Spielberichte

„Der Anschlusstreffer vor der Pause war heute der wichtigste Moment“ – Rabensburg dreht ein 0:2 noch zum 4:2

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Schrattenberg/Drasenhofen
ESV Rabensburg

Der ESV Rabensburg hat am Sonntag in der 2. Klasse Weinviertel bei der SG Schrattenberg/Drasenhofen mit 4:2 gewonnen und dabei nach einem 0:2-Rückstand noch die ganze Partie gedreht. Trainer Daniel Gehart sah seine Mannschaft über weite Strecken als das bessere Team, sprach aber auch offen über zwei Gegentore nach individuellen Fehlern. Entscheidend war für ihn das 2:1 durch Ondrej Konecny kurz vor der Pause.

Trainingsball in Weiß, Blau und Orange. Im Hintergrund trainieren Spieler bei Flutlicht

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Nach 0:2 bringt das 2:1 Rabensburg zurück

Der Spielverlauf war aus Rabensburger Sicht zunächst unerquicklich, obwohl der Trainer seine Mannschaft insgesamt im Vorteil sah. „Über die ganze Partie gesehen waren wir klar überlegen. Wir hatten mehr vom Spiel“, sagte Gehart nach dem Schlusspfiff. Auf der Anzeigetafel stand aber zunächst etwas anderes, denn Schrattenberg/Drasenhofen ging in der 20. Minute durch Lukas Nestler in Führung und legte in der 33. Minute durch Christopher Okoko sogar das 2:0 nach. Gerade in der ersten Halbzeit war Rabensburg laut Gehart in der Defensivbewegung nicht konsequent genug. Dazu kam, dass beide Gegentore aus seiner Sicht auf individuelle Fehler zurückzuführen waren. Umso wichtiger war deshalb der Treffer kurz vor dem Seitenwechsel: Ondrej Konecny verkürzte in der 44. Minute auf 2:1, und genau dieser Moment war für den Rabensburg-Coach der Wendepunkt. „Der wichtigste Moment war heute sicher unser Anschlusstreffer zum 2:1 kurz vor dem Pausenpfiff“, sagte Gehart.

Ausgleich per Elfmeter, dann dreht Rabensburg das Spiel

Dass Rabensburg nach dem Seitenwechsel rasch zurückkam, passte zum Eindruck des Trainers, dass seine Mannschaft im Spiel geblieben war. Nur drei Minuten nach Wiederbeginn fiel das 2:2, Andre Fiegerl traf in der 48. Minute vom Elfmeterpunkt. Gehart verschwieg dabei nicht, dass diese Szene durchaus glücklich für seine Mannschaft ausfiel. „Über den Elfmeterpfiff vor dem 2:2 könnte man diskutieren. Aus unserer Sicht und auch nach den Gesprächen mit allen Beteiligten kann man hier von einer sehr glücklichen Entscheidung zu unseren Gunsten reden“, meinte er offen. Am Spielverlauf nach dem Ausgleich änderte das für ihn aber nichts mehr. „Danach haben wir das Spiel eigentlich dominiert“, sagte Gehart. Das 3:2 in der 66. Minute durch Fiegerl entstand nach einem Corner, der laut Trainer eigentlich gar nicht wie geplant kam. Die einstudierte Variante war eine andere, doch Rabensburg machte aus der Situation trotzdem etwas. Vor allem der Rechtsverteidiger, Pepi Stadlhuber,  bewegte sich, wie Gehart hervorhob, „sehr vorteilhaft“ und brachte den Ball noch einmal in die Mitte zurück. Den Schlusspunkt setzte schließlich wieder Konecny, der in der 76. Minute mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 4:2 stellte.

Kurzpassspiel statt langer Bälle

Interessant war nach dem Spiel vor allem, wie klar Gehart den eigenen Plan beschrieb. Rabensburg wollte sich nicht auf das einlassen, was der Gegner bevorzugte, sondern bewusst den Ball laufen lassen. „Besonders gut funktioniert hat es in den Momenten, wo wir wirklich versucht haben, Fußball zu spielen“, sagte der Trainer. Der Hintergrund war für ihn schon vor dem Anpfiff klar. „Wir haben gewusst, dass der Gegner körperlich vermutlich eine Stufe über uns steht. Deswegen war von Anfang an die Vorgabe, heute eher das Kurzpassspiel zu forcieren.“ Genau darin sah Gehart auch den entscheidenden Unterschied. Wenn seine Mannschaft ins Kombinationsspiel kam, sei sie klar überlegen gewesen. Schrattenberg/Drasenhofen habe dagegen oft versucht, über lange Bälle zum Erfolg zu kommen. Auch darauf fand Rabensburg laut dem Coach meist eine gute Antwort. „In den meisten Fällen konnten wir das sehr gut verteidigen“, sagte Gehart. Ebenso wichtig war für ihn, dass seine Mannschaft dabei bei ihrer Linie blieb. „Besonders wichtig war, dass wir uns nicht vom Gegner haben anstecken lassen, ebenfalls nur mit langen Bällen zu spielen.“

Ein Sonderlob und ein Sieg mit Wirkung

Zum Schluss hob Gehart noch Radek Vodicka besonders hervor, auch wenn dessen Name im offiziellen Spielbericht nicht als Torschütze aufscheint. Der Trainer sprach von einem Stürmer, der im Abschluss zwar nicht immer glücklich agierte, sich aber stark in den Dienst der Mannschaft stellte und bei drei der vier Treffer entscheidend beteiligt gewesen sei. Dieses Lob passte gut zu Geharts gesamter Einordnung des Nachmittags: Rabensburg lag zwar früh deutlich zurück, blieb aber bei seinem Plan und belohnte sich nach der Pause. Der 4:2-Auswärtssieg bringt den Gästen nach sechs Runden nun acht Punkte ein. Vor allem aber liefert er die Bestätigung, dass Rabensburg auch nach einem 0:2-Rückstand im Spiel bleiben kann, wenn die Mannschaft ihren Fußball durchzieht und nicht von ihrer Idee abrückt.

2. Klasse Weinviertel: Schrattenberg/Drasenhofen : Rabensburg - 2:4 (2:1)

  • 76
    Ondrej Konecny 2:4
  • 66
    Andre Fiegerl 2:3
  • 48
    Andre Fiegerl 2:2
  • 44
    Ondrej Konecny 2:1
  • 33
    Christopher Okoko 2:0
  • 20
    Lukas Nestler 1:0