In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat SV Groß-Siegharts am Samstag auswärts bei SV Weitra mit 1:3 verloren. Aus Sicht von Obmann Christian Peschel lag der Knackpunkt klar vor der Pause, als seine Mannschaft früh ins Hintertreffen geriet und bis zum Seitenwechsel drei Gegentore hinnehmen musste. Nach der Pause wurde Groß-Siegharts deutlich besser, kam durch Jiri Mica noch auf 1:3 heran und war dran, begann die Aufholjagd aber zu spät.

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Christian Peschel brauchte nach dem Spiel keine langen Umschreibungen. „Leider haben wir die erste Hälfte komplett verschlafen“, sagte der Obmann von Groß-Siegharts und traf damit den Kern dieser 90 Minuten sehr deutlich. Schon in der 3. Minute brachte Jiri Novotny die Gastgeber mit 1:0 in Führung, und genau dieser frühe Rückstand setzte den Gästen sofort zu. Peschel sprach von einem schlechten Start und machte vor allem die Szene vor dem ersten Gegentor zum Thema. „Der entscheidende Moment war, dass wir gleich zu Beginn ein Tor bekommen haben. Durch einen Eckball hatten wir ein sehr schlechtes Stellungsspiel“, sagte er. Weitra nutzte diesen Auftakt und blieb in der ersten Halbzeit das aktivere Team. Noch vor der Pause legte Ivo Pistek mit Treffern in der 36. und 41. Minute nach, sodass es mit einem klaren 3:0 in die Kabinen ging.
So klar die erste Hälfte an Weitra ging, so deutlich fiel bei Peschel auch die Einordnung der zweiten 45 Minuten aus. „Mit den Wechseln zur Pause ist es besser geworden. In der zweiten Hälfte waren wir gut und haben sehr gut mitgespielt“, sagte er. Der Unterschied war für ihn schnell sichtbar: Groß-Siegharts war nun ballsicherer, hatte weniger Fehlpässe und war viel besser im Spiel. Das spiegelte sich auch im Ergebnis wider, denn Jiri Mica verkürzte in der 59. Minute auf 1:3 und brachte die Gäste damit zumindest wieder in Schlagdistanz. Peschel sah danach eine Mannschaft, die sich in die Partie zurückarbeitete und weiter am Anschlusstreffer dranblieb. „Leider haben wir mit zwei Lattenschüssen Pech gehabt. Auch die eine oder andere gute Torchance hatten wir noch“, sagte er. Ganz weg war die Gefahr auf der Gegenseite allerdings nie, denn „Weitra war immer über den Konter gefährlich“, wie Peschel festhielt.
Die Erklärung für die Niederlage lieferte der Groß-Siegharts-Obmann selbst sehr nüchtern. Für ihn lag der Unterschied nicht in irgendeinem einzelnen Detail der Schlussphase, sondern in den ersten 45 Minuten. „In der ersten Hälfte haben das Zweikampfverhalten und viele Fehlpässe nicht gepasst“, sagte Peschel. Genau dort hatte Weitra den Vorteil. Die Gastgeber waren nach seiner Einschätzung offensiv stärker und vor dem Tor konsequenter. „Sie haben vor allem in der ersten Hälfte ihre Chancen eiskalt verwertet“, sagte er. Dazu kam, dass Groß-Siegharts laut Peschel auch bei den weiteren Gegentoren nicht gut aussah. „Bei den anderen Gegentoren haben wir uns auch sehr schlecht verhalten“, sagte er offen. Damit war der Rückstand zur Pause eben nicht nur das Ergebnis eines guten Starts von Weitra, sondern auch die Folge einer Halbzeit, in der die Gäste in mehreren Bereichen unter ihrem eigenen Anspruch blieben.
Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff vor allem, dass Peschel gar nicht erst nach Nebenschauplätzen suchte. Den Schiedsrichter wollte er ausdrücklich nicht zum Thema machen. „Über den Schiedsrichter gibt es nichts zu sagen“, stellte er klar und ordnete damit das Spiel ohne Ausflüchte ein. Sein Fazit fiel insgesamt deutlich aus: „Weitra hatte in der ersten Hälfte einfach den besseren Start und war da klar die bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte konnten wir zwar zulegen, waren aber auch etwas glücklos.“ Genau daraus lässt sich für Groß-Siegharts die Lehre aus dieser 1:3-Niederlage ziehen. Die gute zweite Hälfte zeigt, dass in dieser Partie noch etwas möglich gewesen wäre, wenn der Einstieg nicht so misslungen wäre. Weitra steht nach acht Runden mit 17 Punkten im oberen Bereich der Tabelle, Groß-Siegharts bleibt mit acht Zählern vorerst auf Rang zehn und weiß nach diesem Nachmittag vor allem eines: Mit einer Leistung wie nach der Pause wäre in Weitra deutlich mehr drin gewesen.