„Die vergangene Saison war sehr kompliziert“, sagt Jürgen Roob, Obmann des SCU Altlichtenwarth, im Gespräch mit Ligaportal. Nach Monaten mit ständigen Ausfällen will der Verein in der 2. Klasse Weinviertel vor allem wieder Ordnung in den Alltag bringen. Mehrere Abgänge, vier neue Gesichter und der Versuch, in der Mannschaft neue Hierarchien aufzubauen, prägen den Sommer. Große Ansagen macht in Altlichtenwarth niemand, der Wunsch nach einer ruhigeren Spielzeit ist aber deutlich zu hören.

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Der Rückblick fällt beim Obmann entsprechend nüchtern aus. Nicht einzelne Spiele oder Phasen stehen im Vordergrund, sondern ein Problem, das sich durch die gesamte Saison gezogen hat. „Wir hatten die ganze Saison über mit sehr vielen Ausfällen zu kämpfen, was einen Spielfluss unmöglich gemacht hat“, sagt Roob. Dazu kam, dass die Mannschaft beinahe Woche für Woche in anderer Besetzung auflief. „Wir haben fast jedes Spiel mit einer anderen Aufstellung gespielt, was natürlich nie zu einer Eingespieltheit führen konnte.“
Gerade in unteren Klassen, in denen Automatismen und Verlässlichkeit oft mehr zählen als spektakuläre Einzelaktionen, wiegt so etwas besonders schwer. Altlichtenwarth musste permanent improvisieren. Dass der Verein die Saison dennoch nicht völlig aus der Hand gleiten ließ, ist für Roob einer der wenigen klaren Pluspunkte. „Trotz der mäßigen Resultate haben wir uns beachtlich geschlagen und trotzdem nie aufgegeben.“ Dazu passt auch der Schlussspurt: Aus den letzten drei Partien holte die Mannschaft zwei Siege und verabschiedete sich mit einem 6:1 gegen SC Dürnkrut in die Sommerpause.
Im Kader hat sich seither einiges bewegt. Mit Josip Batinic und Radojica Kalinov verliert Altlichtenwarth zwei Spieler, die laut Roob „auf der Sechs zu Hause“ waren. Dazu verabschiedet sich mit Dominik Padujcak ein Stürmer. Vor allem in der Offensive sah der Verein Handlungsbedarf. Reagiert wurde mit mehreren Zugängen. Neu dabei ist Stürmer Adam Novotny, der vom FC Wilfersdorf kommt. Außerdem wurden Krystof Pospisil aus der Slowakei, Piotr Kunicki und Aziz Coulibaly geholt. Damit ist der Umbruch nicht riesig, aber doch groß genug, um die Vorbereitung stärker auf das Mannschaftsgefüge als nur auf das Sportliche auszurichten.
Roob beschreibt die Schwerpunkte der nächsten Wochen sehr klar. Zunächst geht es um die körperliche Grundlage. „Kraft und Ausdauer sind der Grundstein für eine solide Saison“, sagt der Obmann. Gleichzeitig soll die neue Gruppe zusammenfinden. Weil mehrere frische Spieler eingebaut werden müssen, spricht Roob auch offen von einem zweiten Arbeitsfeld: „Wir werden wieder Hierarchien in der Mannschaft aufbauen müssen.“
Passieren soll das nicht nur am Trainingsplatz. Viele Gespräche und Teamevents sollen helfen, die Struktur in der Gruppe zu festigen. Daneben will der Verein genau hinsehen, „wo man Verbesserungen vornehmen muss“ und bei welchen Spielern noch mehr herauszuholen ist. Immerhin gibt es derzeit keine größeren personellen Sorgen. Abgesehen von Urlaubszeit und kleineren Wehwehchen meldet Altlichtenwarth aktuell keine längeren Ausfälle.
Bei den Erwartungen für die neue Saison bleibt Roob zurückhaltend. Er rechnet in der Liga mit engem Verlauf und wenig Vorhersehbarkeit. „Die Saison wird, glaube ich, sehr spannend. Es wird ein Hin und Her werden“, sagt er. Entsprechend vorsichtig ist auch die Zielsetzung formuliert: „Unser Ziel wird sein, dass wir unter die ersten zehn kommen.“ Unterm Strich soll die Mannschaft nach dem schwierigen Jahr wieder verlässlicher auftreten. Altlichtenwarth setzt nicht auf große Schlagzeilen, sondern auf mehr Konstanz, mehr körperliche Substanz und eine Gruppe, die sich rascher findet als in der vergangenen Saison. Bis zum Saisonstart am 1. August soll genau dafür die Basis gelegt werden.