In der 2. Klasse Weinviertel hat SV Jedenspeigen-Sierndorf daheim gegen Herrnbaumgarten mit 2:3 verloren. Dabei lagen die Gastgeber zweimal vorne, brachten den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Trainer Hans Kraus machte vor allem den schnellen Ausgleich zum 2:2 als Wendepunkt aus und sprach nach dem Schlusspfiff davon, dass seiner Mannschaft diesmal auch das nötige Spielglück gefehlt habe.

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Für Jedenspeigen begann der Abend noch nach Maß. Martin Fuxa brachte die Hausherren in der 19. Minute mit 1:0 in Führung und gab dem Spiel damit früh eine Richtung, die aus Sicht der Gastgeber Hoffnung auf mehr machte. Herrnbaumgarten kam allerdings noch vor der Pause zurück, als Daniel Leisser in der 37. Minute zum 1:1 traf. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Kabinen, ehe Jedenspeigen nach dem Seitenwechsel erneut vorlegte. Marek Macho stellte in der 62. Minute auf 2:1 und brachte seine Mannschaft damit ein zweites Mal in Front. Gerade dieser Moment machte die spätere Niederlage aus Sicht von Hans Kraus besonders bitter, weil die Antwort der Gäste fast sofort kam. Nur zwei Minuten später glich Radek Svoboda zum 2:2 aus, ehe Daniel Leisser in der 74. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends das Spiel ganz auf die Seite von Herrnbaumgarten zog.
Nach dem Spiel ging der Jedenspeigen-Trainer in seiner Analyse vor allem auf die Phase nach dem 2:1 ein. „Wir haben das Glück vermisst, das wir in den letzten zwei, drei Spielen hatten. Diesmal war das Spielglück nicht auf unserer Seite“, sagte Kraus. Noch klarer wurde er bei der Frage, wo die Partie aus seiner Sicht gekippt ist. „Wir waren zweimal in Führung, haben zwei Minuten nach dem 2:1 durch einen Eckball den Ausgleich erhalten, wo wir in der Abwehr nicht zugeordnet waren“, erklärte er. Genau dort setzte er auch seinen Schwerpunkt bei der Bewertung der Niederlage. „Das 2:2 nach der Ecke war die entscheidende Szene“, sagte Kraus und machte damit deutlich, dass für ihn nicht das 2:3 allein, sondern schon der unmittelbare Verlust der zweiten Führung der eigentliche Knackpunkt war. Vor dem dritten Gegentor verwies er zusätzlich auf eine unglückliche Szene, als ein Ball aus seiner Sicht zu klären gewesen wäre und danach ein Foul im Strafraum passierte.
Trotz der Enttäuschung wollte Kraus seiner Mannschaft die Einstellung nicht absprechen. „Das Positive war natürlich der hundertprozentige Einsatz der kompletten Mannschaft bis zur letzten Spielminute“, hielt der Trainer fest. Auch deshalb klang bei ihm nach dem 2:3 nicht nur Ärger mit, sondern auch das Gefühl, dass zumindest ein Zähler möglich gewesen wäre. „Mit etwas mehr Glück wäre zumindest ein Punkt drinnen gewesen. Wenn man zweimal in Führung geht, kann man diese Partie auch gewinnen“, sagte Kraus. Den Gegner erlebte er als sehr direkt und robust. „Herrnbaumgarten hatte eine sehr aggressive Spielweise, es war ein hart geführtes Spiel mit vielen langen Bällen“, so seine Einschätzung. Die Schiedsrichterleistung bewertete er insgesamt sachlich: „Meines Erachtens war sie in Ordnung.“ Nur vor dem Eckball zum 2:2 vermutete er ein mögliches Foul, schob aber sofort nach, dass das nichts daran ändere, dass seine Mannschaft bei der Zuordnung nicht sauber genug war. In der Nachspielzeit sah Herrnbaumgartens Bernd Körber noch die Rote Karte, am Ausgang der Partie änderte das aber nichts mehr. Für Jedenspeigen bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass zwei Führungen gegen einen unbequemen Gegner diesmal nicht gereicht haben.