In der 2. Klasse Weinviertel hat sich die SG Schrattenberg/Drasenhofen am Samstag mit SV Jedenspeigen-Sierndorf 1:1 getrennt. Nach dem frühen Führungstor und einer laut Trainer Helmut Janecek starken zweiten Hälfte blieb bei den Gastgebern vor allem das Gefühl zurück, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. „Für uns sind das zwei verlorene Punkte“, sagte Janecek, weil seine Mannschaft nach der Pause viel Druck machte, sich dafür aber nicht belohnte.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die Partie war praktisch vom Start weg auf Betriebstemperatur. Schon in der 2. Minute ging Schrattenberg in Führung, als Frantisek Vlcek eine Aktion über die rechte Seite zum 1:0 abschloss. Janecek schilderte die Entstehung so: „Ein weiter Pass von unserem Innenverteidiger auf die rechte Außenbahn, dann kam der Ball im ersten Kontakt in die Box und da sagte unser Stürmer Danke zum 1:0.“ Lange hielt der Vorsprung aber nicht. In der 9. Minute kam Jedenspeigen nach einem Fehler im Spielaufbau zum Ausgleich durch Martin Fuxa. „Wir waren alle in der Vorwärtsbewegung, der Ball kam zu einem Gegner und so war es das 1:1“, sagte der Trainer. Danach sah er bis zur Pause ein Spiel, das auf und ab ging, mit Möglichkeiten auf beiden Seiten und ohne klare Überlegenheit einer Mannschaft.
Gerade deshalb fiel die Einordnung nach Schlusspfiff aus Sicht der Gastgeber so klar aus, denn nach dem Seitenwechsel lief die Partie laut Janecek fast nur noch in eine Richtung. „In der zweiten Hälfte war es eigentlich ein Powerplay auf das Tor von Jedenspeigen“, sagte er. Schrattenberg blieb am Drücker, spielte immer wieder gut über außen und brachte den Gegner über weite Strecken tief in die eigene Hälfte. Jedenspeigen hatte zwar vereinzelte Konterstöße auf das Tor der Heimelf, doch Janecek machte deutlich, dass diese nur in der Minderheit waren. Das entscheidende Problem lag vorne: „Wir konnten den Ball nicht im Tor unterbringen.“ Genau das zog sich durch die gesamte zweite Halbzeit. Gute Möglichkeiten waren da, nur das zweite Tor fiel nicht.
Janecek machte nach dem Spiel sehr klar, was ihm bei seiner Mannschaft gefallen hat und wo der Knackpunkt lag. „Das Spiel über die Seiten war eigentlich sehr gut, in der zweiten Hälfte noch ein bisschen stärker“, sagte der Trainer. Daraus entwickelte Schrattenberg viel Druck und auch jene Szenen, aus denen eigentlich der Sieg hätte entstehen können. Was fehlte, war die Belohnung im letzten Drittel. „Zu selten haben wir den Tormann in Bedrängnis gebracht“, meinte Janecek und verwies zugleich darauf, dass mehrere Abschlüsse knapp neben das Tor gingen. Wenn die Bälle auf das Tor kamen, war der Schlussmann der Gäste zur Stelle. Den nannte Janecek dann auch den „Matchwinner von Jedenspeigen“, weil er den Punkt festgehalten habe. Ebenso klar fiel sein Urteil über die Leitung der Partie aus: Es habe „keine einzige strittige Situation“ gegeben, der Schiedsrichter sei „im Großen und Ganzen unauffällig“ geblieben.
Unter dem Strich blieb damit ein Remis, das sich für Schrattenberg nicht wie ein gewonnener Zähler anfühlte. Janecek formulierte es ohne Umschweife: „Für uns sind das zwei verlorene Punkte.“ Seine Begründung war ebenso einfach wie nachvollziehbar. Wegen der zweiten Hälfte, wegen der Vielzahl an guten Möglichkeiten und wegen des klaren Drucks auf das gegnerische Tor hätte aus seiner Sicht mehr herausschauen müssen. „Wenn man keine Tore schießt, kann man ein Spiel nicht gewinnen“, sagte der Trainer. Mit dem 1:1 hält Schrattenberg nach elf Runden bei zwölf Punkten. Nach diesem Spielverlauf überwog aber nicht die Freude über den Zähler, sondern das Gefühl, eine große Chance auf drei Punkte liegen gelassen zu haben.