In der 2. Klasse Waldviertel Süd musste sich SV Jauerling am Freitag bei SV Leiben mit 1:4 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel aus Sicht von Trainer Heinz Jilch zwar zu hoch aus, seine Erklärung war aber klar: "Die Tore, die du nicht schießt, bekommst du." Vor allem vor der Pause sah der Coach seine Mannschaft in einer Phase, in der mehr drinnen gewesen wäre als ein 0:1-Rückstand.

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Der Start in Leiben verlief aus Sicht der Gäste noch nicht nach Wunsch, aber auch keineswegs einseitig. Heinz Jilch beschrieb die Anfangsphase so: "Zu Beginn war es sehr offen. Leiben hatte zwar Feldüberlegenheit, aber wir sind hinten gut gestanden." Genau darin lag für den Trainer auch die verpasste Chance seiner Mannschaft. Nach etwa einer Viertelstunde kam Jauerling besser hinein, schaltete immer wieder gut um und erarbeitete sich vor der Pause drei große Möglichkeiten. Eine davon landete sogar an der Stange. Gerade deshalb ärgerte den Trainer der Verlauf bis zum Seitenwechsel besonders, denn in der 41. Minute traf Markus Gruber nach einem Eckball zum 1:0 für Leiben. "Da müssen wir einfach ein Tor daraus machen", sagte Jilch, der den Rückstand kurz vor der Pause als ersten harten Knackpunkt sah.
Nach dem Seitenwechsel bekam Leiben zunächst seine beste Phase. Jilch sprach davon, dass sich seine Mannschaft in dieser Zeit schwergetan habe und der Gegner ordentlich Druck aufbaute. In der 52. Minute brachte Fabian Rameder den Ball zum 2:0 über die Linie, nachdem Jauerling den Ball im eigenen Strafraum nicht entscheidend klären konnte. Ganz abgeschüttelt waren die Gäste damit aber noch nicht. Nur vier Minuten später verkürzte Mugove Leroy Munyorove auf 2:1 und brachte Jauerling wieder zurück ins Spiel. Der Trainer nannte dieses Tor verdient und sah danach neuerlich die Möglichkeit, das Match noch zu drehen. "Wir hatten zwei große Chancen auf den Ausgleich", erklärte Jilch. Umso mehr blieb bei ihm das Gefühl hängen, dass seine Mannschaft in den entscheidenden Momenten zu wenig aus ihren Möglichkeiten machte.
Die Szene zum 3:1 traf Jauerling dann in einer Phase, in der wieder Hoffnung da war. In Minute 70 stellte Fabian Weiß nach einem Freistoß auf 3:1 und verschaffte Leiben damit wieder Luft. Jilch blieb auch hier bei seiner klaren Linie in der Analyse: "Entscheidend war, dass wir das 1:0 nicht machen nach drei Großchancen." Daraus leitete er das alte Fußballersprichwort ab, das für ihn den Abend zusammenfasste: "Die Tore, die du nicht schießt, bekommst du." Seine Mannschaft gab sich trotzdem nicht auf, warf in der Schlussphase alles nach vorne und bekam zusätzlich Rückenwind, als Leiben nach der Roten Karte gegen Manuel Brandhofer ab der 82. Minute in Unterzahl weiterspielen musste. Den letzten Treffer erzielten aber wieder die Gastgeber: Markus Gruber setzte mit dem 4:1 in der Nachspielzeit den Schlusspunkt, nachdem Jauerling in einen Konter gelaufen war.
In der Ursachenforschung wurde Jilch deutlich. "Leider das Zweikampfverhalten in den entscheidenden Situationen", sagte der Trainer auf die Frage, was bei seiner Mannschaft nicht wie gewünscht funktioniert habe. Auch beim Vergleich mit dem Gegner wurde er konkret: "Leiben wollte den Sieg mehr. Sie haben die Zweikämpfe besser angenommen und dadurch zwar zu hoch, aber verdient gewonnen." Trotz der Niederlage sprach er dem jungen Unparteiischen ein Lob aus. "Er hatte das Spiel sehr gut im Griff", sagte Jilch und verwies nur auf eine späte Szene im Strafraum, in der es aus seiner Sicht vielleicht Elfmeter hätte geben können. Zum Abschluss hob er noch einen Spieler seiner Mannschaft ausdrücklich hervor: Clemens Führer "macht ein ganz tolles Spiel". So blieb Jauerling an einem Abend, an dem laut Trainer mehr möglich gewesen wäre, zumindest diese Einzelanerkennung.