In der 2. Klasse Wechsel hat sich Union Natschbach-L. in einer wilden Partie mit 3:2 gegen SVSF Pottschach durchgesetzt. Nach einer starken ersten Halbzeit führten die Gastgeber 2:0, mussten nach dem Seitenwechsel aber noch einmal heftig zittern. Sportlicher Leiter Leopold Weissenböck sprach von einer „Achterbahnfahrt der Gefühle“ und meinte, dass der Heimsieg am Ende trotz guter Phasen auch ein wenig glücklich ausfiel.

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Die Natschbacher brauchten laut Weissenböck ein paar Minuten, um in die Partie zu finden, danach aber war die Richtung klar. „Nach den ersten fünf Minuten waren wir klar überlegen, haben super Angriffe gespielt, Torchancen herausgespielt und das Spiel dominiert“, sagte der sportliche Leiter. Der erste wichtige Moment war aus seiner Sicht das 1:0 in der 11. Minute, als Krisztian Horvath einen individuellen Fehler der Gäste „sehr humorlos“ ausnutzte. Nur vier Minuten später legte Philipp Grawatsch das 2:0 nach, und damit hatte sich die starke erste Halbzeit auch am Spielstand niedergeschlagen. Dass die Gastgeber sogar noch einen Elfmeter liegen ließen, unterstrich nur, wie viel in dieser Phase für Natschbach möglich gewesen wäre. Für Weissenböck war vor allem die Art und Weise entscheidend: „Wir haben in der ersten Halbzeit mehr Emotion, mehr Wille und mehr Leidenschaft ins Spiel gebracht und auch wirklich sehr konstruktiv nach vorne gespielt.“
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Natschbach zunächst am Drücker und hatte laut Weissenböck gleich die Möglichkeit zum 3:0. Statt der möglichen Vorentscheidung fiel aber in der 55. Minute der Anschlusstreffer, als Mark Simon für Pottschach auf 2:1 stellte. Von da an kippte die Stimmung spürbar, und genau das sprach Weissenböck hinterher auch offen an: „Mit dem 2:1 ist das Spiel wieder heiß geworden.“ Die Gastgeber verloren ein Stück ihrer Ruhe, die Gäste kamen stärker auf, und nun brauchte Natschbach auch den Rückhalt im Tor. Weissenböck hob dabei Philipp Wiedner ausdrücklich heraus: „Wenn man heute einen Spieler hervorheben kann, dann ihn. Er hat uns zwei, drei Unhaltbare gehalten und einen großen Anteil an dem Erfolg.“ Als Horvath in der 81. Minute das 3:1 machte, glaubten viele schon an die Entscheidung. Doch erledigt war die Partie noch immer nicht. In der Nachspielzeit verkürzte Norbert Imre Kokenszky auf 3:2, und bei der letzten Aktion klatschte ein Schuss der Gäste sogar noch an die Latte. Darum sprach Weissenböck am Ende auch von einem „wahrscheinlich glücklichen Heimsieg“.
So groß die Freude über die drei Punkte war, so klar fiel die Analyse nach dem Schlusspfiff aus. Weissenböck erinnerte an das erste Saisonspiel gegen Kirchberg, in dem seine Mannschaft ebenfalls schon mit zwei Toren vorne gelegen war und die Partie noch aus der Hand gegeben hatte. Ganz so weit kam es diesmal nicht, aber die Warnzeichen waren für ihn deutlich. „Wir waren in der Konterabsicherung nicht gut, nicht konsequent. Für die nächsten Wochen wird man da andere Konsequenz brauchen und teilweise ein bisschen mehr Hirn in den Aktionen“, sagte er. Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner fair ein. Pottschach habe viele Ausfälle zu verkraften gehabt und sei in der ersten Hälfte wohl nicht auf seinem besten Niveau gewesen, nach der Pause aber „ein guter Gegner“. Weissenböck ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn es am Ende unentschieden ausgeht, wäre das wahrscheinlich auch nicht ganz unverdient gewesen.“ Dass trotzdem ein Heimsieg heraussprang, passte für Natschbach an einem Abend, der auch abseits des Rasens stimmig war. Rund 300 Zuschauer sahen die Partie im Rahmen eines Oktoberfests, viele Gäste kamen auch aus Pottschach. „So soll Fußball sein“, meinte Weissenböck. „Man kontrahiert sich auf der Wiese und nach den neunzig Minuten trinkt man miteinander ein Bier.“ Mit dem 3:2 steht Natschbach nun bei neun Punkten aus fünf Spielen – und nimmt aus einem unterhaltsamen Abend nicht nur Erleichterung, sondern auch genug Arbeit für die kommenden Wochen mit.