Für SPU TSV Nöchling wurde der Auftritt bei TSU Martinsberg zum Nervenstresstest: Trotz klarer Kontrolle endete die Partie 1:1. Für Cosmin-Gheorghe Goje überwogen dennoch die positiven Eindrücke, weil seine Mannschaft die gewünschte Spielidee trug – einzig die Effizienz hakte: ein vergebener Elfmeter, Aluminiumtreffer, auf der Linie geklärte Bälle und starke Paraden des Heimtormanns. In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal sendet Nöchling damit gemischte Signale: spielerisch stark, im Abschluss ausbaufähig.

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Nöchling ließ den Ball über weite Strecken sicher laufen und erspielte sich eine zweistellige Zahl an Abschlüssen – für den Trainer der Beleg, dass der angestrebte Stil greift. Sein Resümee: "Das Tor war das Einzige, das wirklich gefehlt hat." Früh setzte die Offensive ein Zeichen: In der 9. Minute traf Manuel Grabner zum 1:0, bis zur Pause blieb es dabei. Grabner war nicht nur Torschütze, sondern auch der auffälligste Angreifer im Nöchlinger Spiel. Goje hob ihn hervor: "Er hat sich vorne sehr gut bewegt, das Tor gemacht, den Elfmeter übernommen und noch ein paar gute Chancen gehabt." Dass am Ende nur ein Treffer zu Buche stand, lag aus Goje-Sicht an einer Mischung aus Pech und fehlender Schärfe im Abschluss. Das zweite Tor, das die Partie entschieden hätte, wollte nicht fallen: "Wir hätten einfach das 2:0 machen müssen."
Für Goje lag der Knackpunkt in der ungenutzten Vorentscheidung: "Sicher, das 2:0 müssen wir machen" – zumal Martinsberg seine gefährlichen Momente vor allem aus langen Bällen zog. Spät kam zusätzliche Brisanz in die Partie: Nöchling jubelte kurz vor Schluss über einen Treffer, doch die Aktion wurde wegen Abseits zurückgenommen. Goje suchte keine Ausreden und ließ die Szene unkommentiert: "Ich habe nichts gesehen; laut meinen Spielern war es angeblich Abseits." Just als vieles auf einen Auswärtssieg hindeutete, nutzte Martinsberg einen zweiten Ball nach einer Standardsituation und glich in der 90. Minute durch Michal Rossmann zum 1:1 aus. Dass der Gastgeber am Ende "ein bisschen Druck durch die langen Bälle" machte, erkannte Goje fair an, betonte aber zugleich: "Sonst hatten wir die Partie großteils unter Kontrolle."
Taktisch sah der Trainer seine Vorgaben gut umgesetzt. Er schärfte personell nach und veränderte die Statik: "Im Vergleich zum letzten Spiel habe ich zwei Spieler getauscht, dazu zwei Positionswechsel – das hat uns gut getan." Gleichzeitig spürt Nöchling die Nachwehen einer intensiven Phase. Goje selbst fehlt nach seiner Schulteroperation weiterhin als spielender Faktor: "Es wird mindestens ein paar Wochen dauern, bis ich selbst wieder spielen kann." Dazu kommt Pech: Bereits in der ersten Frühjahrsrunde riss einem Spieler nach einer Viertelstunde das Kreuzband, mehrere Akteure arbeiten sich erst langsam zurück, manche spielen angeschlagen. Besonders heikel: "Zum Beispiel spielt unser Kapitän jetzt seit drei Runden mit einer leichten Verletzung." Trotz dieser Hypotheken hielt Nöchling am Plan fest – Ballkontrolle, hohe Passfrequenz, viele Durchbrüche – und will genau daran anknüpfen. Goje formuliert den Auftrag für die nächste Aufgabe klar: Effizienz steigern, in Schlüsselmomenten defensiv stabiler agieren, den Matchplan beibehalten.