In der 2. Klasse Waldviertel Zentral setzte sich der SV Groß-Siegharts in einer unterhaltsamen Partie mit 5:3 gegen den UFC Rastenfeld durch. Früh vorne, dann kurz wacklig, zur Pause wieder in Führung – und nach dem Ausgleich mit einem Doppelschlag auf die Siegerstraße: So lässt sich dieser Heimsieg einordnen. Trainer Harald Fischer sprach von einem „schwierigen Spiel“, in dem seine Mannschaft „über 90 Minuten die bessere Mannschaft“ war und den entscheidenden Punch direkt nach dem 2:2 setzte.
Die Gastgeber erwischten einen Start nach Maß: Bereits nach vier Minuten stellte David Formacek auf 1:0. Dennoch nahm die Partie für Groß-Siegharts nicht geradlinig ihren Lauf. „Wir sind gut reingestartet, aber dann waren wir 15, 20 Minuten ein bisschen zu passiv“, erklärte Harald Fischer. Rastenfeld nutzte diese Phase und kam durch Vojtech Nevola in Minute 24 zum 1:1. „Wir haben da ein unnötiges Tor bekommen, wo wir in der Verteidigung vier gegen eins waren“, ärgerte sich der Coach. Die Antwort der Hausherren fiel noch vor der Pause aus: Nach starker Aktion über rechts hämmerte Matthias Kuna den Ball an die Latte, Kilian Hayduck drückte aus kurzer Distanz zum 2:1 über die Linie (33.). Mit dieser Führung ging es auch in die Kabinen – verdient, weil Groß-Siegharts nach der kurzen Schwäche wieder mehr Zugriff fand und das Spiel besser kontrollierte.
Nach Wiederbeginn meldete sich Rastenfeld zurück: Frantisek Sedlacek glich in der 54. Minute zum 2:2 aus. „Das war aus unserer Sicht ein Elfmeter – ein dummes Tor“, sagte Fischer. Genau hier kippte das Spiel endgültig zu Gunsten der Heimischen, denn Groß-Siegharts blieb am Drücker und legte sofort nach. „Der wichtigste Moment war, dass wir nach dem 2:2 innerhalb von sechs Minuten auf 4:2 davongezogen sind“, betonte der Trainer. Zuerst traf Ralph Lebersorger zum 3:2 (56.), wobei Fischer die Szene so beschrieb: „Unser linker Verteidiger kam im Sechzehner zum Schuss, der Ball ist vor dem Tormann noch aufgesprungen.“ Nur wenig später erhöhte Formacek auf 4:2 (60.). In der Schlussphase krönte der Angreifer seinen Auftritt mit dem 5:2 (76.) – einmal musste er „nur mehr reindrücken“, beim anderen Treffer „hat er zwei Gegenspieler und den Torhüter überspielt“, schilderte Fischer seine beiden Gala-Momente. Sedlaceks 5:3 in Minute 78 änderte am Heimsieg nichts mehr.
Am Ende stand ein klarer Heimerfolg, der laut Fischer auf einer geschlossenen Leistung basierte. „Es hat bei uns Höhen und Tiefen gegeben, aber wir haben fünf Tore geschossen und sind wieder zu vielen Chancen gekommen. Die Mannschaftsleistung war in Ordnung“, fasste der Coach zusammen. Rastenfeld habe es seinen Leuten mit einem klaren Plan nicht leicht gemacht: „Der Gegner hat fast nur mit hohen Bällen operiert. Da ist es schwierig, weil das Mittelfeld kaum ins Spiel kommt.“ Positiv strich er den Mut seiner Offensiven hervor und blieb fair im Urteil über den Gegner: „Offensiv haben sie uns vor Probleme gestellt, in der Abwehr waren sie heute ein bisschen schwächer.“ Auch zur Leitung des Unparteiischen gab es kein böses Wort: „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung, es gab keine strittigen Szenen.“
Mit nun 40 Punkten als Team aus dem vorderen Drittel der Tabelle will Groß-Siegharts den Schwung aus der 22. Runde mitnehmen – und jene Phasen, in denen man zu passiv wird, weiter verkürzen. „Über 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft“, sagte Fischer, „und genau daran wollen wir in den nächsten Spielen anknüpfen.“