In der 2. Klasse Wachau/Donau musste sich SC Traismauer am Freitagabend dem SC Hadersdorf mit 1:4 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel deutlich aus, Sebastian Braith sah die Partie aber nicht als klare Angelegenheit. Aus Sicht des Traismauer-Trainers hatte seine Mannschaft über weite Strecken mehr vom Spiel, machte aus dem Ballbesitz aber zu wenig und lief nach dem frühen Rückstand einer tief stehenden Mannschaft hinterher.

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Schon die erste halbe Stunde beschrieb Braith als jene Phase, in der sich das Spiel in die für seine Mannschaft unangenehme Richtung drehte. "Meine Mannschaft hatte irrsinnig viel Ballbesitz. Wir waren sicher die spielbestimmende Mannschaft", sagte der Trainer, gleichzeitig verwies er aber auf die ersten Nadelstiche der Gäste. In Minute 25 brachte Rene Popp Hadersdorf nach einem Eckball mit 1:0 in Führung. Genau dort setzte Wandl auch mit seiner Analyse an. Hadersdorf sei "ganz klar eine Standardmannschaft", sagte er, und dieser Treffer habe das Spiel geöffnet, weil sich die Gäste danach noch weiter zurückziehen konnten. In der 34. Minute erhöhte David Schrabauer per Elfmeter auf 2:0, eine Szene, die Braith kritisch bewertete. "Kann man pfeifen, muss man nicht", meinte er zum Strafstoß, betonte aber zugleich, dass der Unparteiische die Partie insgesamt ordentlich geleitet habe.
Mit dem 0:2 zur Pause war Traismauer endgültig in jener Rolle, die Hadersdorf laut Wandl provozieren wollte. "Knackpunkt war, so wie in jeder Partie, das 1:0. Sie haben sich dann noch weiter hinten reingestellt und den Ball überhaupt nicht mehr haben wollen", erklärte er. Nach der Pause kam Traismauer durch Nicolos Dzjalaganija in der 63. Minute auf 1:2 heran, damit war zumindest wieder Hoffnung da. Lange hielt diese Phase aber nicht. Armin Schneider stellte in Minute 71 auf 1:3, laut Braith fiel dieser Treffer ebenso aus einer Kontersituation wie das späte 1:4 durch Matthias Poschenreithner in der Nachspielzeit. Dazwischen musste Traismauer nach der Roten Karte gegen Rupert Fischer ab der 83. Minute in Unterzahl weitermachen. Auch das nahm Braith noch als Beleg dafür, dass sein Team den Ball zwar weiter hatte, sich für diesen Aufwand aber zu selten belohnte.
Der Kern der Niederlage lag für Braith deshalb nicht nur im gegnerischen Plan, sondern vor allem in der eigenen fehlenden Durchschlagskraft. "Wir können aus unserem Ballbesitz keine ganz klaren Torsituationen herausspielen", sagte er und sprach auch von fehlenden "Dosenöffnern", die vor einigen Wochen noch da gewesen seien. Gleichzeitig erklärte er, warum Hadersdorf aus seiner Sicht genau den passenden Ansatz gewählt hatte: "Sie wollten den Ball eigentlich gar nicht haben. Wenn sie ihn hatten, ging es sehr direkt auf die Außen oder auf den Stürmer." Das tiefe 4-1-4-1 und die langen Bälle habe der Gegner "sehr, sehr gut gemacht", deshalb sei der Auswärtssieg auch verdient gewesen. Trotzdem wollte der Trainer die eigene Leistung nicht komplett schlechtreden. "Ich bin gar nicht so unzufrieden. Die Spielanlage ist sehr gut. Wir schaffen es bis ins letzte Drittel", sagte Braith. Nach der zweiten Niederlage in Folge will Traismauer nun die Lehren daraus ziehen und in den nächsten Wochen vor dem Tor wieder konsequenter werden.