In der 2. Klasse Weinviertel hat FC Wilfersdorf das Heimspiel gegen SG Poysbrunn-F./Ottenthal mit 4:1 gewonnen. Nach einer torlosen ersten Hälfte zog die Partie erst nach der Pause richtig an. Trainer Roman Lanscha sah den Knackpunkt im deutlich mutigeren Auftritt seiner Mannschaft, die das 0:0 nicht bloß halten wollte und sich zwischen der 52. und 69. Minute gleich viermal belohnte.

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In den ersten 45 Minuten war es nach der Einschätzung des Wilfersdorf-Trainers noch kein Spiel mit vielen klaren Abschlüssen, dafür aber eine Partie, in der beide Mannschaften Fußball spielen wollten. „Die erste Halbzeit war ein offener Schlagabtausch mit zwei Mannschaften, die beide Fußball spielen wollten. Aufgrund von zwei guten Defensivreihen hat sich das Ganze aber eher im Mittelfeld abgespielt“, sagte Lanscha. Dazu passte auch der Spielstand zur Pause, denn beim 0:0 war noch nichts vorentschieden. Wilfersdorf hatte in dieser Phase einen Stangenschuss, auf der anderen Seite wurde die SG vor allem dann gefährlich, wenn sie über Eckbälle oder Freistöße in die Nähe des Tores kam. Vieles blieb also Stückwerk, und genau daraus entwickelte sich später auch die entscheidende Frage, welches Team nach dem Seitenwechsel den nächsten Schritt machen würde.
Für Lanscha war der Wendepunkt gleich zu Beginn der zweiten Hälfte zu spüren. „Wir sind ganz anders, viel mutiger aus der Halbzeitpause gekommen, wollten nicht nur das 0:0 verwalten, sondern wirklich selbst das Zepter übernehmen“, sagte der Trainer. Genau so verlief dann auch die nächste Phase der Partie. In der 52. Minute brachte Fabian Bachmayer die Gastgeber mit 1:0 in Führung, nur drei Minuten später legte Bachmayer mit seinem zweiten Treffer zum 2:0 nach. Gerade das erste Tor hob Lanscha besonders hervor: „Wir haben einfach mutig gespielt, unser Innenverteidiger hat sich im Spielaufbau mehr eingebracht und wir sind dann mit zwei Pässen und einer uneigennützigen Aktion direkt zum Abschluss gekommen.“ Die Gäste verkürzten durch Alexander Kaiser in der 57. Minute zwar auf 2:1, doch Wilfersdorf blieb am Drücker. Angelo Kostic stellte in der 64. Minute den Zwei-Tore-Abstand wieder her, Fernando Kostic sorgte in der 69. Minute schließlich für das 4:1. Damit hatte die starke Phase nach der Pause auch auf der Anzeigetafel ein deutliches Bild bekommen.
Dass dieser Abend für Wilfersdorf mehr war als nur ein weiterer Heimsieg, machte Lanscha in seiner Einordnung deutlich. „Poysbrunn war in den letzten Jahren eigentlich mein Angstgegner, weil sie spielerisch schon sehr stark sind“, sagte er. Der Trainer beschrieb die Gäste als „erwachsene, routinierte Truppe“, die gut am Ball sei und sich klug bewege. Umso höher bewertete er die eigene Leistung. Ein wesentlicher Punkt war für ihn, dass seine Mannschaft den gefährlichen Angreifer Alexander Kaiser lange gut kontrollierte. Lanscha erinnerte daran, dass Kaiser in fünf Partien bereits sieben Tore erzielt hatte. Auch wenn ihm diesmal der Treffer zum 2:1 gelang, sah der Wilfersdorf-Coach genau dort einen Schlüssel für den Heimsieg: „Ein Hauptpunkt, warum wir heute gewonnen haben, ist, dass wir ihren Stürmer Alexander Kaiser in den Griff bekommen haben und dann unser Kombinationsfußball in der zweiten Halbzeit komplett durchgerollt ist.“ Gleichzeitig sparte er nicht mit Anerkennung für den Gegner und verwies darauf, dass die SG für ihn eine „solide, sehr starke Truppe“ geblieben sei.
Trotz des deutlichen 4:1 sprach Lanscha nicht nur über das Gelungene, sondern auch über Dinge, die aus seiner Sicht noch besser werden müssen. „Wir lassen uns oft von hektischen Situationen oder auch Diskussionen mit dem Schiedsrichter anstecken. Außerdem müssen wir schon in der ersten Halbzeit das umsetzen, was wir in der zweiten Halbzeit umsetzen“, sagte er. Gerade dieser Punkt zog sich für ihn durch das Spiel, weil Wilfersdorf nach seiner Ansicht wieder einige Zeit brauchte, um wirklich in die Partie zu finden. Auch rund um mögliche Abseitsstellungen gab es Diskussionen, die Lanscha allerdings klar einordnete. Nach seiner Sicht habe es dabei keine falschen Entscheidungen gegeben, denn der später ausgeschlossene Spieler der Gäste, Marvin Hirtl, hob es jedes mal definitiv auf. Viel wichtiger war dem Wilfersdorf-Trainer am Ende aber der Blick auf seine Mannschaft. „Ich bin super stolz auf die Leistung von meinen Burschen und freue mich auf unser Oktoberfest morgen wo wir bestimmt nochmals drauf anstoßen werden“, sagte Lanscha. Nach so einem Abend war also nicht nur Erleichterung da, sondern auch Rückenwind für die kommenden Aufgaben.