In der 2. Klasse Weinviertel hat der USC Wetzelsdorf gegen den FC Wilfersdorf nach torloser erster Hälfte mit 2:3 verloren. Wilfersdorf drehte die Partie nach dem 0:1 binnen 13 Minuten und nahm damit in Runde sechs drei Punkte mit. Trainer Roman Lanscha sah den Unterschied vor allem in der Erfahrung seiner Mannschaft: „Die individuelle Qualität hat über die kollektive Qualität gesiegt.“
Roman Lanscha machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass ihm der Auftritt seiner Mannschaft anfangs gar nicht gefallen hatte. „Die ersten 20 bis 30 Minuten haben wir komplett verschlafen“, sagte der Wilfersdorfer Trainer. Gleichzeitig ordnete er diese Phase nüchtern ein, denn „es war nicht so, dass irgendeine Mannschaft herausgespielte Torchancen hatte“. Genau das passt auch zum 0:0 zur Pause: Die Partie brauchte Anlaufzeit, Wetzelsdorf brachte mit vielen jungen Spielern Energie hinein, während Wilfersdorf zunächst keinen richtigen Zugriff fand. Lanscha erklärte das so: „Wir wussten zwar, was Wetzelsdorf spielen möchte, aber ihre Spielweise ist uns nicht gerade entgegengekommen.“ Erst nach dieser zähen Anfangsphase kam sein Team besser in die Begegnung. „Dann haben wir im offensiven Zentrum ordentlich ins Spiel gefunden, dadurch besser Räume hinter der Verteidigung gefunden“, sagte der Trainer und beschrieb damit jene Entwicklung, die Wilfersdorf später in die Karten spielte.
Der Knackpunkt auf dem Feld folgte nach dem Seitenwechsel. Zunächst ging Wetzelsdorf in der 56. Minute durch Paul Mayerhofer mit 1:0 in Führung und hatte damit nach einer langen ausgeglichenen Phase den ersten Treffer der Partie auf seiner Seite. Wilfersdorf ließ sich davon aber nicht aus dem Rhythmus bringen. Nur fünf Minuten später stellte Angelo Kostic auf 1:1, und damit war das Spiel plötzlich in Bewegung. Noch deutlicher wurde das in der folgenden Viertelstunde: Fabian Bachmayer traf in der 65. Minute zum 1:2 und legte in der 69. Minute das 1:3 nach. Aus einem torlosen Spiel war innerhalb kurzer Zeit ein Wilfersdorfer Vorsprung geworden, der die Begegnung entschied. Wetzelsdorf kam in der 86. Minute durch Raphael Frantz zwar noch auf 2:3 heran, mehr als dieser späte Anschlusstreffer gelang den Gastgebern aber nicht mehr.
Warum das Spiel am Ende bei Wilfersdorf landete, fasste Lanscha in einem Satz zusammen, der seine Sicht auf diese 90 Minuten klar auf den Punkt brachte: „Die individuelle Qualität hat über die kollektive Qualität gesiegt.“ Gemeint war damit nicht nur die Phase mit den drei Treffern, sondern auch die Zusammensetzung beider Mannschaften. „Wir haben uns im Sommer sehr gut verbessert und einige Spieler geholt, die uns auf einen gewissen Standard gehoben haben“, sagte der Trainer. Dem stellte er die junge Wetzelsdorfer Mannschaft gegenüber: „Wetzelsdorf hat mit vielen jungen Eigenbauspielern gespielt.“ Für Lanscha war deshalb vor allem eines ausschlaggebend. „Dementsprechend konnte die Erfahrung, die unsere Spieler bereits haben, das Match am Ende entscheiden.“ Der Auswärtssieg war damit kein Spiel, in dem Wilfersdorf von Beginn an alles im Griff hatte, sondern eines, in dem die Gäste nach schwachem Start die besseren Antworten fanden. Genau darin steckt für Lanscha auch die Lehre aus dieser sechsten Runde: Die Qualität war da, der Start in die Partie aber sicher nicht so, wie er ihn sehen wollte. Der Trainer aber auch mit folgenden Worten: "Wetzelsdorf hätte sich durchaus auch einen Punkt verdient. Im Endeffekt kannst du stolz über den Derbysieg sein. Du musst aber alle Hüte, die du hast, vor deinem Gegner ziehen. So viele Einheimische, so viele junge Burschen. Man muss sich diese Arbeit als Vorbild nehmen. Wir auch, aber vor allem die Vereine, die mit 6, 7 Legionären spielen und keinen Deut mehr leisten".