Spielberichte

Nach frühem 0:1 bleibt Teesdorf ruhig: „Die geschlossene Mannschaftsleistung war entscheidend“

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FCM Traiskirchen II
ATSV Teesdorf

In der 2. Klasse Triestingtal hat FCM Traiskirchen II gegen ATSV Teesdorf lange ein offenes, intensives Spiel geliefert, ehe die Gäste mit 4:1 davonzogen. Zur Pause stand es noch 1:1, erst spät wurde der Auswärtssieg deutlich. Trainer Stefan Wagner sah den Grund dafür vor allem im geschlossenen Auftreten seiner Mannschaft und hielt trotz des klaren Endstands fest, dass das Ergebnis aus seiner Sicht „einen Ticken zu hoch“ ausfiel.

Spieler hilft einem Mitspieler beim Lösen eines Krampfs

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Traiskirchen trifft zuerst, Teesdorf arbeitet sich hinein

Der Start lief für Teesdorf zunächst alles andere als ideal. Nach zehn Minuten brachte Nikola Cakic die Gastgeber mit 1:0 in Führung, und Wagner machte danach keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft in dieser Szene zu langsam im Attackieren war. „Wir sind relativ schnell 1:0 in Rückstand geraten. Es war ein sehr schönes Tor, genau ins Kreuzeck, wobei wir da einfach zu langsam waren, sodass sich der Gegenspieler die Zeit nehmen konnte, den Ball entsprechend vorzubereiten“, sagte der Trainer. Überhaupt habe Traiskirchen die Anfangsphase stark angelegt, sich gut bewegt und immer wieder versucht, mit Läufen und Pässen Räume aufzureißen. Teesdorf habe nach Wagners Einschätzung „die ersten fünfzehn, zwanzig Minuten gebraucht“, um in die Partie hineinzufinden. Danach wurde es aus Sicht der Gäste aber deutlich besser. In der 23. Minute gelang Lukas Manhart der Ausgleich zum 1:1, laut Wagner nach einer guten Aktion und einem klar verwandelten Elfmeter. Bis zur Pause blieb die Partie intensiv, mit viel Betrieb rund um den Teesdorfer Strafraum. Wagner sprach davon, dass Traiskirchen „gefühlt vierzig Eckbälle“ hatte, auch weil weite Einwürfe immer wieder für Unruhe sorgten. Aus dem Spiel heraus ließ Teesdorf seiner Ansicht nach aber nicht allzu viel zu.

Manhart legt nach, dann hält Teesdorf dem Druck stand

Der zweite Durchgang begann für die Gäste so, wie man ihn sich nach einer schwierigen Anfangsphase nur wünschen konnte. Schon in der 53. Minute traf Lukas Manhart zum 2:1 für Teesdorf und schnürte damit den Doppelpack. Dieses schnelle Nachlegen gab dem Spiel aber nicht dauerhaft Ruhe, im Gegenteil. Wagner sagte offen, dass seine Mannschaft danach „ein bisschen die Kontrolle verloren“ und „wenig Zugriff aufs Spiel“ gehabt habe. Traiskirchen machte weiter Druck, und Teesdorf war nach seinem Eindruck über längere Zeit gefordert. Gerade in und um den Strafraum lobte der Trainer aber die Konsequenz seiner Elf. „Wir haben im Strafraum, um den Strafraum herum sehr, sehr gut, sehr konsequent verteidigt“, sagte Wagner. Auch wenn die Gäste in dieser Phase oft beschäftigt waren, hielten sie stand und fanden ab der Phase um die 65. bis 70. Minute wieder besser hinein. Wagner hatte dabei das Gefühl, dass Traiskirchen mit zunehmender Spieldauer ungenauer wurde und sich dadurch Räume für Gegenangriffe öffneten. Nicht jeder Konter wurde sauber zu Ende gespielt, doch in der Schlussphase fiel dann doch noch die Entscheidung. In der 85. Minute stellte Nico Gispert auf 3:1, nachdem ein Freistoß in den Strafraum seinen Weg ins lange Eck fand.

„Wir haben die Ruhe bewahrt“

Für Wagner lag der entscheidende Punkt des Spiels nicht in einem einzelnen Zweikampf und auch nicht allein in einem der späten Treffer, sondern in der Art, wie seine Mannschaft als Einheit auftrat. „Der entscheidende Moment war die geschlossene Mannschaftsleistung, dass wir sehr stark alle gemeinsam attackiert haben, verteidigt haben, gegen den Ball gut gearbeitet haben, aber auch versucht haben, nach vorne zu spielen“, sagte der Teesdorf-Trainer. Genau diese Geschlossenheit zog sich aus seiner Sicht durch den ganzen Nachmittag. Selbst in den Phasen, in denen Traiskirchen viel Druck aufbaute, sei seine Mannschaft nicht unruhig geworden. „Wir haben uns gegenseitig unterstützt und dabei trotzdem immer auch die Ruhe bewahrt und die Restverteidigung nicht aufgegeben“, erklärte Wagner. Dass daraus am Ende ein klarer Auswärtssieg wurde, passte für ihn grundsätzlich zum Spielverlauf, auch wenn er die Höhe einordnete. Das 4:1 in der Nachspielzeit durch Darijo Gozdenovic entstand nach Wagners Schilderung aus einem Fehlpass in der Spieleröffnung der Gastgeber, einem abgefangenen Ball, einem schnellen Pass in die Tiefe und einem starken Abschluss ins lange Eck. Gerade weil dieses vierte Tor erst ganz am Ende fiel, blieb der Trainer bei seiner Einschätzung: „Das Ergebnis war gefühlt einen Ticken zu hoch.“

Lob für Traiskirchen und ein klarer Auftrag für die nächsten Spiele

Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff auch, dass Wagner den Gegner sehr ordentlich einordnete. Er bescheinigte Traiskirchen eine starke Anfangsphase, viel Bewegung und einen klaren Plan über das Zentrum und mit diagonalen Bällen auf die Flügel. „Der Gegner hat sich sehr gut bewegt, vor allem in der Anfangsphase, wollte durchs Zentrum spielen. Wenn das nicht funktioniert hat, haben sie versucht, mit diagonalen Pässen für ihre Außenstürmer zu agieren“, sagte er. Auch den Torhüter der Gastgeber hob er hervor, weil dieser selbst unter Druck ruhig blieb und weiter flach eröffnen wollte. Gleichzeitig nahm Wagner den Sieg nicht nur zum Anlass für Lob, sondern auch für einen klaren Hinweis auf die nächste Arbeit. „Besonders gut funktioniert hat das Gemeinschaftsspiel gegen den Ball, aber auch mit dem Ball“, sagte er. Besser werden müsse aber noch das Verhalten auf den Seiten: „Da müssen wir konsequenter und noch schneller verschieben und attackieren.“ Genau diese Mischung aus klarem Auswärtssieg, ehrlicher Einordnung und deutlichem Verbesserungsauftrag nahm Teesdorf aus Traiskirchen mit.

2. Klasse Triestingtal: FCM Traiskirchen II : Teesdorf - 1:4 (1:1)

  • 92
    Darijo Gozdenovic 1:4
  • 85
    Nico Gispert 1:3
  • 53
    Lukas Manhart 1:2
  • 23
    Lukas Manhart 1:1
  • 10
    Nikola Cakic 1:0