In der 2. Klasse Weinviertel arbeitet FC Wilfersdorf eine Saison auf, die am Ende mit Platz sieben und 41 Punkten abgeschlossen wurde. Trainer Roman Lanscha spricht von einem sensationellen Herbst, einer Rolle im Meisterrennen und einem Frühjahr, das von Verletzungen und Pech geprägt war. Dazu kommt ein spürbarer Umbruch im Kader, weil mehrere wichtige Spieler den Verein verlassen haben und gleichzeitig neue Offensivkräfte geholt wurden.

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Roman Lanscha macht im Rückblick keinen Hehl daraus, dass bei FC Wilfersdorf in den vergangenen Monaten viel zusammengekommen ist. Der Trainer beschreibt die Saison sehr offen und bringt die Entwicklung mit wenigen Sätzen auf den Punkt: „Die letzte Saison war ein riesiges Auf und Ab. Wir haben vermutlich den besten Herbst seit Ewigkeiten gespielt und waren mittendrin im Meisterrennen. Dann kam ein furchtbares Frühjahr, in dem wir uns vor Verletzungen nicht retten konnten.“ Genau dieser Gegensatz erklärt auch, warum am Ende trotz großer Zwischenhoffnungen nur Rang sieben in der Abschlusstabelle herausgeschaut hat. Der starke Herbst hat gezeigt, welches Niveau in der Mannschaft steckt. Das schwache Frühjahr wiederum hat laut Lanscha ebenso klar vor Augen geführt, wie stark eine Serie kippen kann, wenn personell über Wochen nicht mehr viel zusammengeht.
Auch beim Blick auf den Kader wird schnell klar, dass sich bei FC Wilfersdorf im Sommer einiges bewegt. Verlassen haben den Verein laut Lanscha der Stürmer Martin Fuxa in Richtung SV Jedenspeigen, dazu der Verteidiger Jiri Unger, der Tormann Marcel Krajicek und der Mittelfeldspieler Adam Konecny. Gerade diese Abgänge sieht der Trainer nicht nur sportlich, sondern auch menschlich als Einschnitt. „Die Spieler, die uns verlassen, vor allem die drei tschechischen Spieler, werden menschlich sehr fehlen – und auf dem Platz sowieso auch“, sagt Lanscha. Gleichzeitig versucht der Verein, den personellen Aderlass mit Neuzugängen abzufangen. Aus Herrnbaumgarten kommen mit Angelo Kostic und Fernando Kostic zwei Brüder, die als Stürmer und Mittelfeldspieler neue Möglichkeiten bringen sollen. Dazu wurden mit Fabian Bachmeier vom SC Ladendorf und Christoph Spiroch aus der Wiener DSG-Liga weitere neue Spieler geholt.
Neben den Transfers bleibt auch die Personalsituation ein Thema, weil die Verletzungen schon im Frühjahr eine große Rolle gespielt haben. Aktuell nennt Lanscha mit Josef Niessler einen Spieler, dessen Rückkehr bereits absehbar ist, auch wenn sie Schritt für Schritt erfolgen soll. „Josef Niessler hat sich den Daumen gebrochen. Er sollte ab dem Meisterschaftsbeginn wieder trainieren können und dann langsam einsteigen“, erklärt der Trainer. Das ist kein Satz, der nach schneller Entwarnung klingt, sondern eher nach einem vorsichtigen Aufbau. Für FC Wilfersdorf ist das trotzdem eine wichtige Nachricht, weil gerade nach den Erfahrungen des Frühjahrs jeder Rückkehrer zählt. Lanscha zeichnet damit ein recht klares Bild: Die Basis für die neue Saison ist da, aber der Kader muss stabiler durch die Wochen kommen als zuletzt.
Wenn Lanscha auf die Liga schaut, nennt er vor allem zwei Mannschaften, die bei ihm Eindruck hinterlassen haben. „Beeindruckt hat mich die Kontinuität von Hauskirchen. Dementsprechend sind sie auch verdient Meister geworden“, sagt der Trainer über den Titelträger USV Hauskirchen. Auch USV Schrick hebt er ausdrücklich hervor: „Schrick hat mit seiner jungen Truppe schönen Offensivfußball gespielt und dann auch noch den Aufstieg im Play-off geschafft.“ Diese Aussagen zeigen recht deutlich, worauf Lanscha selbst schaut: Beständigkeit über eine ganze Saison und eine klare Spielidee. Bei FC Wilfersdorf geht der Blick nun in Richtung neuer Meisterschaft, die Anfang August startet. Parallel dazu will der Verein auch im Umfeld etwas aufbauen. Im September (26.) soll erstmals ein eigenes Oktoberfest stattfinden. Lanscha hofft dabei auf „großen Spaß und viele Personen, die sich bei lässiger Musik, bei Speis und Trank gut unterhalten fühlen“. Sportlich bleibt nach diesem Sommer vor allem die Frage, ob FC Wilfersdorf wieder an den starken Herbst anschließen kann – diesmal über längere Zeit.