Spielberichte

1. FC Union Stein – Thomas Hennebichler: „Taktik war nicht das Problem“ – 0:2 bei SK Tulbing

SK Tulbing
FC Union Stein

Aus Sicht von Thomas Hennebichler war das Aufeinandertreffen zwischen dem SK Tulbing und dem 1. FC Union Stein in der 2. Klasse Wachau/Donau ein intensives Duell auf engem Raum: geprägt von vielen eigenen Möglichkeiten, einem überragenden gegnerischen Schlussmann und Frust über zahlreiche Gelbe Karten wegen Kritik. Früh geriet seine Mannschaft in Rückstand, blieb laut Coach jedoch „gut im Spiel“ und erarbeitete sich im Fünf- bis Sechs-Minuten-Takt Chancen. Taktisch fühlte er sich bestätigt – der Ärger entzündete sich am Ende vor allem an der Disziplin.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Rückstand, viele Chancen – und ein gegnerischer Torwart in Bestform

Hennebichler sprach von einem „schlechten Start“, bei dem seine Elf früh 0:1 zurücklag und dennoch „in Summe wesentlich bessere Chancen“ hatte. In der 31. Minute stellte Andreas Vrtis für den SK Tulbing auf 0:1 aus Steins Sicht – ein Zwischenstand, der für Hennebichler das Kräfteverhältnis nicht widerspiegelte. „Da gibt es fünf, sechs Situationen, die eigentlich ein Tor sein müssen – mit Querball von der Seite und gutem Abschluss –, aber der gegnerische Torhüter hatte einen hervorragenden Tag und vereitelte sehr viel“, betonte der Trainer. Zur Pause stand es 0:1. Stein drückte nach dem Seitenwechsel weiter, doch die Effizienz fehlte. Spät setzte Tulbing den entscheidenden Nadelstich: In der 89. Minute erhöhte Ondrej Lukasik auf 0:2. Im Rückblick blieb Hennebichler fair: „In Summe haben sie nicht unverdient gewonnen.“

Kleiner Platz, viele zweite Bälle – Umsetzung gelang

Ein zentrales Element der Nachbetrachtung war die Anpassung an die Rahmenbedingungen. „Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Der Platz ist sehr klein. Wir hatten mit sehr vielen hohen Bällen gerechnet und wussten, dass die zweiten Bälle entscheidend sein würden“, erklärte Hennebichler – und sah seine Annahmen bestätigt: „Das haben beide Mannschaften sehr gut gemacht. Die taktische Umsetzung war definitiv nicht das Problem.“ Auch Kräfte- und Ballbesitzverhältnis ordnete er als ausgeglichen ein; die Zweikämpfe waren hart, aber überwiegend fair: „Auf Augenhöhe, sehr körperbetont.“ All das stützt seine Lesart, dass weniger die Struktur als vielmehr das Momentum – und der starke Heimkeeper – den Ausschlag gaben.

Lehren aus der Niederlage: Disziplin und klare Kante

Bei der individuellen Bewertung hielt sich Hennebichler bewusst zurück: „Es war kein Spieler von uns dabei, der seinen besten Tag erwischt hat.“ Dem Gegner zollte er dagegen Sonderlob: Der Torhüter stach klar heraus. Mehr als das nackte Resultat beschäftigte den Coach jedoch die Disziplin: Wiederholt sprach er die Vielzahl an Verwarnungen wegen Kritik an. Das werde er „gezielt ansprechen“, denn „das darf nicht passieren“. Inhaltlich zieht Hennebichler keinen pessimistischen Strich unter die Leistung: Stein war „eigentlich gut im Spiel“, kam regelmäßig zu Möglichkeiten, es fehlten jedoch im entscheidenden Moment Präzision und Ruhe.

2. Klasse Wachau/Donau: SK Tulbing : FCU Stein - 2:0 (1:0)

  • 89
    Ondrej Lukasik 2:0
  • 31
    Andreas Vrtis 1:0