In der 2. Klasse Thayatal hat TSV Irnfritz gegen SVU Langau einen dramatischen 3:2-Heimsieg gefeiert. Nach dem 1:1 zur Pause lag Irnfritz auch im zweiten Durchgang wieder zurück, blieb laut Trainer Peter Bauer aber bis zum Schluss am Drücker. Der Lohn folgte in der Nachspielzeit, als Tobias Rodlauer die letzte Offensivaktion noch zum Siegestor nutzte.

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Peter Bauer sah seine Mannschaft zunächst ordentlich in der Partie. „Wir sind relativ gut reingestartet und haben gleich ein, zwei sehr gute Torchancen vorgefunden, haben sie aber leider nicht verwertet“, sagte der Irnfritz-Trainer nach dem Spiel. Genau das war aus seiner Sicht schon früh ein Thema, weil Langau danach besser hineinfand. Vor allem mit dem Tempo der Gäste hatte Irnfritz immer wieder Probleme. In der 34. Minute brachte Adam Svoboda Langau mit 1:0 in Führung. Bauer sprach dabei von einer „wirklich sehr schön herausgespielten Aktion“, legte den Finger aber auch in die eigene Wunde: „Wir haben es schlecht gemacht, nicht attackiert und den Spieler zwanzig Meter laufen lassen.“ Umso wichtiger war für ihn der Ausgleich noch vor der Pause. In der 42. Minute stellte Vojtech Preucil auf 1:1, und Bauer betonte, wie viel dieser Treffer wert war: „Wichtig war das 1:1 vor der Pause. Das war eine schöne Aktion von uns.“
Auch nach dem Seitenwechsel kam Irnfritz laut seinem Trainer nicht gut aus der Kabine. Zwar hatte die Heimelf über weite Strecken mehr Ballbesitz und investierte mehr ins Spiel, doch Langau blieb mit seinen schnellen Umschaltmomenten gefährlich. „Sie haben das wirklich gut gemacht“, meinte Bauer über den Gegner, der immer wieder mit langen Bällen für Probleme sorgte. In der 61. Minute ging Langau durch Milan Biedrava erneut in Führung. Bauer sprach in diesem Zusammenhang von einem unnötigen Freistoß, nach dem seine Mannschaft wieder einem Rückstand hinterherlaufen musste. Die Partie hätte danach auch anders kippen können, denn der Irnfritz-Coach erinnerte daran, dass Langau eine große Möglichkeit auf das 3:1 hatte. „Wenn sie das machen, wird es für uns ganz, ganz schwer“, sagte er offen. Weil dieser dritte Treffer aber ausblieb, blieb Irnfritz im Spiel. In der 79. Minute glich Lukas Speneder zum 2:2 aus. Bauer nannte es „einen technisch super Abschluss“ und ein „wirklich schönes Tor“. Den Schlusspunkt setzte dann Tobias Rodlauer in der Nachspielzeit. Beim 3:2 in der 91. Minute war es laut Bauer die letzte Offensivaktion: „Da hätten mehrere Spieler zum Abschluss kommen können, und er hat sich dann ein Herz genommen.“
Den entscheidenden Unterschied machte für Bauer einmal mehr nicht nur das Spielerische aus, sondern vor allem die Art, wie seine Mannschaft bis zum Ende arbeitet. „Der entscheidende Moment war, dass wir am Ende noch genug Kräfte gehabt haben, nachsetzen konnten und bis zum Schluss dafür gearbeitet haben, dass wir das Spiel noch drehen“, sagte er. Noch klarer wurde er später mit einem Satz, der die Partie gut zusammenfasst: „Wir können einfach 90 Minuten marschieren.“ Bauer ist überzeugt, dass genau das seine Mannschaft in den letzten Wochen auszeichnet. Wenn der Gegner ab etwa der 70. Minute nicht mehr dieselben Möglichkeiten habe, dann komme Irnfritz mit seiner körperlichen Stärke und mit seinem Glauben an die Wende wieder zurück. Gleichzeitig redete er die eigenen Schwächen nicht klein. Luft nach oben sieht er vor allem in der Chancenverwertung und im letzten Drittel. „Wir haben im letzten Drittel zu viele Fehlpässe gespielt und immer wieder dieselbe Lösung finden wollen, die an dem Tag nicht möglich war“, erklärte der Trainer. Auch defensiv sei seine Mannschaft phasenweise zu unkonzentriert gewesen und habe dem Gegner zu viel Platz gelassen. Trotzdem blieb am Ende ein Fazit, das die Gefühlslage gut trifft: „Natürlich war es ein glücklicher Sieg, aber nicht unverdient.“
Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff auch, wie fair Bauer den Gegner einordnete. Er bescheinigte Langau einen starken Auftritt und meinte sogar, dass für die Gäste „durchaus mehr möglich gewesen wäre“. Das passt zu seinem Eindruck, dass Langau mit seinen Möglichkeiten viel herausgeholt hat und Irnfritz vor allem mit Tempo und direkten Aktionen weh tat. Auch mit der Leitung des Unparteiischen war der Trainer zufrieden. „Der Schiedsrichter hat sehr viel laufen lassen und nicht bei jedem kleinen Kontakt gleich abgepfiffen. Das habe ich gut gefunden“, sagte Bauer, der keine strittigen Entscheidungen gesehen hatte. Für Irnfritz zählt unter dem Strich dennoch vor allem das Ergebnis: Der nächste Heimsieg ist eingefahren, und nach neun Runden steht die Mannschaft mit 23 Punkten weiter ganz oben. Gerade weil Bauer selbst von keinem besonderen fußballerischen Glanztag sprach, dürfte dieser 3:2-Erfolg für den Tabellenführer ein besonders wertvoller gewesen sein.