In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal drehte der ASV Gutenbrunn gegen den SPU TSV Nöchling nach der Pause einen 0:1-Rückstand und gewann am Freitagabend 4:1. Nöchlings Spielertrainer Cosmin‑Gheorghe Goje hatte sein Team zuvor selbst in Front gebracht, haderte danach aber vor allem mit zwei ruhenden Bällen kurz nach Wiederbeginn. "Die zwei Standards in fünf Minuten waren hart für uns", sagte er nach einer Partie, in der Nöchling vor der Pause die klar bessere Mannschaft war.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Nöchling kam in Gutenbrunn gut an und legte den Ton schon früh fest. In Minute 15 vollendete Cosmin‑Gheorghe Goje selbst zur 0:1‑Führung, danach blieben die Gäste am Ball. Aus Sicht des Spielertrainers passte vor der Pause vieles zusammen. "In der ersten Halbzeit waren wir spieldominant, hatten den Ball, machen das 1:0 und haben noch zwei gute Möglichkeiten. Der Gegner hatte in der ersten Halbzeit eigentlich nichts." Diese Einschätzung deckte sich mit dem Bild bis zur Pause: Nöchling kontrollierte weite Strecken, blieb ruhig im Aufbau und verteidigte das 0:1 bis zum Halbzeitpfiff. Dass es dabei blieb, lag auch daran, dass Gutenbrunn im letzten Drittel wenig klare Aktionen fand und die wenigen Umschaltmomente der Hausherren sauber verteidigt wurden.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie binnen weniger Minuten. "Nach der Pause musste ich in der Mitte wechseln, das hat uns wehgetan. Sie haben dann mit langen Bällen Druck gemacht", erklärte Goje. Der Ausgleich fiel in der 55. Minute nach einer Ecke, als Tomas Hrusak zum 1:1 traf. "Das erste war eine Ecke, langer Ball, dann das 1:1", so Goje. Nur vier Minuten später drehte Gutenbrunn die Partie: Jakub Mucka versenkte einen Freistoß zum 2:1 (59.). "Das zweite Tor hätten wir vermeiden können: Wir verlieren in unserer Hälfte den Ball, dann Foul, Freistoß aus gut 20 Metern – und der sitzt." In dieser Phase wirkte Nöchling angezählt, die Gastgeber nutzten den Rückenwind, blieben einfach und zielstrebig und brachten die Gästeabwehr mit jedem hohen Ball wieder in Bedrängnis.
Die Vorentscheidung fiel in Minute 69, als Jakob Ehn nach einem Nöchlinger Ballverlust auf etwa 30 Metern vor dem Tor zuschlug – 3:1. "Beim dritten Tor wollten wir wieder Fußball spielen, verlieren auf 30 Metern den Ball und der Stürmer läuft allein aufs Tor – dann ist es erledigt", ärgerte sich Goje. Gutenbrunn ließ nicht locker und legte in der 77. Minute nach: Erneut war Mucka zur Stelle, 4:1 – der Schlusspunkt. Nöchling musste im zweiten Durchgang zusätzlich umbauen. "Für uns war bitter, dass wir drei Wechsel wegen Verletzung machen mussten. Zwei Spieler haben gefehlt, die letzte Woche Stamm waren, dazu noch zwei, die schon länger verletzt sind." Den Gegner lobte er ausdrücklich: "Sie haben offensiv Qualität. Sie kreieren aus wenig Chancen." Zum Unparteiischen meinte er nüchtern: "Es gab keine wichtigen Entscheidungen, nur Kleinigkeiten auf beiden Seiten."
Trotz der deutlichen Niederlage wich Goje nicht von der Linie ab. "Ich bin froh, weil die Mannschaft versucht, Fußball zu spielen – das ist unser Ziel." Die Kehrseite benannte er offen: "Manchmal sind wir im Aufbau zu naiv und machen zu viele Fehler, aber wir machen weiter." In der Tabelle hält Nöchling bei 39 Punkten und rangiert auf Platz vier, Gutenbrunn liegt mit 32 Zählern dahinter. Für die nächsten Wochen heißt das für die Gäste: die gute erste Halbzeit konservieren, die Standards konsequenter verteidigen und im Aufbau klarer werden. Dann, so der Trainer, soll sich die Arbeit auch wieder im Ergebnis widerspiegeln.