Spielberichte

"Wir waren ein Stück näher am Sieg" – Stein gibt späte Führung noch aus der Hand

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FC Union Stein
USV St. Andrä-Wördern

In der 2. Klasse Wachau/Donau hat sich 1. FC Union Stein am Freitagabend mit USV St. Andrä-Wördern 1:1 getrennt. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Jannik König die Gastgeber in der 74. Minute in Führung, ehe Marcel Weingartner spät ausglich. Trainer Thomas Hennebichler sah Stein dennoch "ein Stück näher am Sieg", sprach insgesamt aber auch von einem gerechten Remis.

Spieler schnürt auf der Bank seine Fußballschuhe

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Nach schwierigem Beginn wird Stein immer besser

Thomas Hennebichler musste in den Anfangsminuten noch mitansehen, dass seine Mannschaft nicht sofort Zugriff bekam. Der Trainer sprach davon, dass sich Stein "in den ersten Minuten ein bisschen schwerer getan" habe und der Gegner dabei "zwei, drei gute Möglichkeiten" vorfand. Danach änderte sich das Bild aber deutlich. Stein nahm laut Hennebichler "das Heft in die Hand", war in den Zweikämpfen sehr präsent und blieb über die gesamte Spielzeit aktiv. Zur Pause stand es zwar 0:0, doch genau dieses Wechselspiel aus offenem Schlagabtausch und hoher Intensität machte die Partie für ihn zu "einem unglaublich attraktiven Spiel für einen neutralen Zuseher". Dass auf beiden Seiten immer wieder Chancen und Halbchancen da waren, passte für den Stein-Coach zu diesem Eindruck.

König legt vor, Weingartner trifft spät zum Ausgleich

Nach dem torlosen ersten Durchgang belohnte sich Stein in der 74. Minute für diese aktive Phase. Jannik König brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung und stellte damit die Weichen auf eine heiße Schlussphase. Ganz durch war die Partie aber noch nicht, weil St. Andrä-Wördern bis zum Ende gefährlich blieb. In der 88. Minute gelang Marcel Weingartner der Ausgleich, ein Treffer, den Hennebichler als "Slapstick-Tor beim Eckball" beschrieb. Gerade deshalb blieb bei den Gastgebern ein bitterer Beigeschmack zurück. "Am Ende des Tages waren wir ein Stück näher am Sieg", sagte der Trainer und verwies dabei auch auf die letzte Minute, in der Stein noch eine Topchance hatte. Ein Kopfball wurde dabei vom gegnerischen Torhüter stark gehalten. Für Hennebichler sprach das dafür, dass seine Mannschaft bei den klar herausgespielten Möglichkeiten leicht die Nase vorne hatte, auch wenn er das 1:1 in Summe nicht als unverdient einstufte.

Frische Infos helfen beim Matchplan

Besonders zufrieden war der Stein-Coach mit der Vorbereitung seiner Mannschaft. Hennebichler erklärte, die Zuordnung habe "sensationell funktioniert", weil man den Gegner sehr genau analysiert habe. Dass St. Andrä-Wördern unter der Woche gegen Grafenwörth gespielt hatte, half dabei zusätzlich, weil die Informationen laut dem Trainer "sehr, sehr frisch" gewesen seien. Stein wusste dadurch nach seinen Worten genau, "wie sie sich bewegen, welche Räume sie bespielen wollen" und wie die Gäste ihre tiefen Läufe anlegen. Für Hennebichler war deshalb klar, dass der Matchplan gepasst hat. Auch wenn am Ende nur ein Punkt herausschaute, sah er seine Mannschaft "richtig, richtig gut im Spiel". Den Gegner stufte er gleichzeitig als "absolut gute" Mannschaft ein, die für ihn klar in die Top fünf gehört. Und auch bei Stein ist die Überzeugung groß, dass nach dem schwächeren Start auf lange Sicht genau diese Tabellenregion wieder möglich ist.

Hitzig geführt, nach dem Schlusspfiff fair beendet

Was zum Sieg letztlich fehlte, war nach Hennebichlers Einschätzung nicht viel. "Ein bisschen mehr Glück im Abschluss", sagte er, fügte aber sofort an, dass das mit etwas mehr Effizienz auf der anderen Seite genauso gut auch zugunsten der Gäste hätte kippen können. Genau deshalb bezeichnete er das Unentschieden insgesamt als gerecht. Auffällig war für ihn neben dem sportlichen Niveau auch die Art, wie die Partie geführt wurde. Hennebichler sprach von harten Zweikämpfen, kleinen Psychospielchen und Trashtalk, betonte aber ebenso: "Das gehört alles dazu zum Fußball." Umso mehr gefiel ihm, dass nach dem Schlusspfiff wieder der respektvolle Ton überwog und man sich die Hand gab. Auch den Schiedsrichter beurteilte er positiv, weil dieser "eine klare Linie" hatte und in einem schnellen, hitzigen Spiel "einen guten Job gemacht" habe. So blieb für Stein am Ende zwar nur ein Zähler, aber auch das Gefühl, mit so einer Leistung gegen einen starken Gegner absolut mithalten zu können.

2. Klasse Wachau/Donau: FCU Stein : USV St. Andrä-Wördern - 1:1 (0:0)

  • 88
    Marcel Weingartner 1:1
  • 74
    Jannik König 1:0