In der 2. Klasse Weinviertel hat sich USC Wetzelsdorf von USC Fallbach mit 0:0 getrennt. Es war ein Spiel, das laut Wetzelsdorfs Obmann Wolfgang Lehner „über neunzig Minuten auf des Messers Schneide“ stand. Nach einer ersten Hälfte mit Vorteilen für die Gastgeber und einer zweiten, in der Fallbach mehr Druck machte, blieb am Ende vor allem eines hängen: Auf beiden Seiten fehlte die Konsequenz vor dem Tor.

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Das torlose Remis war kein Spiel ohne Inhalt, sondern eine Partie, in der sich die Kräfteverhältnisse im Verlauf deutlich verschoben. Lehner beschrieb es so: „Erste Halbzeit war vielleicht ein Chancenplus für Wetzelsdorf. Zweite Halbzeit war Fallbach am Drücker.“ Genau daraus ergab sich auch der Charakter dieser Begegnung. Die Heimelf hatte vor der Pause die besseren Möglichkeiten, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Deshalb ging es mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl Wetzelsdorf da, nach Aussage des Obmanns, durchaus schon mehr hätte mitnehmen können. Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel dann stärker in Richtung der Gäste, die im zentralen Mittelfeld mehr Zugriff bekamen und sich ebenfalls gute Chancen erarbeiteten. Dass trotzdem kein Treffer zählte, lag für Lehner nicht an fehlendem Einsatz oder mangelnder Spannung, sondern ganz einfach an der Verwertung: „Es lag ganz einfach daran, dass die wirklich hochkarätigen Chancen nicht genutzt wurden. Das gilt für Wetzelsdorf genauso wie für Fallbach.“
Aus Sicht der Gastgeber bekam dieses 0:0 auch deshalb ein ordentliches Gewicht, weil Wetzelsdorf personell wieder umbauen musste. Lehner machte kein Geheimnis daraus, dass einige Ausfälle zu kompensieren waren, und hob genau deshalb die Leistung jener Spieler hervor, die neu hineingerückt waren. „Herauszustreichen ist auf jeden Fall der aufopfernde Einsatz der sehr, sehr jungen Mannschaft“, sagte er. Für den Obmann war das mehr als nur ein netter Nebenaspekt, denn gerade unter diesen Voraussetzungen habe seine Elf ein richtig gutes Gesicht gezeigt. „Die jungen Spieler, die in die Mannschaft gekommen sind, haben wirklich gezeigt, dass sie um einen Platz in der Stammelf kämpfen.“ Dazu kam laut Lehner, dass Wetzelsdorf nicht nur verteidigte, sondern auch selbst Lösungen fand. „Sie haben stark gespielt, auch gut kombiniert und haben sich dem Druck der Fallbacher entgegengestellt. Auch einige schöne Aktionen herausgespielt, aber sich nicht mit einem Tor belohnt.“ Damit war auch die Grundlinie des Abends gezogen: Wetzelsdorf musste arbeiten, Wetzelsdorf musste auch leiden, Wetzelsdorf blieb aber im Spiel und hielt dagegen.
Dass die Partie bis zum Schluss offen blieb, passte zum Eindruck eines kampfbetonten und schnellen Spiels. Lehner zollte auch dem Gegner Respekt und stellte klar, dass Fallbach gerade nach der Pause eine starke Phase hatte. „Der Gegner war druckvoll, hat ab der zweiten Halbzeit im zentralen Mittelfeld den Überblick gehabt und ist auch zu Chancen gekommen“, meinte er. Dazu verwies er auf eine Szene, die Gesprächsstoff bot: „Eine Szene war sicher ein Tor der Fallbacher nach einem Eckball. Den Treffer hat der Schiedsrichter nicht gegeben. Das war eine Szene, über die man vielleicht diskutieren kann.“ Mehr wollte er daraus aber nicht machen, im Gegenteil. Dem Unparteiischen stellte Lehner ein gutes Zeugnis aus und sprach von einer „wirklich sehr souveränen Leistung“. Unter dem Strich blieb bei ihm daher keine große Klage, sondern eine nüchterne Einordnung. Einerseits seien „beide mit dem 0:0 unzufrieden“, weil auf beiden Seiten genug möglich gewesen wäre. Andererseits ordnete er das Ergebnis für seine Mannschaft positiv ein: „Aus Sicht von Wetzelsdorf ordne ich das Ergebnis sehr positiv ein, weil wir Ausfälle zu ersetzen hatten und die jungen Spieler grundsolide Leistung gezeigt haben. Das Unentschieden geht unterm Strich sicherlich in Ordnung.“