In der 2. Klasse Waldviertel Süd musste sich SV Lichtenau bei USV Bleicher Weiten mit 1:3 geschlagen geben. Trainer Gerald Schnait sah eine harte, umkämpfte Partie, in der seine Mannschaft zwar auf den Rückstand noch antwortete, danach aber mehr und mehr den Faden verlor. Vor allem rund um das 1:0 und das 2:1 kurz vor der Pause sah er jene Phasen, in denen das Spiel aus seiner Sicht kippte.

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Gerald Schnait hatte genau jene Partie gesehen, mit der er gerechnet hatte. „Es war, wie erwartet, ein schweres Spiel, eine Kampfpartie gegen USV Bleicher Weiten wie jedes Jahr“, sagte der Trainer von SV Lichtenau nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft habe zu Beginn versucht, die Begegnung spielerisch zu lösen, sei damit aber nur teilweise durchgekommen. Schnait führte das vor allem auf das Pressing der Gastgeber zurück, die früh, schnell und aggressiv attackierten. „Dadurch haben wir die spielerische Linie halbwegs verloren“, erklärte er. In der 20. Minute ging USV Bleicher Weiten dann durch Samuel Sartori mit 1:0 in Führung. Aus Sicht des Lichtenauer Trainers war dem Treffer eine Abseitsstellung vorausgegangen, trotzdem blieb seine Mannschaft dran. Nach 35 Minuten fiel der Ausgleich zum 1:1, als Moritz Martin nach einem Freistoß richtig stand und für SV Lichtenau traf. Schnait sprach in diesem Moment von einem glücklichen Treffer, der seiner Mannschaft aber sichtbar Auftrieb gab.
Richtig bitter wurde es für SV Lichtenau dann unmittelbar vor dem Seitenwechsel. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit stellte Michael Fuchs auf 2:1 für USV Bleicher Weiten. Auch dieser Treffer war für Schnait eng mit einem Ballverlust und einem tiefen Ball verbunden, den seine Mannschaft in dieser Szene nicht sauber genug verteidigte. „Das waren sicher die zwei Knackpunkte überhaupt“, sagte er mit Blick auf das 1:0 und die Szene vor dem 2:1. Nach der Pause wollte SV Lichtenau die Partie noch einmal drehen, und der Trainer sah zu Beginn der zweiten Hälfte sogar Möglichkeiten dazu. „Wir haben am Anfang der zweiten Halbzeit schon ein paar hundertprozentige Chancen gehabt. Die haben wir aber leider nicht gemacht“, sagte Schnait. Statt des möglichen Ausgleichs fiel in der 66. Minute das 3:1, erneut durch Michael Fuchs. Für den Trainer war auch dieses Tor eine Folge davon, dass seine Mannschaft im Mittelfeld zu weit weg war und beim Versuch, selbst Druck aufzubauen, die Ordnung verlor.
In seiner Analyse ging Schnait danach deutlich ins Detail. „Die Zuordnung im Mittelfeld hat uns gefehlt“, sagte der Trainer, der bei SV Lichtenau vor allem den fehlenden Zusammenhang zwischen Defensive und Offensive als Problem sah. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr sei auch das Passspiel abgerissen. Weil seine Mannschaft danach immer häufiger mit hohen Bällen ihr Heil suchte, blieb der Ertrag überschaubar. Gerade das stellte sich gegen diesen Gegner als schwierig heraus. Schnait sprach von einer „kämpferisch starken Truppe“, die hinten sehr stabil gestanden sei und in den Zweikämpfen viel investiert habe. Dass SV Lichtenau nicht aufgab, wollte er seiner Mannschaft dennoch zugutehalten. „Wir haben bis zum Schluss versucht zu kämpfen“, sagte er. Auch in den Zweikämpfen sei seine Elf im Verlauf der Partie aggressiver geworden. Das Problem war aus seiner Sicht aber, dass mit dem zunehmenden Kampf der spielerische Faden immer mehr verlorenging und genau diese Mischung am Ende nicht mehr passte.
Bei aller Enttäuschung wollte Gerald Schnait die Niederlage nicht auf den Unparteiischen schieben, auch wenn er bei zwei Szenen vor den Gegentoren anderer Meinung war. „Er hat keinen benachteiligt und keinen bevorteilt“, sagte der Trainer und stellte klar, dass die Entscheidung über Sieg und Niederlage für ihn nicht allein dort lag. Entscheidend war aus seiner Sicht vielmehr, dass SV Lichtenau nach dem 1:2 nicht mehr sauber in die Partie zurückfand und am Ende sogar froh sein musste, dass es beim 1:3 blieb. Für die Tabelle bedeutet das nach zwei Runden weiter null Punkte für SV Lichtenau, während USV Bleicher Weiten mit sechs Zählern an der Spitze steht. Schnait richtete den Blick deshalb sofort nach vorne. Einige Spieler seien derzeit zwar angeschlagen, doch die Botschaft an seine Mannschaft war klar: „Kopf hochhalten, nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Jetzt gehe es darum, gut zu trainieren, die spielerische Linie wiederzufinden und in der kommenden Woche wieder einen Punktegewinn anzupeilen.