In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat USC Maria Taferl am Sonntag bei SG Sallingberg/Ottenschlag mit 5:2 gewonnen. Nach einem langen Anlauf brachte Mate Szalka die Gäste in Führung, kurz vor der Pause folgte jener Doppelschlag zum 3:0, den Trainer Martin Ledermüller später als eigentliche Entscheidung bezeichnete. Auch das zwischenzeitliche 1:3 brachte die Partie nicht mehr ernsthaft zum Kippen.

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Martin Ledermüller war trotz der fünf Auswärtstore weit davon entfernt, sein Team einfach nur zu feiern. Der Trainer beschrieb den Beginn ungewöhnlich kritisch und fand klare Worte für den eigenen Auftritt: "Wir haben von Anfang an Standbild gespielt, zu wenig Laufbereitschaft gehabt, zu wenig Bewegung gezeigt und zu wenige Bälle gefordert." Trotzdem ging Maria Taferl in Minute 31 durch Mate Szalka mit 1:0 in Führung. Wirklich auf Kurs kam der Tabellenführer aber erst unmittelbar vor der Pause, als Alexander Hofbauer in Minute 44 auf 2:0 stellte und Florian Reithmayer wenig später das 3:0 nachlegte. Genau dieser Doppelschlag war für Ledermüller der Moment, in dem das Spiel klar in Richtung seiner Mannschaft lief. "Wichtig war vor der Halbzeit das 3:0. Das war dann eigentlich die Entscheidung", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff.
Ganz erledigt war die Sache nach Wiederbeginn aber noch nicht. Jakub Sedivy verkürzte in der 54. Minute auf 1:3 und brachte damit zumindest kurz noch einmal Leben in die Partie. Ledermüller gab offen zu, dass dieser Treffer seine Mannschaft noch einmal kurz beschäftigt habe. "Beim 3:1 war kurz zum Nachdenken, aber wie wir das 4:1 gemacht haben, war es eigentlich ungefährdet", erklärte er. Genau diese Antwort kam prompt. Fabian Winkler stellte nur drei Minuten nach dem Anschlusstreffer auf 4:1, und als Alexander Hofbauer in Minute 63 mit seinem zweiten Tor des Tages auch noch das 5:1 folgen ließ, war die Partie endgültig in ruhigen Bahnen. Das späte 2:5 durch Matthias Stummer in der 87. Minute änderte am klaren Auswärtssieg nichts mehr, weil Maria Taferl die passende Antwort auf die einzige heikle Phase nach der Pause sofort gefunden hatte.
Bemerkenswert war vor allem, dass Ledermüller den Sieg nicht als rundum überzeugenden Auftritt verkaufen wollte. Als echte Stärke hob er hervor, dass seine Mannschaft mehrere Tore sauber herausgespielt habe, gleichzeitig legte er aber den Finger deutlich in die Wunde. "Die Körpersprache ist ein bisschen zu wenig. Bei der Laufbereitschaft geht immer noch mehr. Wir müssen die Bälle besser verarbeiten, sicherer herausspielen und die Passqualität höher halten", sagte der Maria-Taferl-Coach. Gerade dieses Spannungsfeld zog sich durch seine ganze Einordnung. Auf der einen Seite stehen fünf erzielte Tore auswärts, auf der anderen Seite sieht der Trainer noch genug Bereiche, in denen seine Mannschaft sauberer und stabiler werden muss. Auch den Gegner ordnete er nüchtern ein. Ledermüller sprach davon, dass Sallingberg/Ottenschlag "zwei gute Schlüsselspieler" habe, betonte aber vor allem, dass sein Team selbst viel konsequenter mit dem Ball umgehen müsse und sich zu viele einfache Ballverluste nicht leisten dürfe.
Unterm Strich nahm Maria Taferl den 5:2-Sieg natürlich gerne mit und steht nach fünf Runden mit elf Punkten an der Spitze der Liga. Dass auf Seiten der Gäste in Minute 76 noch Martin Ledermüller und Alexander Schrenk Rot sahen, passte zu einem Nachmittag, an dem der Trainer mit manchen Entscheidungen sichtlich nicht einverstanden war. Viel sagen wollte er dazu aber nicht. Wichtiger war ihm der Blick auf die nächsten Wochen. "Wir haben wieder gezeigt, dass wir gut drauf sind", sagte Ledermüller und verband das sofort mit einer klaren Mahnung: "Wir müssen die Qualität hochhalten, dürfen nicht hochmütig werden und wollen von Spiel zu Spiel schauen." Dazu komme, dass viele Spieler ins Training kommen und die Stimmung in der Mannschaft hoch bleiben soll. Genau diese Mischung aus Ergebnis, Selbstkritik und Bodenhaftung nahm Maria Taferl aus Sallingberg mit. Oder, wie es der Trainer am Ende formulierte: "Vielleicht sind wir noch für ein paar Überraschungen gut."