In der 2. Klasse Triestingtal hat der ATSV Teesdorf im Derby gegen den ASK Blumau nach einem wechselhaften Abend ein 2:2 mitgenommen. Die Gastgeber legten stark los, verloren nach dem frühen Ausgleich aber etwas den Faden und gerieten nach der Pause ins Hintertreffen. Erst spät kam Teesdorf noch einmal zurück. Trainer Stefan Wagner sprach deshalb von einem insgesamt gerechten Remis.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Aus Teesdorfer Sicht begann die Partie genau so, wie man sich ein Derby vorstellt. Die Gastgeber waren von Beginn an gut im Spiel und belohnten sich schon in der 5. Minute mit dem 1:0 durch Danial Mohammadi. Wagner sprach danach von einem starken Start seiner Mannschaft: „Wir hatten einen ganz guten, starken Beginn in den ersten 15 bis 20 Minuten.“ Besonders zufrieden war er damit, wie der Führungstreffer herausgespielt wurde. „Das 1:0 ist sehr schön herausgespielt worden und dann sehr gut abgeschlossen worden“, sagte der Teesdorf-Coach. Lange konnte seine Mannschaft den Vorsprung aber nicht halten, denn schon in der 11. Minute glich Gurur Veltan für Blumau zum 1:1 aus. Wagner ärgerte sich über diese Szene, weil er den Treffer nach eigener Wahrnehmung auf eine falsche Abseitsbewertung zurückführte. Er meinte, der Ball sei vom Gegner gekommen, und reklamierte bei der Szene eine Abseitsstellung des Blumauer Angreifers. Unabhängig von dieser Diskussion hielt der Trainer fest, dass dieser Treffer ein Bruch im Spiel seiner Mannschaft gewesen sei. Danach, so seine Einschätzung, sei die erste Hälfte weitgehend ausgeglichen verlaufen.
Was sich gegen Ende der ersten Halbzeit schon angedeutet hatte, wurde nach dem Seitenwechsel deutlicher. Blumau kam stärker aus der Kabine, übernahm über längere Phasen mehr vom Spiel und zwang Teesdorf dazu, den eigenen Plan etwas zu verlassen. Wagner formulierte es offen: „Wir haben ein bisschen unsere Spielanlage verlassen und uns ihr Spiel mehr oder weniger aufzwingen lassen.“ In diese Phase fiel auch das 1:2 in der 59. Minute, als Gurur Veltan seinen zweiten Treffer des Abends erzielte. Auch dieses Tor ordnete der Teesdorf-Trainer klar ein. Blumau habe sich „sehr gut durchkombiniert“ und dann „sehr eiskalt abgeschlossen“. Insgesamt sprach Wagner dem Gegner ein starkes Spiel zu. Blumau sei nicht leicht zu bespielen gewesen, habe viel Klasse und Routine in der Mannschaft und vor allem im Angriff viel Qualität. „Sie haben Tempo drin, sie haben die Technik drin, sie haben eine Wucht“, sagte er. Genau deshalb sei es so wichtig gewesen, die schnellen Angriffe in die Spitze zu verhindern. Das habe in der ersten Halbzeit noch gut funktioniert, „in den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit eher nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“. In dieser Phase hatte Teesdorf laut Wagner auch das nötige Glück, nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Vor allem der eigene Tormann bekam vom Trainer ein Sonderlob: „Er hat uns am Leben gehalten.“
Trotz der schwierigen Phase nach dem 1:2 riss Teesdorf die Partie nicht völlig aus der Hand. Wagner hob hervor, dass seine Mannschaft weiter an sich geglaubt habe und bis zum Schluss im Spiel geblieben sei. Dieser Glaube wurde in der 81. Minute belohnt, als Nino Mayhardt nach einer Standardsituation den 2:2-Endstand herstellte. Auch das passte für den Trainer ins Bild, weil Teesdorf bei ruhenden Bällen schon in den vergangenen Wochen immer wieder gefährlich gewesen sei. „Den Ausgleich haben wir durch eine Standardsituation aus einem Corner erzielt, wo wir in den letzten Spielen und auch in der Vorbereitung schon immer wieder sehr gefährlich waren“, sagte Wagner. Dass am Ende tatsächlich noch ein Punkt heraussprang, lag für ihn aber nicht nur an dieser Szene. Er sah vor allem im Defensivverhalten viele gute Ansätze. „Wir haben keinen Ball aufgegeben. Wir haben gekämpft bis zum Schluss“, betonte er. Gerade in der ersten Halbzeit und in der Schlussphase habe seine Mannschaft defensiv gut gestanden und manches noch in letzter Sekunde geklärt. Gleichzeitig sprach Wagner auch an, woran noch gearbeitet werden muss. Im Spiel nach vorne sei Teesdorf zu ungenau gewesen, sowohl im Passspiel als auch in der Ballannahme. Deshalb habe man sich vor allem nach der Pause zu wenige klare Möglichkeiten herausgespielt.
Am Ende ordnete Wagner das 2:2 nüchtern ein. Weil Blumau nach dem Führungstreffer mehr Torchancen hatte und in der zweiten Halbzeit längere Zeit die bessere Mannschaft war, könne man mit dem Remis leben. „Das Unentschieden geht für mich insofern in Ordnung, vor allem wenn man sich den Spielverlauf anschaut“, sagte der Trainer. Dazu komme, dass Teesdorf heuer mit vielen jungen Spielern unterwegs sei, was solche Spiele zusätzlich anspruchsvoll mache. Auch deshalb wollte Wagner den Punkt nicht kleinreden. Über die Leistung des Schiedsrichters sagte er, sie sei „im Großen und Ganzen in Ordnung“ gewesen, auch wenn ihn die Szene vor dem 1:1 klar störte. Viel lieber sprach er aber über das Derby selbst. „Seitdem ich in Teesdorf bin, habe ich noch nie so ein tolles Derby gegen Blumau erlebt“, sagte Wagner. Besonders gefiel ihm, dass die Partie trotz aller Intensität fair blieb. Genau dieses Gesamtbild passt am Ende auch zum Ergebnis: ein hart geführtes, kräfteraubendes Derby, in dem Blumau mehr Chancen hatte, Teesdorf aber bis zum Schluss dranblieb und sich den Punkt noch holte.