbstdruck erzeugt, dass sie dem nicht standhalten konnten", meinte Kauer. Gerade deshalb tat ihm das 0:2 besonders leid, weil er überzeugt war, dass an diesem Tag mehr möglich gewesen wäre. Für Drosendorf bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass Aufwand alleine in dieser Liga nicht reicht, wenn die letzten Meter und die Abschlüsse nicht sauber genug werden. Geras nahm genau das mit, was im Fußball oft den Unterschied macht: Geduld, Disziplin und Effizienz.

2. Klasse Thayatal: Geras : Drosendorf - 2:0 (0:0)

  • 89
    Edvard Vasiljev 2:0
  • 67
    Edvard Vasiljev 1:0