Spielberichte

„Wir mussten komplett umstellen“ – Stein belohnt mutige Systemänderung mit 3:0

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FC Union Stein
SV Zwentendorf

In der 2. Klasse Wachau/Donau hat 1. FC Union Stein mit einem 3:0 gegen SV Zwentendorf ein deutliches Lebenszeichen gesetzt. Nach dem 0:0 zur Pause kippte die Partie im letzten Drittel klar zugunsten der Gastgeber, die laut Trainer Thomas Hennebichler mit viel Einsatz, einer mutigen Umstellung und wachsender Sicherheit zu einem befreienden Heimsieg kamen.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Lange offen, spät deutlich

Was sich am Ende wie ein klarer Heimsieg liest, war laut Hennebichler zunächst ein offenes und turbulentes Spiel. Zwentendorf kam zu zwei sehr guten Chancen, Stein hatte dafür über die gesamte Partie etwas mehr Halbchancen, brauchte aber sichtbar Anlaufzeit. Das 0:0 zur Pause passte deshalb gut ins Bild, weil die Gastgeber zwar immer wieder in ordentliche Situationen kamen, vieles aber noch nicht sauber zu Ende spielten. Später bekam Stein noch mehr Kontrolle. Vor allem aber sah Hennebichler, dass seine Mannschaft mit jeder Minute besser in die neue Ordnung fand und die eigenen Vorgaben klarer umsetzte. In der 69. Minute fiel dann das 1:0 durch Jannik Grunert. In der Schlussphase legte Stein nach: Khaled Alsaid erhöhte in der 88. Minute auf 2:0, und Alexander Boris Graf stellte in der Nachspielzeit den 3:0-Endstand her. „Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser haben wir die taktischen Vorgaben umgesetzt“, sagte der Trainer und brachte damit den Spielverlauf ziemlich genau auf den Punkt.

Der Umbau begann schon vor dem Anpfiff

Den eigentlichen Ausgangspunkt für diesen Abend verortete Hennebichler allerdings nicht erst im Spiel selbst, sondern in der Trainingswoche davor. Nach drei Niederlagen in Serie war für ihn klar, dass es so nicht einfach weitergehen konnte, obwohl er die Spielweise in den vergangenen Partien nicht grundsätzlich schlecht gesehen hatte. „Wir haben wenig Chancen zugelassen, aber aus den wenigen Chancen viele Tore kassiert. Und wir haben uns unsere Chancen ausgespielt, aber kaum Tore erzielt“, schilderte er die Lage. Daraus leitete er eine klare Konsequenz ab: „Wenn die Spielausrichtung passt und die Ergebnisse nicht passen, dann braucht es eine krasse Veränderung.“ Wie ernst es ihm damit war, zeigte auch eine bemerkenswert offene Schilderung aus den Tagen vor dem Spiel. „Ich habe dem sportlichen Leiter gesagt: Entweder er tauscht mich als Trainer aus oder ich baue das System komplett um.“ Der Trainer blieb, also wurde umgestellt. Viel Zeit blieb dafür nicht. „Wir haben eigentlich nur ein Training gehabt, in dem wir das einstudieren konnten“, erzählte Hennebichler. Umso größer war nach dem Schlusspfiff die Erleichterung, weil sich die viele Arbeit sofort bezahlt machte.

Die Tore passten genau zum neuen Plan

Besonders zufrieden war Hennebichler damit, dass sich die neue Ausrichtung nicht nur allgemein im Spiel zeigte, sondern direkt bei den Treffern erkennbar wurde. Stein wollte aus hoher zentraler Position in die Tiefe spielen und die Flügel so in gute Räume bringen. Genau das sei vor der Pause noch nicht sauber gelungen, weil immer wieder der letzte Pass fehlte und gute Ansätze deshalb hängen blieben. Beim Führungstor durch Grunert stimmte aus seiner Sicht dann erstmals alles. „Da ist der Ball im perfekten Timing durchgegangen“, sagte der Trainer, der in dieser Aktion genau den Ablauf wiedererkannte, den seine Mannschaft gesucht hatte. Auch das 2:0 von Alsaid und das 3:0 von Alexander Boris Graf ordnete er als ähnliche Situationen ein. Dazu kam für ihn ein Aspekt, der schon in den letzten Wochen da gewesen sei, diesmal aber noch stärker wirkte: „Die Einsatzbereitschaft, die Kampfbereitschaft und die Zweikampfführung waren sensationell.“ Gleichzeitig blieb Hennebichler realistisch. Das neue System habe der Mannschaft zwar sichtbar Auftrieb gegeben, trotzdem brauche es noch weitere Arbeit an den Abläufen und an der Umsetzung, weil naturgemäß noch nicht alles perfekt sitzen könne.

Viel Respekt für Zwentendorf, noch mehr Hoffnung für Stein

Trotz des deutlichen Resultats sprach Hennebichler sehr anerkennend über den Gegner. Zwentendorf sei „eine sensationelle Mannschaft“, die von hinten heraus stark Fußball spiele und mit vielen Tiefenläufen immer wieder gefährlich werde. Besonders den Torhüter hob er hervor. Den beschrieb er fußballerisch als „exzellent“ und praktisch als zusätzlichen Feldspieler, weil er taktisch und technisch so viel einbringe. Auch deshalb misst der Trainer dem Heimsieg einiges bei. Den Unterschied machte für ihn diesmal vor allem „der Einsatz, die Laufbereitschaft und die Bereitschaft, wirklich alles für den Sieg zu geben“. Zu einzelnen Szenen wollte er sich selbst nicht groß äußern, weil er sie laut eigener Aussage nicht gesehen hatte, die Schiedsrichterleistung bewertete er aber klar und ohne Einschränkung: „Sie war sensationell.“ Für Stein soll dieses 3:0 nun im besten Fall mehr sein als nur ein angenehmer Abend. „Ich hoffe, dass dieser Sieg einen Ruck durch die Mannschaft gebracht hat“, sagte Hennebichler. Und er ergänzte mit Blick auf die nächsten Wochen: „Wenn wir so intensiv weiterarbeiten, bin ich überzeugt, dass das keine Eintagsfliege war.“

2. Klasse Wachau/Donau: FCU Stein : Zwentendorf - 3:0 (0:0)

  • 91
    Alexander Boris Graf 3:0
  • 88
    Khaled Alsaid 2:0
  • 69
    Jannik Grunert 1:0