Spielberichte

"Ohne Energie gestartet, nach der Pause anders aufgetreten" – Bad Großpertholz lässt den Sieg spät liegen

Bad Großpertholz
UFC Langschlag

In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat sich USC Bad Großpertholz am Samstag in einem Spiel mit zwei völlig verschiedenen Hälften 2:2 von UFC AMON Langschlag getrennt. Nach einem 0:1 zur Pause drehten die Gastgeber die Partie durch Treffer von Matej Hodac und Miroslav Kucera, ehe Patrick Prock in der Nachspielzeit noch ausglich. Trainer David Artner sprach deshalb von einem leistungsgerechten, aus seiner Sicht aber dennoch sehr ärgerlichen Remis.

Ball mit Fußballschuhen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Langschlag hat die erste Hälfte im Griff

David Artner machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft nur schwer in die Partie gefunden hat. "In der ersten Halbzeit war Langschlag klar spielbestimmend, die aggressivere, wachere und bessere Mannschaft", sagte der Trainer von Bad Großpertholz. Genau das spiegelte sich laut seiner Einschätzung auch im Verlauf wider. Seine Elf sei nicht laufstark genug gewesen, habe die Zweikämpfe zu selten angenommen, zu wenige zweite Bälle geholt und im Passspiel nicht die nötige Sicherheit gehabt. Trotzdem hätte Bad Großpertholz früh selbst vorlegen können, denn die erste große Chance gehörte laut Artner den Hausherren: Miroslav Kucera kam nach sieben oder acht Minuten aus rund sieben Metern zum Kopfball, setzte den Ball aber über das Tor. Danach blieb Langschlag das aktivere Team und ging in der 16. Minute durch Patrick Prock verdient mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Pause ließ Bad Großpertholz nach Angaben des Trainers dann noch eine riesige Gelegenheit auf den Ausgleich aus. "Dann wär's mit 1:1 in die Pause gegangen, aber die Führung geht in Ordnung", fasste Artner die erste Hälfte nüchtern zusammen.

Nach der Pause dreht Bad Großpertholz auf

Was Artner seiner Mannschaft in der Halbzeit mitgab, zeigte unmittelbar Wirkung. Der Trainer sprach von "deutlichen Worten", weil ihm der Auftritt vor der Pause überhaupt nicht gefallen hatte. Umso zufriedener war er mit der Reaktion nach dem Seitenwechsel. "Die Mannschaft hat dann eine gute Reaktion gezeigt, ist nach der Pause anders aufgetreten, so wie wir uns das vorstellen", sagte er. Bad Großpertholz kam viel besser aus der Kabine, machte gleich zu Beginn Druck und ließ den Ball sauberer laufen. Das brachte auch den Umschwung im Ergebnis. In der 74. Minute stellte Matej Hodac auf 1:1, wenig später legten die Gastgeber nach. Das 2:1 in der 79. Minute durch Miroslav Kucera fiel nach Artners Schilderung aus einem Gestocher heraus, war für seine Mannschaft aber die verdiente Belohnung für eine zweite Halbzeit, in der sie deutlich aktiver war. Noch wichtiger aus seiner Sicht: Die Heimelf hatte die Partie da nicht nur ausgeglichen, sondern komplett gedreht. "Wir haben uns Torchancen erspielt und auch das Spiel noch gedreht", hielt Artner fest.

Das 3:1 bleibt aus, Prock trifft in der Nachspielzeit

Dass es am Ende trotzdem nur zu einem Punkt reichte, machte Artner an zwei Dingen fest. Zum einen hätte Bad Großpertholz nach dem 2:1 den Sack zumachen müssen. Der Trainer verwies dabei auf eine Großchance kurz nach dem Führungstreffer, als Matej Hodac allein auf den Tormann zulief, dieser aber stark abwehrte. "Wir haben's leider nicht geschafft, das 3:1 zu machen. Das wäre die Entscheidung gewesen", sagte Artner. So blieb Langschlag im Spiel und kam tief in der Nachspielzeit noch einmal zu seiner Gelegenheit. Patrick Prock traf zum 2:2 und schnürte damit seinen Doppelpack. Besonders ärgerlich war für den Bad-Großpertholz-Coach die Entstehung dieser letzten Szene. Aus seiner Sicht hätte es davor ein Foul beziehungsweise zumindest eine Verwarnung gegen den Langschläger Tormann und eine Unterbrechung geben müssen. "Vor dem Ausgleich hätte es für den Tormann von Langschlag Gelb geben müssen und eine Spielunterbrechung", meinte Artner. Den Unparteiischen bewertete er insgesamt trotzdem ordentlich, nur diese eine Szene blieb bei ihm hängen. Beim Ausgleich selbst habe sich der Kopfball im Fünfmeterraum unglücklich aufgesetzt und sei für den eigenen Tormann dann nicht mehr zu halten gewesen.

Viel Ärger über das Ende, aber auch ein klarer Auftrag

So blieb bei Bad Großpertholz ein Gemisch aus Frust und einem gewissen Verständnis für das Ergebnis zurück. "Über die neunzig Minuten geht das Unentschieden sicher in Ordnung", sagte Artner, weil er eben auch die schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft klar ansprach. Gleichzeitig war ihm anzumerken, dass ihn der späte Ausgleich wurmte, weil seine Elf nach der Pause vieles richtig gemacht hatte. Positiv strich er deshalb vor allem Moral und Reaktion hervor. Darauf wolle man aufbauen. Der klarste Auftrag für die kommenden Wochen kam vom Trainer selbst: "Wir dürfen auf keinen Fall so in ein Spiel reinstarten: ohne Energie, ohne Laufbereitschaft." Wenn Bad Großpertholz es schaffe, die gute zweite Hälfte künftig über 90 Minuten zu zeigen und Rückstände zu vermeiden, soll aus solchen Spielen künftig auch wieder mehr herausschauen als nur ein Punkt.

2. Klasse Waldviertel Zentral: Bad Großpertholz : UFC Langschlag - 2:2 (0:1)

  • 92
    Patrick Prock 2:2
  • 79
    Miroslav Kucera 2:1
  • 74
    Mat?j Hoda? 1:1
  • 16
    Patrick Prock 0:1