Nach einem intensiven Duell zwischen USV Sulz und FC Wilfersdorf ordnete Trainer Alexander Schuh das 2:2 in der 2. Klasse Weinviertel als insgesamt gerechtes Remis ein. Seine Begründung: Sulz habe die erste Halbzeit „verschlafen“, Wilfersdorf mehrere Großchancen ausgelassen, während sein Team nach der Pause deutlich dominanter auftrat. Ballbesitzvorteile, viele ungenutzte Möglichkeiten und zwei strittige Szenen prägten seine Analyse.

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Schuhs Rückblick auf die ersten 45 Minuten fiel deutlich aus: Seine Mannschaft habe das eigene Spiel nicht durchgebracht, „nicht gekämpft, kein Spiel witz gehabt, nicht gebissen“ und sei „nicht als Einheit aufgetreten“. Den Gästen attestierte er drei Topchancen – ein Pfosten- und ein Lattentreffer sowie einen gefährlichen Kopfball. Das 0:1 fiel nach einem Standard: Nach einer Ecke köpfte Martin Fuxa an der zweiten Stange zur Führung ein (9.). „Jeder Spieler hat seine Zuordnung – das darf so nicht passieren“, haderte Schuh. Zur Pause stand es 0:1.
Nach Wiederbeginn, so Schuh, zeigte sich „ein anderes Bild“: Sulz agierte dominanter und erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit 6 Topchancen . Wir hätten sechs Tore schießen müssen, haben leider nur zwei gemacht“, fasste er zusammen. Mario Pöschl glich in der 48. Minute zum 1:1 aus. Wilfersdorf schlug jedoch zurück: Erneut war Martin Fuxa zur Stelle und stellte in der 59. Minute auf 1:2 – ein Treffer, den Schuh als Foul am Torhüter und mit Handspiel-Verdacht wertete. „Der Tormann hat den Ball, wird im Fünfer niedergeräumt, der Ball geht zurück zum Spieler an die Hand, und so fällt das Tor – der Schiedsrichter hat es gegeben“, monierte er. Sulz drückte weiter und kam durch einen Strafstoß zum Ausgleich: Nach einem Freistoß von der Seite sprang der Ball im Strafraum an die Hand eines Verteidigers – „er hat quasi Tormann gespielt, sonst hätte Rona Bumba per Kopf eingewickelt“, so Schuh. Mario Pöschl verwandelte den fälligen Elfmeter in der 72. Minute sicher zum 2:2.
Die Partie war aus Schuhs Sicht körperlich betont: „Der Gegner hat genau das gemacht, was wir erwartet haben – gelaufen und hingelangt.“ Inhaltlich erkannte er nach der Pause klaren Fortschritt, bemängelte jedoch die Konsequenz in beiden Boxen. Sein Kernsatz bündelt die Analyse: „Wenn du die Dinge vorne nicht machst, wirst du nicht gewinnen. Und wenn du hinten zu einfach die Sachen zulässt, dann wirst du auch kein Spiel gewinnen.“ Beim Ballbesitz verortete er sein Team über die gesamte Spielzeit mit rund 60 bis 65 Prozent vorne. Für die nächste Aufgabe fordert der Trainer eine deutliche Leistungssteigerung der gesamten Mannschaft: mehr Spielfreude, mehr Einsatz, mehr Biss – „als Einheit auftreten, positiv miteinander reden, die Zweikämpfe annehmen, dann schaut das sehr, sehr gut aus.“