In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat die TSU Martinsberg gegen den USV Klein-Pöchlarn klar mit 0:4 verloren. Für Trainer Harald Schobersberger war der Grund schnell gefunden: „Wir waren spielerisch um eine Klasse besser.“ Seine Mannschaft hatte schon vor der Pause viel mehr vom Spiel, ließ nur wenig zu und machte mit dem schnellen 2:0 direkt nach dem Seitenwechsel früh alles klar.

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Schobersberger musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, warum der Auswärtssieg so deutlich ausfiel. Für ihn begann das schon in den ersten Minuten. „Zu Beginn haben wir gleich drei, vier Riesenchancen gehabt“, sagte der Trainer, der vor allem mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden war. Eine Möglichkeit entstand nach einem Standard, dazu kamen zwei weitere große Chancen aus dem Spiel heraus. Dass daraus zunächst noch kein Treffer wurde, änderte für ihn aber nichts am Eindruck, dass seine Mannschaft das aktivere Team war und die Partie kontrollierte. Klein-Pöchlarn blieb geduldig, spielte weiter sauber nach vorne und belohnte sich kurz vor der Pause. In der 41. Minute traf Vitalij Srjuba zum 1:0, einen Treffer, den Schobersberger als „schön herausgespielt“ beschrieb. Ganz vom Tisch war die Partie da aber noch nicht, weil Martinsberg laut dem Coach bei einem Konter auch zum 1:1 hätte kommen können. Gerade deshalb fiel seine Einordnung der ersten Hälfte eindeutig aus: „Wir hätten eigentlich höher führen müssen als 1:0.“
Was vor dem Seitenwechsel noch gefehlt hatte, legten die Gäste unmittelbar nach Wiederbeginn nach. In der 47. Minute erhöhte Sokol Spahiu auf 2:0. Schobersberger schilderte den Treffer als abgefälschten Schuss aus dem Bereich vor dem Strafraum, der den Weg ins Tor fand. Für ihn war das der Moment, in dem die Begegnung endgültig in die Richtung seiner Mannschaft kippte. „Dann war das Spiel eigentlich gegessen“, sagte er, weil Klein-Pöchlarn damit den Vorsprung hatte, der dem guten Auftritt schon vor der Pause entsprochen hätte. Ganz ohne kleine Schwankung ging es danach zwar nicht weiter. Der Trainer sprach davon, dass seine Elf nach rund einer Viertelstunde in der zweiten Halbzeit wieder einen kurzen Durchhänger hatte und für einige Minuten etwas gebraucht habe. Richtig gefährlich wurde es für die Gäste aber nicht mehr. Stattdessen fiel in der 65. Minute das 3:0 durch Vitalij Srjuba, das laut Schobersberger nach einem schönen Konter über die Seite zustande kam. Zwei Minuten später setzte Srjuba mit dem 4:0 den Schlusspunkt, wobei der Trainer dabei auch von einem Tormannfehler sprach.
Im Gespräch zog sich ein Punkt wie ein roter Faden durch die Analyse des Trainers: Für Schobersberger lag der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften klar im Spiel mit dem Ball. „Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt und fast keine Fehler zugelassen“, sagte er. Genau das sei gegen einen Gegner wie Martinsberg wichtig gewesen. Der Coach beschrieb die Gastgeber als Mannschaft, die sich eher hinten hineinstellt, auf Fehler wartet und dann mit hohen Bällen nach vorne spielt. „Auf das muss man sich einstellen. Ein, zwei Chancen bekommen sie meistens im Spiel“, erklärte er. Umso mehr hob er hervor, dass seine Mannschaft diesmal kaum Einladungen verteilt habe. Dazu kam eine personelle Maßnahme, die voll aufging. „Normalerweise hebe ich keinen hervor, aber heute habe ich einen Innenverteidiger nach vorne gestellt als Mittelstürmer und der hat sich mit drei Toren bedankt“, sagte Schobersberger. Gemeint war Vitalij Srjuba, der mit seinem Dreierpack den Nachmittag aus Sicht der Gäste perfekt abrundete und die Umstellung eindrucksvoll rechtfertigte.
Unter dem Strich war es aus Sicht von Klein-Pöchlarn ein Auswärtsspiel, bei dem vieles zusammenpasste. Der Trainer lobte nicht nur die spielerische Überlegenheit, sondern auch die ruhige Art, wie seine Mannschaft nach den vergebenen Anfangschancen weitergemacht hat. Dazu kam, dass die Partie ohne Aufreger über die Bühne ging. „Das Spiel war komplett fair. Da hat es überhaupt keine strittige Situation gegeben und der Schiedsrichter war in Ordnung“, sagte Schobersberger. Entscheidend blieb für ihn aber, dass seine Elf über weite Strecken die Kontrolle hatte, nach dem 2:0 nicht mehr viel anbrennen ließ und am Ende auch in der Höhe verdient gewann. Mit dem 4:0 in Martinsberg hält Klein-Pöchlarn nach fünf Runden bei zehn Punkten und bleibt in der Spitzengruppe dabei. Vor allem die erste Halbzeit und die Konsequenz nach dem Seitenwechsel dürften dem Trainer gezeigt haben, in welche Richtung es für seine Mannschaft gehen soll.