In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat sich TSU Martinsberg gegen SG Sallingberg/Ottenschlag mit 2:1 durchgesetzt. Es war aber kein gerader Weg zu diesem Heimsieg. Trainer Peter Pichler sah seine Mannschaft vor allem vor der Pause unter Druck, ehe sich das Spiel nach Seitenwechsel veränderte. Am Ende entschied ein spätes Tor von Andreas Engelhart eine Partie, in der Martinsberg laut Pichler vor allem vom eigenen Zusammenhalt getragen wurde.
Der Spielverlauf war aus Sicht des Martinsberg-Trainers ziemlich klar zweigeteilt. „In der ersten Halbzeit war Ottenschlag überlegen, hat drei, vier Hundertprozentige gehabt und Chancen vergeben“, sagte Peter Pichler nach dem Schlusspfiff. Das passt auch dazu, wie er den Gegner insgesamt erlebt hat. „Sie waren in der ersten Halbzeit aggressiv und haben gut nach vorne gespielt“, meinte der Trainer der Heimelf. Dass TSU Martinsberg trotzdem mit einer Führung in die Pause ging, war für die Partie natürlich wichtig. In der 36. Minute brachte Nikita Aleksejevic Goncarov die Gastgeber mit 1:0 in Front, obwohl SG Sallingberg/Ottenschlag nach den Aussagen Pichlers bis dahin mehr vom Spiel hatte. Gerade deshalb hatte diese Führung Gewicht, weil sie nicht aus einer Phase klarer Überlegenheit der Heimischen entstand, sondern mitten in einer ersten Hälfte, in der Martinsberg laut eigenem Trainer zunächst einiges wegzustecken hatte.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Begegnung dann spürbar. Pichler sprach davon, dass die Entwicklung dem Heimteam „ein bisschen in die Karten gespielt“ habe. Genau diese Phase war für ihn der Punkt, an dem TSU Martinsberg besser in die Partie fand. „Dann waren wir überlegen. Wir haben mehr Chancen gehabt als Ottenschlag“, fasste er die zweite Hälfte zusammen. Ganz ohne Rückschlag blieb Martinsberg in dieser Phase aber nicht. In der 65. Minute gelang Vojtech Krupicka das 1:1 für SG Sallingberg/Ottenschlag, damit war das Spiel wieder offen. Trotzdem blieb aus der Sicht des Trainers hängen, dass seine Mannschaft nach der Pause aktiver war und sich mehr Möglichkeiten erarbeitete als noch vor dem Seitenwechsel. Dass der Gegner zuvor stark begonnen hatte und später dennoch nicht mehr dieselbe Kontrolle hatte, war einer der Gründe, warum die Partie bis tief in die Nachspielzeit offen blieb.
Die Entscheidung fiel erst ganz am Ende, und sie entstand aus einer Situation, die Pichler genau benennen konnte. „Es war ein Missverständnis zwischen Tormann und Verteidiger, und unser Stürmer Andreas Engelhart hat die Chance genützt und das entscheidende 2:1 geschossen“, sagte der Martinsberg-Trainer. Der Treffer in der 90.+9. Minute brachte den Gastgebern damit doch noch den vollen Erfolg. Pichler nannte das Tor selbst „glücklich“, weil sein Team den Sieg erst in der Nachspielzeit fixierte. Gerade deshalb war seine Einordnung nach dem Spiel bodenständig. Auf die Frage nach dem Unterschied zwischen den beiden Mannschaften antwortete er trocken: „Dass wir ein Tor mehr geschossen haben als der Gegner.“ Hinter diesem knappen Satz steckt aber ein Spiel, das zuerst in eine Richtung lief, dann kippte und schließlich durch einen Fehler und die gute Reaktion von Engelhart entschieden wurde.
Was Pichler an der eigenen Mannschaft gefallen hat, formulierte er bewusst schlicht. „Der Teamgeist hat funktioniert“, sagte er, und genau das stellte er über alles andere. Viel mehr wollte er gar nicht herausheben. Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass der Auftritt für ihn noch kein fertiges Bild abgibt. „Wir müssen uns in den nächsten paar Wochen noch ein bisschen steigern, aber das werden wir schon hinbringen“, sagte der Trainer. Damit ordnete er den 2:1-Heimsieg weder zu euphorisch noch zu kritisch ein. Die Schiedsrichterleistung bewertete er ebenfalls ohne große Nebengeräusche mit den Worten: „Die war in Ordnung. Die war okay.“ In der Tabelle steht TSU Martinsberg nach zwei Runden nun bei vier Punkten und damit im oberen Bereich. Der späte Sieg gegen SG Sallingberg/Ottenschlag bringt also nicht nur Zähler, sondern auch ein Spiel, aus dem die Heimelf laut Trainer vor allem eines mitnehmen kann: dass sie auch nach einer schwierigen ersten Halbzeit über den Zusammenhalt in die Partie zurückfinden kann.