Spielberichte

Gerald Schnait (Trainer SV Lichtenau): 'Gutenbrunn war den Tick stärker'

SV Lichtenau
ASV Gutenbrunn

In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal musste der SV Lichtenau am Freitagabend eine 0:2-Heimniederlage gegen den ASV Gutenbrunn hinnehmen. Nach einer torlosen ersten Hälfte entschieden zwei Treffer nach der Pause die Partie. Lichtenau-Coach Gerald Schnait sprach von einem disziplinierten Gegner, eigenen Ausfällen und einem unglücklichen 0:1: „Gutenbrunn war den Tick stärker und hat seine Chancen genutzt.“ Die Hausherren haderten mit vergebenen Möglichkeiten und Aluminium, mussten am Ende aber anerkennen: Die Punkte gingen verdient an die Gäste.

Fußball in Weiß-Rot auf Rasen

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels

Zäher Beginn, Lichtenau fängt sich – zur Pause steht es 0:0

Die ersten Minuten gehörten den Gästen. „Gutenbrunn war gut aufgestellt, hat kompakt verteidigt und in den ersten zehn, fünfzehn Minuten stark gepresst“, schilderte Gerald Schnait den Start. Lichtenau ging personell angeschlagen in die Partie, der gesperrte Kapitän fehlte, dazu kamen Verletzungen. „Wir waren ein bisschen dezimiert“, so Schnait, „haben aber gut dagegengehalten.“ Mit zunehmender Dauer befreiten sich die Hausherren und kamen zu ihren Möglichkeiten. „Wir haben dann immer besser ins Spiel gefunden, auch ein paar Chancen vorgefunden – aber nicht gemacht“, ärgerte sich der Trainer. Gutenbrunn blieb hinten stabil, Lichtenau biss sich fest, doch der letzte Pass und die Effizienz fehlten. Folgerichtig ging es mit 0:0 in die Kabinen, ein Pausenstand, der das Kräfteverhältnis nach 45 Minuten gut widerspiegelte.

Gundacker bricht den Bann, Ehn setzt den Deckel drauf

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich das von Schnait beschriebene „Mittelfeldgeplänkel“. Beide Teams lauerten auf den einen Moment – und der kippte in Minute 68 zur Gutenbrunner Seite. Marcel Gundacker traf zum 0:1. Aus Sicht des Lichtenau-Trainers war dem Tor ein strittiger Pfiff vorausgegangen und der Abschluss eher als Flanke gedacht: „Das war, glaube ich, eine abgerissene Flanke, die ins lange Eck gefallen ist – eher glücklich.“ Fakt ist: Das 0:1 stand, und es passte zum Gefühl auf dem Platz. „Es lag in der Luft: Wer das erste Tor schießt, gewinnt“, meinte Schnait. Lichtenau öffnete nun, suchte den Ausgleich, nahm mehr Risiko – und lief in der 84. Minute in den entscheidenden Konter. Nach einem missglückten eigenen Einwurf landete der Ball bei den Gästen, Jakob Ehn blieb cool und stellte auf 0:2. „Da war ein Abspielfehler dabei, vielleicht auch ein Foul vorher – aber es wurde nicht gepfiffen“, so Schnait. Der späte Treffer bedeutete die Entscheidung.

Schnait lobt Einsatz – und hadert mit Ausfällen, Aluminium und Pfiffen

Trotz Nullnummer am Konto wollte der Lichtenau-Coach seinem Team nichts absprechen. „Die Jungs haben gut gespielt. Viele Ersatzspieler waren in ungewohnter Rolle drinnen und haben es ordentlich gemacht“, lobte Schnait. Das Fehlen des Kapitäns sei aber nicht zu kompensieren gewesen: „Das hat man gemerkt.“ Chancen waren da, das Quäntchen Glück fehlte: „Entweder waren wieder Füße dazwischen – oder zweimal hat die Stange für Gutenbrunn gerettet.“ Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt: „Gutenbrunn hat sehr stark verteidigt, war defensiv gut gestanden.“ Besonders vorne habe ein Akteur den Unterschied gemacht: „Ihre Nummer 11 hat unglaublich gearbeitet, viele Zweikämpfe gewonnen – für mich der spielentscheidende Mann.“ Kritisch sah Schnait die Leitung an der Pfeife: „Der Schiedsrichter war auf unserer Seite eher kleinlich, umgekehrt sind Pfiffe ausgeblieben.“ Am Ende blieb er fair in der Einordnung: „Gutenbrunn war den Tick stärker und hat nicht unverdient 2:0 gewonnen.“

Blick nach vorne: spielfrei, Kräfte sammeln und schlagkräftiger zurückkommen

Die Niederlage schmerzt, doch beim SV Lichtenau richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Wochen. Nächste Woche ist spielfrei – eine willkommene Pause, um das Lazarett zu leeren und Automatismen zu schärfen. „Wir ziehen unter der Woche unser normales Training durch“, kündigte Gerald Schnait an. „Das freie Wochenende nutzen wir, damit die Verletzten zurückkommen. Wenn wir wieder mehr Spieler zur Verfügung haben, sind wir noch schlagkräftiger – und dann werden wir wieder punkten.“ Mit dieser Klarheit und dem gezeigten Einsatz will Lichtenau schnell zurück in die Spur finden.

2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal: Lichtenau : Gutenbrunn - 0:2 (0:0)

  • 84
    Jakob Ehn 0:2
  • 68
    Marcel Gundacker 0:1