Spielberichte

Acht Ausfälle, starker Start nach der Pause: Rabensburg kann mit dem Punkt "sehr, sehr gut leben"

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ESV Rabensburg
FC Wilfersdorf

In der 2. Klasse Weinviertel hat sich der ESV Rabensburg im Heimspiel gegen den FC Wilfersdorf ein 1:1 geholt. Nach einer eher verhaltenen ersten Halbzeit drehte die Elf von Daniel Gehart nach dem Seitenwechsel deutlich auf, kam durch Ondrej Konecny zum Ausgleich und war dem zweiten Tor näher. Dennoch war der Rabensburg-Coach mit dem Remis zufrieden – auch, weil seiner Mannschaft vor dem Anpfiff gleich acht potenzielle Kampfmannschaftsspieler fehlten.

Rote Schalensitze einer Fußballtribüne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Wilfersdorf vor der Pause einen Schritt voraus

Daniel Gehart machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten noch nicht wirklich Zugriff auf die Partie hatte. "In der ersten Halbzeit hatte Wilfersdorf mehr vom Spiel", sagte der Trainer, der den Pausenrückstand auch klar einordnete. Aus seiner Sicht waren die Gäste zur Halbzeit "verdient in Führung". Kurz vor dem Seitenwechsel schlug Wilfersdorf dann auch auf der Anzeigetafel zu, als Josef Niessler in der 44. Minute das 0:1 erzielte. Gefährlich wurden die Gäste laut Gehart vor allem durch schnelle Bälle in die Spitze. Beim Gegentor selbst sprach er offen an, dass seine Mannschaft mehr dagegenhalten hätte müssen: "Das Tor wäre sicher verhinderbar gewesen, aber in diesem Zeitpunkt waren wir in der Zweikampfführung zu lasch."

Nach dem Ausgleich war Rabensburg dem zweiten Tor näher

Nach dem Wechsel zeigte Rabensburg allerdings ein anderes Gesicht. Gehart gefiel vor allem, dass seine Mannschaft auf den späten Rückschlag nicht mit hängenden Köpfen reagierte. "Gut funktioniert hat sicher, dass wir trotz des späten Rückstandes in der ersten Halbzeit in die zweite Halbzeit mit sehr viel Elan gestartet sind und uns nicht aufgegeben haben", sagte er. Genau dieser Start brachte die Gastgeber zurück ins Spiel. "Wir sind in der zweiten Halbzeit relativ druckvoll gestartet", schilderte Gehart, ehe in der 63. Minute der Ausgleich fiel. Torschütze war Ondrej Konecny, dessen Freistoß laut Rabensburgs Trainer von der Mauer abgefälscht wurde und dadurch "vermutlich unhaltbar" war. Damit war die stärkste Phase der Hausherren aber noch nicht vorbei. "Kurz danach hatten wir zwei Eins-gegen-eins-Situationen", berichtete Gehart. Einmal landete der Ball über dem Fangnetz, beim zweiten Versuch wurde das Ziel knapp verfehlt. Deshalb war für ihn klar, dass Wilfersdorf in diesen Minuten "relativ glücklich sein konnte, nur ein Gegentor zu erhalten".

Die Überzahl kam spät, der Punkt wird trotzdem genommen

In der Schlussphase sprach zwar weiter einiges für Rabensburg, am Spielstand änderte sich aber nichts mehr. In der 83. Minute sah Florian Pleil die Rote Karte, nachdem aus Rabensburger Sicht eine klare Torchance per Foul unterbunden worden war. Für Gehart war die Entscheidung eindeutig: "Das war eine klare Torchancenverhinderung." Ansonsten, so der Trainer, habe der Schiedsrichter einen "sehr, sehr ruhigen Arbeitstag" mit wenigen spektakulären Szenen erlebt. Aus der Überzahl konnten die Gastgeber am Ende keinen entscheidenden Nutzen mehr ziehen. "Weil die rote Karte relativ spät gefallen ist, konnten wir die numerische Überlegenheit nicht mehr in einen Torerfolg nutzen", sagte Gehart. So blieb es beim 1:1, das er insgesamt als gerechtes Ergebnis bewertete: "Aufgrund der ersten Halbzeit, wo Wilfersdorf stärker war, und der zweiten Halbzeit, wo wir stärker waren, geht das Unentschieden in Ordnung." Ganz ohne kleinen Nachgeschmack war der Punkt für ihn aber nicht, denn "mit den zwei hundertprozentigen Torchancen ist schon ein bisschen ein weinendes Auge dabei". Unterm Strich überwog dennoch klar die Zufriedenheit. "Ich bin mit dem Punkt überaus zufrieden. Wir hatten vor dem Spiel acht Ausfälle von potenziellen Kampfmannschaftsspielern, dadurch kann ich mit dem Punkt sehr, sehr gut leben."

2. Klasse Weinviertel: Rabensburg : Wilfersdorf - 1:1 (0:1)

  • 63
    Ondrej Konecny 1:1
  • 44
    Josef Niessler 0:1