In der 2. Klasse Thayatal lieferten sich SV Raiffeisen Union Japons und SV Pulkau am Freitagabend ein völlig offenes 13-Tore-Spiel, das die Gäste mit 7:6 für sich entschieden. Nach dem 4:4 zur Pause ging es auch im zweiten Durchgang Schlag auf Schlag weiter. Für Pulkaus Obmann Robert Hahn war vor allem die starke Chancenverwertung der Schlüssel, auch wenn ihn die sechs Gegentreffer deutlich störten.

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Was Hahn nach dem Schlusspfiff als „ständiges Auf und Ab“ beschrieb, war schon in der ersten Hälfte klar zu sehen. Pulkau ging in der 18. Minute durch Matej Soska mit 0:1 in Führung, und aus Sicht des Obmanns war das auch verdient. Japons kam aber rasch zurück. Jakub Göth glich in der 24. Minute zum 1:1 aus, Roman Divis drehte die Partie vier Minuten später auf 2:1. Doch damit war das wilde Hin und Her erst richtig eröffnet. Soska stellte in Minute 30 wieder auf 2:2, ehe Japons noch einmal zulegte und durch den zweiten Treffer von Jakub Göth in Minute 33 sowie das zweite Tor von Divis bis zur 38. Minute auf 4:2 davonzog. Pulkau blieb in dieser Phase aber dran, verkürzte durch Johannes Mayer eine Minute darauf auf 4:3 und kam in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch zum 4:4, wieder durch Soska. Hahn sagte dazu: „Beide Mannschaften haben viele Tore erzielt. Es war ein ständiges Auf und Ab. Für die Zuschauer war es ein interessantes, nervenaufreibendes Spiel.“
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen, aber Pulkau schaffte es immer wieder, in den entscheidenden Momenten vorzulegen. Zunächst traf acht Minuten nach der Pause erneut Matej Soska zum 4:5 für die Gäste. Japons ließ sich davon nicht abschütteln und kam durch Jan Kolarik in der 61. Minute noch einmal zum 5:5 zurück. Hahn hatte trotzdem nie den Eindruck, dass seine Mannschaft das Spiel aus der Hand geben würde. „Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass wir das Match noch gewinnen können“, sagte er. „Wir waren schon spielbestimmend, wobei Japons natürlich gefährlich war und gute Einzelspieler hat.“ In der Schlussphase legte Pulkau dann wieder vor. Soska erzielte mit seinem fünften Treffer in der 72. Minute das 5:6, Fabian Silberbauer erhöhte in der 85. Minute auf 5:7. Genau diese Phase nach der Pause sah Hahn als besonders wichtig an: „Da habe ich mir gedacht: Das bringen wir jetzt über die Zeit.“ Dass es am Ende trotzdem noch einmal eng wurde, lag am späten Japons-Treffer zum 6:7 durch Jakub Göth in der 90. Minute.
Den Grund für den Auswärtssieg sah Hahn vor allem dort, wo seine Mannschaft an diesem Abend den Unterschied machte. „Ausschlaggebend war, dass wir vor dem Tor sehr effizient waren“, sagte der Pulkau-Obmann. Er sprach auch davon, dass seine Mannschaft spielerisch gute Lösungen gefunden habe, obwohl der kleine und enge Platz nicht leicht zu bespielen gewesen sei. Gerade deshalb misst er der Chancenverwertung großes Gewicht bei. Pulkau nutzte seine Möglichkeiten konsequent und kam so trotz mehrerer Rückschläge im Spielverlauf immer wieder zurück. Gleichzeitig wollte Hahn den Sieg aber keineswegs schöner reden, als er war. „Großes Verbesserungspotenzial ist natürlich die Defensivarbeit. Die beginnt schon im Mittelfeld und endet hinten beim Tormann“, sagte er deutlich. „Da waren wir nicht gut.“ Sechs Gegentreffer seien schlicht zu viel, und genau das blieb für ihn der klare Haken an einem Abend, an dem seine Mannschaft offensiv vieles richtig machte.
Dass Pulkau in Japons bis zum Ende gefordert war, kam für Hahn nicht überraschend. Er hatte einen guten Gegner gesehen, den er schon vor dem Anpfiff hoch eingeschätzt hatte. „Japons ist ein guter Gegner“, sagte er. Besonders die starken Einzelspieler der Gastgeber hob er hervor und ergänzte, dass der kleine Platz der Heimelf zusätzlich in die Karten spiele. Für Hahn passt deshalb auch der Blick auf die Tabelle zum Eindruck des Spiels: Japons stehe nicht unverdient im vorderen Drittel. Umso wichtiger ist dieser Auswärtssieg für Pulkau, das damit bis auf einen Punkt an die Gastgeber heranrückt. Extrem strittige Szenen gab es laut Hahn nicht. Auch die Leistung des Schiedsrichters insgesamt bezeichnete er als „in Ordnung“. Unter dem Strich bleibt für Pulkau ein Sieg in einem außergewöhnlich torreichen Spiel und gleichzeitig die klare Erkenntnis, dass die Effizienz vorne nur dann noch mehr wert wird, wenn hinten wieder stabiler verteidigt wird.