In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal lieferte der USV Kirchschlag/Waldv. gegen Ybbs II eine spektakuläre Aufholjagd ab und gewann am Ende mit 4:3 (1:2). Nach frühem 0:2 und zwischenzeitlichem 1:3 drehten Simon Weinmann, Niki Pop und in der Nachspielzeit Elmin Hajdarpasic die Partie. Trainer Manuel Müller sprach von einem Gegner, der sehr effizient war, sah seine Elf aber als das Team, das mehr investierte und sich spät belohnte.

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Kirchschlag erwischte keinen idealen Start: Bereits in Minute 7 stellte Patrick Bruckner auf 0:1, vor der Pause legte Rashid Hechmi das 0:2 nach (39.). Kurz vor dem Pausenpfiff blieb der USV aber dran – Simon Weinmann sorgte mit dem 1:2 für neues Leben (45.). Nach dem Seitenwechsel der nächste Rückschlag: Erneut Bruckner traf zum 1:3 (57.). Doch die Hausherren gaben das Spiel nicht her. Weinmann brachte seine Farben zurück (70.), Niki Pop glich in der Schlussphase aus (82.). In einer hitzigen Nachspielzeit setzten die Gastgeber noch einen drauf: Elmin Hajdarpasic besiegelte in Minute 90+5 den 4:3-Heimsieg – der perfekte Schlusspunkt einer wilden Aufholjagd.
Aus Sicht von Manuel Müller war die Richtung klar: „Wir haben für das Spiel viel mehr investiert als der Gegner.“ Gleichzeitig ordnete der Trainer die Gegentore nüchtern ein: „Ybbs war sehr effektiv. Wir haben drei Chancen zugelassen, und sie haben jedes Mal getroffen.“ Den Schlüssel sah er jedoch im Auftreten seiner Mannschaft: „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Sie haben sich trotz des Rückstands nie aufgegeben und bis zur letzten Minute alles investiert, um das Spiel zu gewinnen.“ Verbesserungsbedarf formulierte Müller deutlich: „Beim Herausspielen haben wir Ybbs durch Ballverluste Chancen ermöglicht – das dürfen wir so nicht zulassen.“ Ein Sonderlob ging an Doppel-Torschütze Weinmann: Er hat ein sehr, sehr starkes Spiel gemacht und die Ybbs-Defensive im 1 gegen 1 zur Verzweiflung gebracht.
Das Siegtor in der Nachspielzeit blieb für Müller eine Grenzszene – und doch die Erlösung: „Sehr strittig, es war knapp: Ybbs ist rausgerückt, unsere Offensive war auf gleicher Höhe. Ein Spieler stand klar im Abseits, griff aber in die Spielsituation nicht ein. Es kam der Pass über die Seite in die Tiefe, dann der Stanglpass, und in der Mitte hat Elmin Hajdarpasic ins Eck getroffen.“ Insgesamt sah der Coach Diskussionsstoff: Bei zwei Ybbs-Treffern habe er Abseits gesehen; auch auf Kirchschlager Seite beim dritten und vierten Tor habe es strittige Szenen gegeben. Sein Resümee: „Der Unparteiische sorgte für Gesprächsstoff bei zwei Treffern auf beiden Seiten." Ohne Linienrichter macht es solche Situationen für den Schiedsrichter aber auch sehr schwierig.
Trotz der Brisanz betonte Müller die Fairness des Gegners: „Ybbs war ein sehr fairer Gegner. Für sie ist das sicher ein herber Rückschlag im Aufstiegskampf.“ Für den USV bedeuten Moral und drei späte Treffer neuen Rückenwind; Ybbs II, als Tabellenzweiter im Titelrennen, muss diesen Rückschlag schnell verdauen.