In der 22. Runde der 2. Klasse Waldviertel Zentral trennte sich der SV Hoheneich zu Hause 2:2 vom USV Allentsteig. Nach einer 2:0-Führung durch Fabian Krawczyk und Matthias Fichtinger gaben die Gastgeber den Sieg in der 96. Minute aus der Hand; Sebastian Schmid und Matej Gorelka glichen für die Gäste aus. Sportchef und Torschütze Krawczyk sprach danach von einer "Achterbahn der Gefühle" und sah sein Team lange klar vorne, ehe Allentsteig spät zuschlug.

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Hoheneich legte entschlossen los und bekam früh Oberwasser. "Die erste Halbzeit war super von uns. Wir hatten zwei, drei gute Torchancen, und es hätte ein zweites Tor fallen können", blickte Fabian Krawczyk zurück. Sein 1:0 in Minute 29 belohnte das starke Auftreten der Hausherren, zur Pause stand es 1:0. "Allentsteig hat die ersten zwanzig Minuten auch verschlafen", meinte Krawczyk, der sein Team "60 Minuten lang die bessere Mannschaft" sah. Nach dem Wechsel erhöhte Matthias Fichtinger in der 60. Minute auf 2:0 – Hoheneich blieb am Drücker und hatte laut Krawczyk "super Chancen auch auf das 3:1". Doch Allentsteig steckte nicht auf, kam durch Sebastian Schmid in der 78. Minute zum 2:1 und war in der Schlussphase das aktivere Team. In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Matej Gorelka zum 2:2. "Wenn du den Ausgleich in der 96. Minute bekommst, bist du wieder auf dem Boden der Realität angelangt", brachte es Krawczyk auf den Punkt.
Aus Hoheneicher Sicht lag der Wendepunkt im Anschluss an das 2:0. "Wir hatten super Chancen auf das 3:1, zwei gute, die man nutzen kann. Das haben wir leider verpasst", ärgerte sich Krawczyk, ohne lange nach Ausreden zu suchen. Der Anschluss kam aus einem Standard: "Das 2:1 fiel nach einem Freistoßtreffer vom Kapitän von Allentsteig. Es war kein schlechter Schuss. Den kann der Tormann natürlich haben, aber ich mache ihm keinen Vorwurf. Er hat uns sonst in der Partie gehalten." Hoheneich verteidigte danach tief, wollte den Vorsprung über die Zeit bringen, doch genau das birgt Risiko. "Wenn du versuchst, die Führung über zwanzig Minuten mit Nachspielzeit zu verteidigen, kann ein Treffer passieren – durch einen unnötigen, besser gesagt blöden Fehler. Das kann vorkommen. Ich mache da keinem einen Vorwurf", sagte der Sportliche Leiter. Trotz Ärger über das Ergebnis betonte er: "Im Großen und Ganzen hat das Konzept wieder gestimmt."
Bei allem Frust fand Krawczyk klare Worte des Respekts für den Gegner. "Allentsteig ist eine Mannschaft mit Potenzial. Sie haben eine gute Kombination aus jung und alt, ein paar Führungsspieler sind dabei. Das ist nicht mehr das Allentsteig wie die letzten drei, vier Jahre." Dazu passte das Bild der letzten halben Stunde, in der die Gäste aufdrehten und drängten. Auch der Schiedsrichter bekam explizit ein gutes Zeugnis: "Ein sehr junger Bursche mit siebzehn Jahren hat die Partie super gepfiffen. Es gab keine unnötigen Szenen, er hat sich nicht aufheizen lassen und seine Partie runtergepfiffen. Wirklich ein großes Lob." Einziger Kritikpunkt aus Hoheneicher Sicht: "Die sechs Minuten Nachspielzeit kann man nicht nachvollziehen, das war ein bisschen überzogen." Dennoch blieb Krawczyk fair: "Ich mache dem Schiedsrichter keinen Vorwurf. Er hatte die Partie super im Griff."
Sportlich bleiben beide Teams Nachbarn in der unteren Tabellenhälfte: Allentsteig hält bei 26 Punkten auf Rang elf, Hoheneich folgt mit 23 Zählern auf Platz zwölf. Das 2:2 fühlt sich für die Hausherren wie zwei liegen gelassene Punkte an, die Erklärungen sind aber greifbar. "Endlich mal eine Partie, wo wir nicht mehr als zwei Tore kassieren", merkte Krawczyk positiv an und verwies gleichzeitig auf die vergebene Vorentscheidung: "Wir haben es verpasst, das 3:0 beziehungsweise das 3:1 zu machen." Die Mischung aus Ärger und Zuversicht bleibt: "Es kann passieren. Ich mache keinem einen Vorwurf." Die Leistung über weite Strecken stimmt – jetzt soll die Konsequenz vor dem Tor wiederkommen.