Spielberichte

„Für ein Spitzenspiel haben uns Kampf und Emotion gefehlt“ – Schrattenberg/Drasenhofen verliert 0:1

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Schrattenberg/Drasenhofen
SV Zistersdorf

In der 2. Klasse Weinviertel musste sich die SG Schrattenberg/Drasenhofen am Sonntag daheim dem SV Zistersdorf mit 0:1 geschlagen geben. Nach einem torlosen ersten Durchgang entschied Samuel Centes die Partie in Minute 66. Trainer Helmut Janecek sprach danach von einer enttäuschenden Vorstellung seiner Mannschaft und machte vor allem fehlende Emotionen, zu viele Ballfehler und die harmlose Offensive für die knappe, aus seiner Sicht aber verdiente Niederlage verantwortlich.

Rote Schalensitze einer Fußballtribüne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Zur Pause stand es zwar 0:0, zufrieden war bei der SG aber niemand

Schon im ersten Durchgang war für Janecek zu sehen, dass seiner Mannschaft an diesem Nachmittag vieles fehlte, was sie für ein Spiel auf diesem Niveau gebraucht hätte. Zur Halbzeit stand es noch 0:0, doch der Trainer bewertete dieses Zwischenergebnis nicht als Zeichen von Stabilität, sondern eher als Ausdruck einer insgesamt zähen Partie. „Es war ein enttäuschendes Spiel mit nicht wirklich vielen Höhepunkten für uns“, sagte Janecek nach dem Abpfiff sehr offen. Genau darin lag sein Hauptkritikpunkt: Die Gastgeber kamen nicht in ihren Rhythmus, entwickelten kaum Druck und schafften es nicht, der Partie jene Richtung zu geben, die sie sich vorgenommen hatten. „Für ein Spitzenspiel haben uns das Kämpfen und die Emotion gefehlt“, legte der Coach nach. Damit beschrieb er nicht nur den Eindruck der ersten 45 Minuten, sondern im Grunde schon das ganze Problem dieses Nachmittags.

Ein Ballverlust im Mittelfeld, ein schneller Angriff und Centes trifft

Nach dem Seitenwechsel änderte sich aus Sicht der Hausherren nicht genug, um das Spiel an sich zu reißen. Zistersdorf blieb jene Mannschaft, die aus den Situationen mehr machte und Schrattenberg/Drasenhofen immer wieder unter Druck setzte. Die entscheidende Szene kam dann in der 66. Minute, als Samuel Centes das 0:1 erzielte. Auch dieses Gegentor passte für Janecek ins Bild des Spiels. „Das Gegentor war wieder so ein Umschaltmoment. Wir haben im Mittelfeld den Ball verloren, dann ist es schnell auf unser Tor gegangen“, schilderte er die Entstehung. Dass der eigene Tormann noch dran war, änderte am Ende nichts mehr. „Der Schuss war trotz Kontakt nicht zu halten“, sagte Janecek. Mehr brauchte Zistersdorf an diesem Tag nicht, weil die Gäste ihren Vorteil danach mit einer insgesamt klareren Linie über die Zeit brachten.

Kaum Gefahr nach vorne, dazu zu viele einfache Fehler

Besonders deutlich wurde der Trainer bei der Frage, warum seine Mannschaft letztlich leer ausging. Für ihn lag der Unterschied nicht nur im Gegentor selbst, sondern vor allem darin, dass die SG offensiv über die gesamten 90 Minuten zu wenig zustande brachte. „Wir haben in diesen neunzig Minuten den Tormann nicht wirklich einmal in Bedrängnis gebracht“, sagte Janecek, und dieser Satz wog schwer. Denn wer vorne praktisch keine echte Gefahr entwickelt, macht sich das Leben in so einem Spiel automatisch schwer. Dazu kamen aus seiner Sicht unnötige Fehler im eigenen Ballbesitz. „Unsere unnötigen Ballfehler haben Zistersdorf im Umschaltspiel noch stärker gemacht“, erklärte er. Gerade weil der Gegner diese Momente schnell und sauber fertig spielte, wuchs der Druck auf die Gastgeber. Janecek machte deshalb auch keinen Hehl daraus, wie er das Ergebnis einordnete: Die Niederlage sei knapp gewesen, „aber auch berechtigt“. Diskussionen über strittige Szenen wollte er gar nicht erst aufkommen lassen. „Der Schiedsrichter war okay, daran ist es nicht gelegen.“

Janecek spart nicht mit Kritik – Zistersdorf belohnt sich, die SG bleibt bei elf Punkten

So blieb nach dem Schlusspfiff vor allem die Enttäuschung über einen Auftritt, mit dem Janecek überhaupt nicht einverstanden war. Dass sich Zistersdorf diesmal belohnt hat, war für ihn kein Zufall. „Zistersdorf hat uns immer wieder in Bedrängnis gebracht, die Umschaltmomente schnell fertig gespielt und verdient gewonnen“, sagte der Trainer. Den Unterschied zwischen beiden Teams fasste er noch einmal knapp zusammen: „Sie sind aus ihrer Krise rausgekommen, und wir haben nicht diese Emotion und diese Leidenschaft an den Tag gebracht.“ Viel beschönigen wollte er also gar nicht. „Wie gesagt, es war eine enttäuschende Leistung“, hielt Janecek zum Abschluss noch einmal fest. In der Tabelle steht Zistersdorf nach acht Spielen nun bei 16 Punkten auf Rang zwei, während Schrattenberg/Drasenhofen mit elf Zählern Sechster bleibt. Aus Sicht der SG war es damit nicht nur eine knappe 0:1-Niederlage, sondern vor allem ein Nachmittag, an dem zu wenig von dem zu sehen war, was man sich selbst vorgenommen hatte.

2. Klasse Weinviertel: Schrattenberg/Drasenhofen : Zistersdorf - 0:1 (0:0)

  • 66
    Samuel Centes 0:1