Spielberichte

„Wir haben mit den Topmannschaften mithalten können“ – Weinberger zieht in Eibenstein positiv Bilanz

SV Eibenstein

In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat SV Eibenstein die Saison mit 48 Punkten auf Rang vier beendet. Für Trainer Philip Weinberger ist das nach einer Spielzeit, in der seine Mannschaft lange weit vorne mitmischte, ein Ergebnis, mit dem er leben kann. Besonders die Entwicklung gegen den Ball bewertet er positiv, auch wenn er offen anspricht, dass seiner Elf gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte offensiv manchmal die letzte Durchschlagskraft fehlte.

Torwart wartet auf Eckball

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Defensiv stabiler, vorne nicht immer mit letzter Wucht

Weinberger macht gleich zu Beginn klar, woran in Eibenstein in den vergangenen Monaten gearbeitet wurde. „Unser Ziel war, dass wir in der Frühsaison weniger Gegentore bekommen und uns vor allem bei Ballverlusten im Gegenpressing verbessern, damit wir das Zentrum schließen können“, sagt der Trainer. Genau dort sieht er auch Fortschritte. Eibenstein habe mehrere Spiele zu null bestritten, sei insgesamt kompakter geworden und habe sich in vielen Phasen stabiler präsentiert als noch davor. Ganz ohne Nebeneffekt blieb dieser Zugang aber nicht. „Vielleicht hat die Offensive auch ein bisschen darunter gelitten, weil wir etwas defensiver gestanden sind“, meint Weinberger. Ganz grundsätzlich sieht er dennoch keine schwache Angriffsleistung, denn Tore habe seine Mannschaft weiterhin erzielt. Nur in manchen Partien sei eben zu merken gewesen, dass „uns da ein wenig die Durchschlagskraft gefehlt hat“, vor allem dann, wenn die Gegner aus der oberen Tabellenhälfte kamen und Torchancen nicht mehr so leicht zu erspielen waren.

Bis zum Schluss in Schlagdistanz der Spitze

Dass Eibenstein am Ende Vierter wurde, erzählt nur einen Teil der Saison. Ein Blick auf den Verlauf zeigt, dass die Mannschaft über weite Strecken ganz vorne dabei war, nach 20 Runden sogar noch auf Platz zwei lag und bis in die Schlussphase hinein um die Spitzenplätze mitspielte. Genau das war laut Weinberger ein wichtiges Ziel. „Wir haben uns vorgenommen, so lange wie möglich um die vorderen Plätze mitzuspielen. Das haben wir schlussendlich auch bis zum Schluss erreicht“, sagt er. Dass der zweite Rang am Ende nur drei Punkte entfernt war, unterstreicht, wie eng es im Kampf hinter Meister SC Pfaffenschlag zuging. Gerade daraus zieht er einiges an Zuversicht: „Wir wissen, dass wir mit den Topmannschaften mithalten können und diese auch schlagen können.“ Auch das 4:2 zum Abschluss beim UFC Langschlag änderte zwar nichts mehr an der Endplatzierung, passte aber zur Gesamteinschätzung des Trainers, der den vierten Rang nicht kleinredet, sondern sauber einordnet.

Viel Lob für die Konkurrenz, klare Worte zur eigenen Bilanz

Weinberger spricht nicht so, als hätte seine Mannschaft eine große Chance leichtfertig liegen lassen. Er sagt vielmehr sehr nüchtern: „Mit dem vierten Platz muss man schlussendlich zufrieden sein, auch wenn das ganz große Ziel nicht erreicht wurde.“ Gleichzeitig spart er nicht mit Anerkennung für die Konkurrenz. Pfaffenschlag sei „völlig verdient Meister geworden“, weil die Mannschaft für ihn die stärkste der Liga gewesen sei und sich das über Jahre behutsam aufgebaut habe. Auch Arbesbach hebt er hervor und nennt die junge Ausrichtung und den erfrischenden Fußball als Gründe dafür, warum dieser zweite Platz verdient sei. Diese Aussagen passen gut zu seiner Gesamtsicht auf die Saison: Eibenstein war dran, Eibenstein war lange im Rennen, aber am Ende stand eine Platzierung, die weder Zufall noch Enttäuschung ist. Der Trainer sieht seine Mannschaft nicht weit weg von den Besten, aber eben auch nicht an einem Punkt, an dem man den vierten Platz als zu wenig abtun könnte.

Demeter-Duo geht, Weinberger macht Schluss

Im personellen Bereich ist bisher noch nicht alles entschieden, zwei Abgänge stehen aber bereits fest. Patrik Demeter und Robin Demeter werden den Verein verlassen. Mehr Namen wollte Weinberger noch nicht nennen, er betont aber klar, dass man auf diese Veränderungen reagieren werde: „Wir werden die beiden sicherlich adäquat ersetzen und wieder Qualität holen.“ Noch einschneidender ist allerdings die Veränderung auf der Trainerbank. Weinberger selbst legt sein Amt nieder. „Aus privaten, familiären Gründen ist es mir zeitlich nicht mehr möglich, diesen Aufwand so zu betreiben, um das professionell genug und mit hundert Prozent weiterzuführen“, sagt er. Diese Aussage wirkt umso gewichtiger, weil er gleichzeitig auf eine aus seiner Sicht sehr ordentliche Bilanz verweisen kann. Er spricht von einer positiven Zeit, vom vierten Platz, von einer hohen Punkteausbeute. Dazu kommt zumindest eine gute Nachricht für den Sommer: Verletzte oder angeschlagene Spieler gibt es aktuell nicht, zum Start der Vorbereitung sollen alle wieder dabei sein.

Was in Eibenstein bleiben soll

Am deutlichsten wird Weinberger dann, wenn er nicht über Taktik oder Tabelle spricht, sondern über das Innenleben des Vereins. „Wir pflegen ein tolles freundschaftliches Verhältnis miteinander. Wir haben Spaß, und das ist auch ein Mitgrund, warum wir diese Saison gut abgeschnitten haben“, sagt er. Er beschreibt eine Mannschaft, in der „jeder für jeden kämpft“ und in der das Miteinander nicht am Spielfeldrand aufhört. Funktionäre, Spieler und Helfer würden bei Festen und Aktivitäten gemeinsam anpacken, genau das mache den SV Eibenstein aus. Für seinen Abschied findet er deshalb auch dankbare Worte an Vorstand, Funktionäre und Spieler. Seinem Nachfolger wünscht er alles Gute, und für die Zukunft des Vereins macht er eine klare Ansage: „Eibenstein wird auch nächstes Jahr sicherlich eine bedeutende Rolle spielen in der Meisterschaft.“